Geliebte Angst

Rebekka Knoll
Geliebte Angst

cbt-Verlag, München, 03/2015
PB mit Klappbroschur
Jugendbuch, Krimi, Drama
ISBN 978-3-570-16326-9
Titelgestaltung von init | Kommunikationsdesign, Bad Oeynhausen unter Verwendung
von Motiven von Plainpicture/Glasshouse, Thinkstock/Ingram Publishing
Autorenfoto von Andreas Pohr

www.cbt-buecher.de
http://rebekka-knoll.blogspot.com

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Emilias erste große Liebe Marico ist mit dem Auto tödlich verunglückt. Noch Tage nach der Beerdigung würde sie sich in ihrer Trauer am liebsten verkriechen, doch das Leben geht weiter, und das heißt: auch die Schule. Zum Glück hat sie in Tila und Lorena zwei treue Freundinnen, die alles tun, um Emilia die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern. Aber irgendjemand scheint zu wollen, dass Emilia Marico nicht loslassen kann. Plötzlich erhält sie Nachrichten von seinem Facebook-Account, Emails und SMS (hier hat der Alltag sich selbst überholt: SMS ist out, WhatsApp ist in) mit seinem Absender. Sie weiß, dass sie die Botschaften ignorieren oder sogar zur Polizei gehen sollte, doch entgegen jeder Vernunft keimt die Hoffnung, Marico könne wie durch ein Wunder noch da sein. Außerdem will sie herausfinden, wer so viele intime Details über sie beide weiß, dass er sich für den Toten ausgeben kann.

Lorena und Tila sind wenig begeistert von dieser Idee, verstehen aber Emilias Beweggründe und sind schon bald selbst erpicht darauf herauszufinden, wer ihre Freundin auf so grausame Weise quält. Nicht nur erfährt sie so manches – Unschönes – über Marico, das sie niemals geahnt hätte, sondern der Unbekannte manipuliert sie auch dazu, Dinge für ihn zu tun, die sie einst nur für Marico getan hat oder hätte. Während der Unbekannte seine Macht über Emilia genießt, wachsen ihre Ängste: Wozu ist der falsche Marico noch fähig? Den Mädchen wird schnell klar, dass dieser sich in Emilias direktem Umfeld aufhalten muss, denn er weiß über jeden ihrer Schritte Bescheid. Demnach kann es sich nur um einen Mitschüler handeln, aber keiner benimmt sich verdächtig. Doch was ist mit dem Neuen, Lucca, der kurz vor Ende des Schuljahres von einem anderen Gymnasium wechselte, angeblich weil er ein Mädchen gestalkt hatte? Obendrein zeigt er an Emilia großes Interesse, das sie nutzen will, um ihm auf den hohlen Zahn zu fühlen. Dabei beginnt sie, sich wider Willen in ihn zu verlieben …

Das Drama entführt die Leser in das Milieu junger Erwachsener (17 und 18 Jahre alt), die größtenteils sehr selbständig leben, da die Eltern fast immer auf Dienstreisen sind, sich für andere Partner entschieden und ihre Kinder im Stich gelassen haben, verstorben oder geschieden sind usw. Damit schafft die Autorin freie Bahn für ihre Protagonisten, die nun nicht fortwährend gegängelt werden. Infolgedessen geht Emilia erst wieder zur Schule, als sie sich leidlich besser fühlt, Tila und Lorena sind praktisch immer auf Abruf bereit, Lucca hat eine sturmfreie Bude, und über die Stränge zu schlagen, ist ganz normal. Dementsprechend leicht hat es auch der Unbekannte, sich an Emilia heranzumachen, sie zu stalken, sie zu manipulieren und mit seinem Wissen über ihre Beziehung zu Marico und dessen Geheimnisse zu peinigen.

Natürlich wird die Polizei nicht eingeschaltet, denn Emilia ist neugierig und will die Wahrheit erfahren, die ihr immer wieder versprochen wird. Tatsächlich gibt ihr der falsche Marico regelmäßig kleine Hinweise, doch zu seiner großen Enttäuschung schließt sie nicht auf seine wahre Identität und bringt ihm darum auch nicht die Gefühle entgegen, nach denen er sich sehnt und die er durch seine böse Schnitzeljagd wiederzuerwecken versucht. Bis es Emilia Eins und Eins zusammenzählt, passiert noch sehr viel und bringt Geschehnisse in ihre Erinnerung zurück, die sie lange nicht verstanden und aus ihrem Gedächtnis verbannt hatte. Bis zu diesem Moment kann auch der Leser nur raten, wer hinter all dem steckt und warum.

Die Autorin schildert die Ereignisse aus Emilias Perspektive, sodass man auch nicht mehr weiß als die Protagonistin. Nur hin und wieder – in kursiver Schrift – meldet sich der mysteriöse Unbekannte zu Wort, zunächst um falsche Fährten zu legen, später um seine Motive zu erläutern und sich als psychisch krank zu outen. Obwohl die Story an sich nicht neu ist und auch die Vorgehensweise von Rebekka Knoll Gang und Gäbe in dem Genre ist, lässt man sich doch schnell in die Handlung hineinziehen und verfolgt gespannt Emilias Leidensweg, der Auflösung entgegenfiebernd. Bis zur letzten Seite bietet „Geliebte Angst“ dramatische Krimi-Unterhaltung für eine in erster Linie weibliche Leserschaft ab 14 Jahre.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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