Blutstein

Johan Theorin
Blutstein
Öland 3

Blotläge, Schweden, 2010
Piper Verlag, München/Zürich, Nachdruck: 05/2012
TB, Krimi
ISBN 978-3-492-27448-7
Aus dem Schwedischen von Kerstin Schöps
Titelgestaltung von Cornelia Niere unter Verwendung eines Fotos von Chris Strong/Getty Images

www.piper.de
www.johantheorin.co.uk

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Mit „Blutstein“ führt Johan Theorin seine Leser zum dritten Mal auf die schwedische Insel Öland – und in eine Krimihandlung hinein. „Blutstein“ setzt das Jahreszeiten-Quartett des Autors fort, das mit „Öland“ (2007, deutsch als gebundene Ausgabe 2008 bzw. als Taschenbuch 2009, Piper Verlag) und „Nebelsturm“ (2008, deutsch als gebundene Ausgabe 2009 bzw. als Taschenbuch 2011, Piper Verlag) begann. „Öland“ spielt im Herbst, „Nebelsturm“ in den Monaten Oktober bis Dezember und „Blutstein“ konsequenterweise im schwedischen Frühjahr.

Drei Familien bestimmen den Roman. Der pensionierte Kapitän Gerlof Davidsson (der bereits in „Öland“ und „Nebelsturm“ wichtige Rollen spielte) verlässt das Altersheim und zieht in sein Sommerhaus in Stenvik. Per Mörner zieht auch nach Stenvik, in ein kleines Häuschen am Rand des Steinbruchs, das er geerbt hat, und zwar mit seinen beiden Kindern und später auch seinem Vater. Ein im Vergleich zu dem von Gerlof Davidsson ungleich luxuriöses Sommerhaus haben sich dagegen der Autor Max Larsson und seine Ehefrau Vendela gebaut. Das Ehepaar Marie und Christer Kurdin bewohnt ein ähnliches Haus, spielt aber eine Nebenrolle, bis es Per Mörner gegen Ende des Romans eine entscheidende Information liefert. Zunächst hält sich Pers Vater, Jerry Morner (ja, die Schreibweise ist korrekt), gar nicht in Stenvik auf. Ein konfuser Anruf bringt Per dazu, nach seinem Vater zu suchen – und er kann ihn retten, bevor sein Filmstudio in Flammen aufgeht (und zwei Menschen getötet werden). Die Ermittlungen überlässt Per Mörner der Polizei. Erst nach dem Mord an seinem Vater – und nach etwa zwei Dritteln des Romans – schaltet er sich selbst ein. Und scheucht den Mörder mehr oder minder per Zufall auf.

„Blutstein“ ähnelt in mancher Hinsicht dem vorangegangenen „Nebelsturm“. Auch „Blutstein“ konzentriert sich mehr auf die authentische und atmosphärisch dichte Darstellung von Charakteren, Einzelschicksalen und Schauplätzen (sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart) als auf eine Krimihandlung. Aufgrund der zahlreichen Protagonisten ergeben sich regelmäßige Wechsel der Erzählperspektiven. Das Motiv für den Mord an Jerry Morner und für die vorherigen mutet immerhin plausibel an. Der Angriff des Mörders auf Per Mörner ist dagegen wohl eher den Konventionen des Genres geschuldet, denn mit den Geschäften seines Vaters hatte Per nichts zu tun.

In „Blutstein“ führt der Autor ebenfalls ein fantastisches Element ein, das gegen Ende des Romans in das Rationale gerückt wird. In „Nebelsturm“ war es der Fluch des Hof Åludden, der angeblich für zahlreiche Todesfälle in der Vergangenheit verantwortlich war; in „Blutstein“ sind es – Elfen und Trolle, die Münzen, Schmuck u. a. entgegennehmen, wieder verschenken und Wünsche erfüllen (mitunter mit fatalen Folgen). „Blutstein“ wird Krimi-Leser möglicherweise enttäuschen, weist aber durchaus andere Stärken auf. Einerseits zeigt sich Johan Theorin als souveräner und routinierter Autor, sowohl was den sorgsamen Aufbau der Familiengeschichten und ihre Verbindungen untereinander als auch seinen Stil angeht. Andererseits überrascht und irritiert es schon, dass er in einigen Aspekten seinem vorangegangenen Roman „Nebelsturm“ folgt. Für sich betrachtet ist „Blutstein“ ein guter Roman, was sich erst  im Vergleich zu den ersten Romanen des Autors relativiert.

Ist Johan Theorin vielleicht doch kein so souveräner Autor, wie es nach „Öland“ und „Nebelsturm“ zunächst erschien?! Oder folgt er nur legitimen Methoden im literarischen Geschäft?! Denn das Autoren ihre Motive und Plots in weiteren Werken kopieren, ist nicht unüblich, sei es aus Unerfahrenheit, Unkreativität, Mutlosigkeit und Unsicherheit, auch was den kommerziellen Erfolg ihrer Romane angeht.

Copyright © 2015 by Armin Möhle (armö)

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