Nächster Halt: Zukunft

Jean-Michel Payet
Nächster Halt: Zukunft

Originaltitel: 2065, La ville engloutie (2010)
Aus dem Französischen von Ingrid Ickler
Köln: Bastei Lübbe AG 2015
Baumhaus Hardcover
188 Seiten
Umschlagmotiv und -gestaltung: Nele Schütz Design, München.
ISBN: 978-3-8339-0361-8

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Emil ist 15 Jahre alt und interessiert sich nicht besonders für die Umwelt oder aktuelle politische oder gesellschaftliche Fragen. Als ihn aber eine Mitschülerin, die er sehr schätzt, wegen einer achtlos weggeworfenen Schokoriegelverpackung als “Versager” tituliert, fühlt er sich doch sehr getroffen. Er fragt sich ernsthaft, wie seine Zukunft einmal aussehen wird und ob er erfolgreich sein wird. Als er dann seinen Großvater Vladimir im kleinen beschaulichen Städtchen Dréanzé besucht, kommt er dessen großem Geheimnis auf die Spur: einer Zeitmaschine. Denn der Opa hat in seinem Haus einen verschlossenen Raum entdeckt, den er öffnen konnte, in dem man sich, nur per gedanklicher Konzentration auf eine bestimmte Zeit der Geschichte, in diese Zeit versetzen lassen kann. So hat der Opa schon einige Reisen in geschichtliche Epochen hinter sich, reist auch immer wieder nur um wenige Jahre zurück, um sich mit seiner verstorbenen Frau, Emils Oma, zu treffen, die er sehr vermisst.

Vladimir erlaubt Emil die Benutzung der Zeitmaschine, wobei der Enkel erzählt, er wolle einige Jahre in die Zukunft reisen, um zu erfahren, was aus ihm werden wird. Durch einen Konzentrationsfehler landet Emil jedoch viel weiter in der Zukunft als er eigentlich wollte, nämlich im Jahre 2065. Dréanzé wirkt völlig unverändert. Aber nur weil es ein Museum ist. Außerhalb erkennt Emil schnell die verheerende Wahrheit: die Klimaerwärmung hat Europa voll im Griff, es herrscht ein tropisches Klima, immer wieder verschlingen Tsunamis die Küstenorte, so auch Emils Heimatstadt, und seine Zwillingsschwester hat eine militante Umweltschutzorganisation gegründet, die mit aller Macht gegen die Umweltverschmutzer vorgeht. Leider sind sowohl Emil als auch seine Schwester verschwunden und mit der jungen Alaska, die er 2065 kennen lernt, begibt er sich auf die Spurensuche…

Ein sowohl unterhaltsames wie auch spannendes Jugendbuch, dessen Lektüre sowohl große Freude bereitet als auch zum Nachdenken anregt.

Zwar gibt es, wie bei Zeitreisegeschichten oft, auch hier einige Logiklöcher: so fragt man sich schon, warum nicht andere die Zeitmaschine ebenfalls benutzen oder benutzen wollen, gerade Menschen, die im schwierigen Jahr 2065 leben, in dem das Klima unangenehm, die Nahrungsmittelsituation nicht optimal und auch die Möglichkeiten, seinen Unterhalt durch selbsttätige Arbeit zu gestalten, eher gering sind; oder warum Emil nicht schneller daran denkt, seinen Fehler zu korrigieren und nochmals zu reisen?

Aber trotzdem gelingt es dem Autor, mit seiner liebenswerten Figur und der packenden Handlung, über diese Schwächen der Geschichte hinweg zu täuschen. Große Stärke Payets sind die verstörenden Bilder, die er beim Leser hervorzurufen vermag. Vor allem das Abenteuer Emils und Alaskas in der inzwischen größtenteils gefluteten Heimatstadt des Jungen, die dann auch noch von einem gewaltigen Tsunami überrollt wird, während die beiden Jugendlichen sich dort aufhalten, ist zu diesem Punkt hervorzuheben. Ein wunderbares Jugendbuch von genau der richtigen Länge (oder besser Kürze, denn es hat nicht einmal 200 Seiten), so dass hier keinerlei Langeweile oder Überdruss aufzukommen vermag.

Copyright © 2015 by Gunther Barnewald

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