Das Römer-Kochbuch

das-romer-kochbuchEdgar Comes
Das Römer-Kochbuch

Verlag FEL!X, Wintrich, & J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 11/2008
HC, Sachbuch, Essen & Trinken, Esskultur, Geschichte
ISBN 9783867380287
Titelmotiv von Edgar Comes
Foto im Innenteil von Jens Christoph, Foodstyling von Markus Plein

www.felix-ag.de
www.neumann-neudamm.de
www.milites-bedenses.de, edgar.comes@t-online.de

Je moderner unsere Gesellschaft wird, desto größer ist auch das Interesse, die Vergangenheit wieder auferstehen zu lassen. Nicht umsonst hatten gerade Mittelaltermärkte in den letzten zwanzig Jahre großen Zulauf, und immer mehr Menschen bekamen Spaß daran, eine bestimmte Epoche umfassend zu erleben. Dazu gehört natürlich auch das leibliche Wohl.
Um das Erlebnis von Märkten und Archäologieparks nach Hause zu holen, erschienen immer wieder entsprechende Bücher – die einen mehr wissenschaftlich, die anderen mehr praktisch veranlagt.

Vielleicht ist „Das Römer-Kochbuch“ nicht eines der ausführlichsten zum Thema Speis’ und Trank, aber gerade für den interessierten Laien eines der brauchbarsten. Der Autor Edgar Comes führt nicht nur in den Lebensstil der Epoche ein, sondern präsentiert auch eine ganze Reihe von leicht und schnell nachkochbaren Gerichten, für die man gar nicht einmal so viele außergewöhnliche Zutaten braucht. Das meiste kann man sogar in Supermärkten, Reformhäusern und Asia-Läden erwerben. Den Rezepten vorangestellt ist eine Einführung in die römische Kultur. Wie sah der Tagesablauf der meisten Römer aus, und was nahmen sie wann eigentlich zu sich und in welcher Weise?

Auf welche Nahrungsmittel hatten die Menschen in der Antike schon Zugriff und welche kannten sie noch nicht, weil sie entweder von anderen Kontinenten stammten wie Kartoffeln und Tomaten oder aber nicht so einfach herstellbar waren wie Kristallzucker? Statt dessen nahmen die Römer Süßmost oder Passum (eine pürierte Mischung aus Rosinen und Rotwein). Er klärt auch auf, dass man für die allseits beliebte Fischsauce, die selbst in süßen Gerichten nicht fehlen darf, lieber auf thailändische oder chinesische zurückgreifen soll, als sich selbst daran zu versuchen.

Die Gerichte sind in drei Bereiche aufgeteilt.
„Gustationes,“ also die Vorspeisen, beinhalten zum Beispiel eine Käse-Knoblauch-Kräuter-Paste“, die zum Brot gereicht wird und einfach nur aus 500 g Feta, 4 – 5 Knoblauchzehen, 2 – 3 Stängeln Sellerie, ½ Bund frischem Koriander, 1 – 2 Ästen Weinraute, Olivenöl, Weinessig, Salz und schwarzem Pfeffer besteht, aber auch verschiedenen Sorten gefüllter, hart gekochter Eier, Salaten, einem Spargelauflauf oder Aprikosen mit Fischsauce, Passum und Kräutern. „Additionen“ sind die Beilagen zu den Fleischgerichten. Das können z. B. Rote Beete mit Lauch sein, Erbsen auf indische Art, verschiedene Bohnentöpfe, Gemüsezwiebelzubereitungen, Gerstengrütze oder gar Pilze. „Mensae Primae“, also die Hauptgerichte, bestehen aus Fleisch oder Fisch. Es können verschiedene Sorten von Frikadellen zubereitet werden, ein Auflauf von Seebarsch, Frikassees mit Früchten und Gemüse, „Numidisches Huhn“ oder die unterschiedlichsten Braten. „Dulcia“, die Desserts, runden das opulente Festmahl ab. Nicht alles davon ist unbedingt süß, sondern wird auch mit Gewürzen bearbeitet wie der Birnenauflauf mit Fischsauce, Pfeffer, Passum und Honig oder die Omeletts mit Milch.

Der Autor greift dabei auf antike Quellen von Cato dem Älteren, Vergil, Apicius, Columella oder Plinius dem Älteren zurück, die auch noch in einem eigenen Kapitel vorgestellt werden. Und hier wird auch die Intention von Edgar Comes sichtbar. Er hat bewusst eine Auswahl an Rezepten getroffen, die von jedem Haushalt schnell und einfach nachzukochen sind. Die Zutaten kann man überall in den Läden finden, und sie sind auch leicht zu ersetzen – so schlägt er vor, auf das überall erhältliche Fladenbrot zurückzugreifen, um es nicht unbedingt auch noch backen zu müssen.

Exotische und aufwendige Gerichte wird man so gut wie gar nicht in der Rezeptsammlung finden, aber das ist auch nicht einmal notwenig, da manche Kompositionen von Süß und Salzig auf den ersten Blick nicht unbedingt mit heutigen Essgewohnheiten zusammenpassen dürften. Das reich mit Bildmaterial und einfachen Beschreibungen versehene Buch lädt durch seinen Aufbau zum Ausprobieren ein und hilft durch ständige Aufmunterungen, über den eigenen Schatten zu springen und sich auf das Abenteuer ‚Essen und Genießen wie die Römer’ einzulassen.

Vielleicht bleibt manches Gericht ja nicht nur ein exotischer Partygag, sondern wird später auch als alltagstauglich in den allgemeinen Speiseplan aufgenommen, wenn man einmal auf den Geschmack gekommen ist. Die Auswahl ist jedenfalls gelungen, und für jedes ist etwas dabei. Für diejenigen, die die Gerichte auch noch im stilvollen Ambiente servieren wollen, hat der Autor Tipps und Adressen parat, bei denen man sich eventuell Geschirr und Brot beschaffen kann.

Damit ist „Das Römer-Kochbuch“ eine gelungene Sammlung von Gerichten, die man auch als Laie schnell und ohne Furcht umsetzen kann und das gleichzeitig Wissen über einen besonderen Aspekt der römischen Kultur vermittelt, ohne dabei zu ermüden oder zu langweilen. Es bietet auch Anregungen, um ein Fest oder ein Live-Rollenspiel auch geschmacklich atmosphärischer zu gestalten und wird dadurch vielseitig verwendbar. Es lohnt sich also durchaus, mehr als einen Blick in das Buch zu werfen. (CS) (3xPRT)

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