Blütenmenüs – Der Garten bittet zu Tisch

Martina Kabitzsch
Blütenmenüs – Der Garten bittet zu Tisch

Jan Thorbecke Verlag, Ostfildern, 01/2011
HC, Sachbuch, Garten, Essen & Trinken
ISBN 978-3-7995-3548-9
Titelfoto und Fotos im Innenteil von Nikolaus Becker
Historische Abbildungen aus den Beständen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart

www.thorbecke.de
www.manufaktur-von-blythen.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Jeder hat Freude an der Blütenpracht, die sich im Frühling entfaltet – in der freien Natur und in den Gärten. Denkt man an Blumen, hat man sogleich gepflegte Rabatte, Kübel, Balkonkästen und Töpfe, aber auch Vasen mit schönen Arrangements vor dem inneren Auge. Dass zahlreiche dieser Ziergewächse auch den Speisezettel bereichern können, wissen jedoch nur die wenigsten. Viele Nutzpflanzen, die noch die Großmütter kannten und in der Küche verwendeten, sind in Vergessenheit geraten – ein Wissen, das in anderen Ländern (z. B. Frankreich) hoch gehalten wird und dessen Anwendung die meisten Touristen immer wieder verblüfft. Martina Kabitzsch gibt in „Blütenmenüs – Der Garten bittet zu Tisch“ ihre Erfahrungen mit der Blütenküche an interessierte Leser weiter.

In der „Einführung in die Blütenküche“ schildert die Autorin ausführlich, wie man die Blüten für den Gebrauch vorbereitet und nennt Basisrezepte für Blüten in Essig, Öl, im Salat, im Getränk etc. Danach werden zehn verzehrbare Arten, die jeder kennt – nur ebene nicht unbedingt in der Küche – vorgestellt: „Orangenblüten, Veilchen, Rosen, Lavendel, Nelken, Lilien, Pelargonien, Hibiskus, Dahlien und Chrysanthemen. Dabei sind einige davon im regelmäßigen Gebrauch. Lavendel als Bestandteil der Kräuter der Provence-Mischung, kandierte Veilchen auf edlen Torten und Konfektsorten, sowie Rosen- und Hibiskusblätter in Süßspeisen und Getränken (Tee) dürften jedem geläufig sein. Wer sich für exotische Gerichte begeistert, hat vielleicht auch schon ein Dessert oder einen Kuchen mit Rosen- bzw. Orangenwasser ‚parfümiert‘ (Indien) oder Lilienblüten ins Pfannengericht gegeben (China). Ansonsten ordnet man die Blüten eher dem Bereich Parfüm und Kosmetik zu.

Jeder Pflanze widmet die Autorin einen detaillierten Informationsteil. Unter „Historisches zur Blüte“ erfährt man, vorher sie stammt, wie sie nach Europa/Deutschland gelangte, welche Mythen und Märchen sich um sie ranken, was der Volksmund erzählt u. v. m. Die „Traditionelle Verwendung in der Küche“ nennt die hauptsächlichen Anwendungsmöglichkeiten. Der jeweilige Rezeptteil präsentiert sich phantasievoll, international und sehr abwechslungsreich. Süßes und Pikantes ist als Vorspeise/Beilage, Hauptgericht, Dessert, Gebäck und Getränk vertreten: „Möhrensalat auf marokkanische Art“, „Heiße Schokolade mit Veilchen“, „Rosen-Marzipantorte mit verzuckerten Rosenblüten“, „Lavendel-Lauchtarte“, „Käsevariationen mit Senffrüchten und Nelkenblüten“, „Bouillon mit Taglilienblüten“, „Lammfilet mit Minzpelargoniensauce und Kartoffelpüree“, „Mangocreme mit Hibiskusblüten“, „Zanderfilet an Dahlienschaum mit Rösti“, „Frittierte Chrysanthemenbüten“ u. a. m.

Es folgen einige Erläuterungen zur Kultivierung der Pflanzen im Garten mit Hinweisen zu verschiedenen Unterarten, auch welche sich besonders für die Küche eignen, der Auswahl des Standorts, der Pflege, der Blütezeit und Ernte. Der Anhang zählt weitere essbare und heilkräftige Pflanzen auf, es werden Bezugsquellen genannt, und auf weiterführende Literatur wird hingewiesen. Zu jedem Rezept gibt es einige einleitende Worte, eine Zutatenliste und eine nachvollziehbare Anleitung. Lecker und dekorativ ist beispielsweise die „Blütenbutter“, die auf dem Prinzip der Kräuterbutter basiert: 1 gute Handvoll Blüten, etwas Zitronensaft und Salz für die pikante oder etwas Puderzucker bzw. Sirup für die süße Variante unter 200 g zimmerwarme Butter rühren. Die Butter in ein Schälchen streichen oder mit Hilfe von Alufolie zu einer Rolle formen. Vor dem Servieren 24 Stunden kalt stellen. Abgerundet wird mit zahlreichen, sehr schönen Farbfotos von den Blumen und den Speisen sowie mit historischen Abbildungen. Die Bilder haben wenigstens Kreditkartengröße oder nehmen eine ganze Seite ein.

Alles in allem ist „Blütenmenüs“ ein rundum gelungenes, informatives Buch, das fast schon Bildbandqualität erreicht. Die Erläuterungen und Gartentipps lesen sich interessant und laden zum Ausprobieren, die Rezepte zum Nachkochen ein. Wer Abwechslung auf seinen Speiseplan bringen und dabei auch das Auge mit essen lassen möchte, wird viel Freude an diesem Titel haben.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
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PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Martina Kabitzsch – Blütenmenüs. Der Garten bittet zu Tisch.

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