Der Geschmack der Kindheit – Die besten Rezepte von früher

Magda Drostel
Der Geschmack der Kindheit – Die besten Rezepte von früher

Jan Thorbecke Verlag der Schwabenverlag AG, Ostfildern, 09/2011
HC mit Schutzumschlag
Sachbuch, Essen & Trinken
ISBN 978-3-7995-0709-7
Titel- und Innengestaltung von Finken & Bumiller, Stuttgart/Saskia Bannasch

www.thorbecke.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Auch wenn man das Elternhaus verlassen und vielleicht eine eigene Familie gegründet hat, so denkt man immer gern an früher zurück, an schöne Erlebnisse – aber auch an besondere Gerichte, wie sie nur die Mutter oder die Großmutter gekocht haben. In den Kochbüchern findet man oft ähnliche Rezepte, aber meist fehlt eine ganze spezielle Zutat oder ein bestimmter Trick, so dass das Resultat eben nur ‚ähnlich„ ist. Magda Drostel sammelte für „Der Geschmack der Kindheit“ eine Vielzahl Rezepte, an die sie sich gern erinnert und die sie auch für ihre Familie auf den Tisch bringt. Man findet „Herzhafte Gerichte“ und „Süße Gerichte“, die aus nahezu allen Regionen Deutschlands stammen und sogar einen ersten Hauch von Exotik spüren lassen durch für die Nachkriegszeit ungewöhnlichen Zutaten wie Paprika-Gemüse.

Hier einige Beispiele: „Fränkische Hochzeitssuppe“, „Schlesisches Himmelreich“, „Himmel und Erde“, „Gefüllte Paprikaschoten“, „Pilzgulasch mit Semmelknödel“, „Zwiebelkuchen“, „Saure Kutteln“, „Rinderrouladen“, „Herzdriggerte“, „Labskaus“, „Zwetschgenknödel“, „Ofenschlupfer“, „Strietzel“, „Waffeln“ u. v. m. Anhand dieser Auswahl wird deutlich, dass es sich um bodenständige Gerichte ohne aufwändigen, überflüssigen Schnickschnack handelt, die z. T. aus der Notwendigkeit entstanden, mit wenigen Mitteln eine Familie satt zu bekommen. Kochzeiten, Kalorien, Vitamine und was noch alles das heutige Kochen bestimmt, war damals kein Thema – und vieles hat man wiederentdeckt, da es die gegenwärtigen gesundheitlichen Ansprüche erfüllt. Die meisten Namen klingen vertraut; man hat diese Speisen gegessen oder zumindest von ihnen gehört, und man findet sie auch in bürgerlichen und regionalen Kochbüchern.

„Karthäußerklöße“ galten einst als Fastenspeise und eignen sich sehr gut für die Resteverwertung: Für 4 Personen benötigt man 8 – 10 altbackene Milchbrötchen. Sie werden halbiert, die dunkle Kruste wird abgerieben, dann legt man die Semmelhälften nebeneinander in die Fettpfanne oder eine andere höhere Backform. 600 ml Milch mit 3 Eigelb, 50 g Zucker, 1 Pr. Salz verquirlen und über die Semmeln gießen. Diese eine Weile ziehen lassen und einmal umdrehen, damit sie sich gleichmäßig voller Milch saugen können. 3 Eiweiß mit 2 EL Wasser verquirlen, die geweichten Semmeln erst darin, danach in den abgeriebenen Bröseln wenden, in heißem Butterschmalz von allen Seiten goldgelb backen, in Zimtzucker wälzen und servieren. Dazu reicht man Vanille- oder Weinschaumsauce.

Jedes Rezept wird kurz vorgestellt, manchmal mit einigen persönlichen Anmerkungen der Autorin versehen. Es folgt eine blaue („Herzhafte Gerichte“) oder rote („Süße Gerichte“) Zutatenliste mit Personenangabe. Die Arbeitsschritte sind als Fließtext gedruckt, durch blau bzw. rot unterlegte Zahlen kenntlich gemacht. Die Anleitungen sind kurz, präzise und leicht nachvollziehbar. Ab und zu gibt es einen Tipp, mit was sich das Gericht kombinieren oder wie es sich abwandeln lässt. Zu fast allen Gerichten gibt es ein appetitliches Farbfoto, das eine halbe oder eine ganze Seite einnimmt.

Zweifellos werden bei jedem bereits beim Durchblättern liebe Erinnerungen wach: Man entsinnt sich der Spaziergänge mit der Mutter zum Milchmann, der eine große Plastikkanne mit Milch füllte, an die kleinen, viereckigen Kaubonbons, die die Verkäuferin den Kindern immer zusteckte, an die Stunden, die die Mutter in der Küche stand, um Suppenknochen und Fleisch zu kochen, frisches Gemüse und Salat vom Markt zubereitete und wie man dann im Familienkreis in der engen, warmen Küche am Tisch saß, Graupensuppe, Frikadellen und Kartoffeln etc. verzehrte …

„Der Geschmack der Kindheit“ ist ein sehr schönes Kochbuch, das zwar i. d. S. keine neuen Rezepte bietet, aber nachdem man eine Weile experimentiert hat, kommt man fast immer auf Bewährtes zurück – darunter „Die besten Rezepte von früher“.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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