Allesfresser – Lisa Nerz 11

Christine Lehmann
Allesfresser
Lisa Nerz 11

Argument Verlag, Hamburg, 03/2016
TB, ariadne krimi 1211, 9783867542111, 252/1200
Titelgestaltung von Martin Grundmann unter Verwendung eines Motivs von scusi – fotolia.com

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allesfresser

Oberstaatsanwalt Richard Weber wird an einen Tatort gerufen. Zufällig wurden die Überreste eines Menschen entdeckt, professionell zerstückelt, abgepackt und etikettiert für den Lebensmittelhandel. Schnell geklärt ist die Identität des Toten: Es handelt sich um den vermissten Fernsehkoch Hinni Rappküfer.

Für Lisa Nerz ist es ganz selbstverständlich, den Mann, der ihr einen unkonventionellen Heiratsantrag gemacht hat, mit ihren Recherchen zu unterstützen. Über den Blog einer Veganerin nimmt sie die Spur auf und infiltriert die Szene. Allerdings sind diese Leute extrem misstrauisch, und so endet eine Aktion, bei der Polizeipferde befreit werden sollten, für Lisa beinahe tödlich, denn einer ihrer Kameraden legt im Stall ein Feuer und verriegelt das Tor …

Zwar kommt der 11. „Lisa Nerz“-Krimi auf rund 250 Seiten, aber die eigentliche Handlung nimmt etwa nur die Hälfte des Buchs ein, da viele Seiten auf Einschübe entfallen, in denen eine Veganerin via Blog ihre Motivation erklärt, was das eigentliche Geschehen kaum voran bringt. Infolgedessen ist die Geschichte nicht so komplex und verschlungen, wie man es von den anderen Romanen um die toughe Journalistin gewohnt ist.

Sehr direkt ermittelt die Protagonistin und ist quasi schon von Beginn an auf der richtigen Spur, wenngleich der Mörder erst später in persona auftaucht und sich die Irrungen und Wirrungen stark in Grenzen halten. Auch die scheinbare Nebensächlichkeit, der Heiratsantrag, wird strikt durchgezogen, gleichfalls ohne viel Trara und garniert mit ein paar witzigen Momenten. Unter diesen Umständen wundert es nicht, dass sich die lesbischen Abenteuer auf eine winzige Szene mit einer einstigen Flamme beschränken.

Man hat den Eindruck, dass es der Autorin weniger um eine spannende und teilweise amüsante bzw. homoerotische Story ging als um eine Analyse des aktuellen Trends der veganen Ernährung. Es gelingt Christine Lehmann, eine Wertung größtenteils zu umgehen und dies dem Leser zu überlassen, der das Pro in Blog-Form und das Kontra in der laufenden Handlung serviert bekommt. Indem sie den übersteigerten Enthusiasmus und Missionierungswille der Veganer hervorhebt, die auch vor kriminellen Aktionen nicht zurückschrecken, macht sie letztendlich ihre persönliche Einstellung deutlich.

Man fühlt sich von „Allesfresser“ gut unterhalten, aber der Krimi ist schnell gelesen und wirkt dünn, da er nicht die Tiefe der Vorgängerbände aufweist und leider weit entfernt ist von den schwer zu toppenden Highlights wie „Lisa Nerz 9: Malefizkrott“ oder „Lisa Nerz 10 ½: Die Affen von Cannstatt“ (auf dessen Handlung an einigen Stellen Bezug genommen wird).

Copyright © 2016 by Irene Salzmann (IS)

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