Kunst – Eine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Malerei

Abigail Wheatley
Kunst – Eine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Malerei

The History of Painting, GB, 2007
Arena Verlag, Würzburg, 1/2009
HC mit Schutzumschlag
Jugendbuch, Sachbuch, Kunstgeschichte
ISBN 9783401063430
Aus dem Englischen von Claudia Gliemann
Titel- und Innenillustrationen von vielen bekannten Künstlern, Ian McNee und Uwe Mayer
www.arena-verlag.de
www.uwemayer.com/

Zwar begleitet den Mensch Kunst seit seinen Anfängen, aber diese hat sich wie die Kultur und Gesellschaft immer wieder verändert, sich der entsprechenden Zeit angepasst und mit den technischen Möglichkeiten weiter entwickelt. Zugleich gibt sie auch das Selbstverständnis der jeweiligen Epoche wieder. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass auch die Kunstgeschichte aufmerksam betrachtet und analysiert wird.

Laien bleiben dabei oft eher außen vor, da die Erörterungen sehr trocken und mit vielen Fachbegriffen gespickt werden und eigentlich nicht das zum Vorschein kommt, was normale Menschen am meisten interessiert: Warum malte man in einem bestimmten Jahrhundert gerade so und nur wenige Jahre später wieder anders? Und was ist an der abstrakten modernen Kunst besonderes?

Eines der Bücher, das schon Kindern die Geschichte der Kunst näher bringen will ist „Kunst – Eine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Malerei“. Die Autorin konzentriert sich dabei ganz auf die Malerei und lässt andere Gestaltungsmöglichkeiten weitestgehend aus, erwähnt sie nur hin und wieder, wenn auch ein Maler in mehreren Bereichen der Kunst tätig war wie etwa Michelangelo.

Mit welchen Farben arbeiteten die Höhlenmaler der Steinzeit und wie entstanden die Wandmalereien in den Bauwerken der frühen Hochkulturen? Die Frühzeit und das Altertum werden nur so weit gestreift, wie sie die Grundvoraussetzungen für die späteren Epochen schufen. Erst im Mittelalter mäßigt sie ihr Tempo und erzählt, wie sich die Maler durch neue Techniken und Materialien langsam von der zweidimensionalen flachen Malerei lösten. Gerade zwischen der ausgehend Antike und dem 13. Jahrhunderten war Malerei sehr oft Ausdruck des Glaubens und für alle verständliche Geschichtsaufzeichnung. Adlige und Patrizier ließen sich malen, um der Nachwelt ein ganz bestimmtes und von ihnen kontrolliertes Bild zu vermitteln.

Es ging nicht darum, die Wirklichkeit abzubilden sondern Allegorien und Symbole. Figuren wurden bewusst unterschiedlich groß dargestellt, um ihren Rang deutlich zu machen, auch Perspektive spielte noch keine Rolle. Bilder hatten die Aufgaben inne, die später Zeitungen übernehmen sollten; sie übermittelten auch Nachrichten und wurden durch ganz Europa getragen, so wie Maler von einem Ort zum anderen wanderten, um ihre Dienste bei Kirchenbauten und in den Palästen der Reichen und Wohlhabenden anzubieten. Das änderte sich mit der Renaissance. Durch die Entwicklung der Ölfarbe und der Verwendung von Leinwand wurde es möglich, ganz anders zu arbeiten als früher. Die Übergänge wurden weicher, die Darstellungen natürlicher. Man begann, den idealisierten Vorstellungen der Antike nachzueifern und erweiterte sie noch, denn alles sollte realistischer werden und die Wirklichkeit abbilden – ohne jedoch seinen Symbolismus zu verlieren, denn noch waren die Auftraggeber die mächtigen Herren der Kirche und des Adels.

Die neuen Techniken bewirkten auch ein Umdenken. Perspektive und Bildtiefe begannen eine Rolle zu spielen und waren von nun an aus der Malerei lange nicht mehr weg zu denken. Doch die Inhalte wandelten sich. Waren zunächst nur historische und biblische Szenen erlaubt, so fügte man bald auch mythologische dazu. Noch ein wenig später kamen Alltagsszenen und Stillleben in Mode: Die ‚Genremalerei’ war entstanden. Einige Künstler setzten Krieg und Gewalt dann auch nicht mehr nur heroisch sondern erschreckend brutal um. Landschaften waren nicht mehr nur erstarrte Hintergründe, sondern wurden zu die Stimmung beeinflussenden Hauptthemen.

Alles in allem gibt Abigail Wheatley einen ausführlichen Überblick über die Entwicklung der Malerei, wobei sie den Schwerpunkt auf die letzten fünf Jahrhunderte – also seit der Renaissance – legt. Gerade in diesen Jahrhunderten hat sich, wie in anderen Bereichen des Lebens auch, am meisten getan. Viele Bildbeispiele illustrieren die Texte. Anhand dieser erläutert sie die inhaltlichen Veränderungen und Entwicklungen in der Malerei, denn da auch die Maler von etwas leben mussten, waren sie lange darauf angewiesen, Aufträge und damit die Wünsche anderer umzusetzen und nicht ihre eigenen Ideen und Vorstellungen.

Sie zeigt zudem, wie gesellschaftliche und politische Veränderungen die Aussagen der Gemälde genauso beeinflussten wie die neuen Materialien und Maltechniken, die bald schon ganz andere Aussagen und eine größere Bandbreite des Ausdrucks ermöglichten. Dabei verwendet sie nur wenige Fremdworte und erklärt diese auch sofort. In einem unterhaltsamen und kurzweiligen Stil zeigt sie zusammen mit den Illustratoren, die die Meisterwerke auf ihre Art kommentieren, dass Kunstgeschichte kein langweiliges und trockenes Fach sein muss, sondern auch ermöglicht, besseren Zugang zu den alten Bildern zu bekommen.

Alles in allem ist das Buch ein gelungenes Werk für Leser ab zwölf, selbst für Erwachsene, die sich bisher kaum mit Kunst und Kunstgeschichte beschäftigt haben. Auch sie können so einen guten Überblick gewinnen. (CS)

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KUNST – Eine Entdeckungsreise durch die Geschichte der Malerei

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