Das 5. Gebot

Nika Lubitsch
Das 5. Gebot

Print!t/UvR Unternehmensberaten + Verlag, Berlin, 05/2013 im Vertrieb
der Münchener Verlagsgruppe GmbH, München, 05/2013
PB
Krimi
ISBN 978-3-86882-465-0
Titelgestaltung von Hanspeter Ludwig

www.imaginary-world.de
www.muenchener-verlagsgruppe.de
http://nikalubitsch.blog.de
www.facebook.com/NikaLubitsch

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Vicky und George McIntosh sind glücklich verheiratet. Da dem Banker ein karrierefördernder Job in Berlin offeriert wurde, gab Vicky ihre Stelle als Anwältin auf – die beiden wollen ohnehin ein Baby -, und das Paar zog von London in die deutsche Hauptstadt. Während des Joggens in einem Park entdeckt Vicky eine Frauenleiche. Das Schlimmste daran ist, dass die Tote ihr wie aus dem Gesicht geschnitten scheint, ja, ihre Zwillingsschwester hätte sein können, doch Vicky ist, soweit sie weiß, das einzige Kind ihrer Mutter und ihres damals schwer kranken und schon vor ihrer Geburt verstorbenen Vaters. Der Schock ist so groß, dass sie davonläuft, bevor die Polizei am Tatort eintrifft.

Danach geht es Schlag auf Schlag: In das Haus ihrer Mutter wird eingebrochen. Wenige Stunden später erliegt sie ihren schweren Verletzungen im Krankenhaus. Da George nach der Beerdigung zurück nach Berlin muss, bleibt Vicky allein in Branksome, um den Haushalt aufzulösen und das Haus zu verkaufen. Zufällig stößt sie auf ein Album mit alten Fotos und einem in Venezuela ausgestellten Pass ihrer Mutter, was Vicky seltsam findet, da sie als Kleinkind mit der Mutter in Goa war, aber niemals in Südamerika. Auf dem Weg zu ihrer Freundin Celia versagen die Bremsen von Vickys Auto, und nur mit viel Glück überlebt sie den Unfall. Kurz darauf schleicht ein Unbekannter in ihr Krankenzimmer und injiziert etwas in den Beutel ihres Tropfs, dessen Kanüle sie zuvor wegen der Schmerzen heimlich aus dem Handrücken gezogen hat.

Für Vicky steht fest, dass diejenigen, die ihre Mutter ermordet haben, auch sie umbringen wollen – aber warum? Sie flieht aus der Klinik und taucht bei Leo, ihrem homosexuellen Kumpel aus der Studentenzeit, unter, der ihr hilft, die Identität ihrer mutmaßlichen Schwester herauszufinden und sie nach einem neuerlichen Anschlag nach Lyon bringt, wo sie mit Hilfe von Isabelle Girards Verlobten Dominique Durand einen Teil des Rätsels lösen kann. Doch noch immer sind die Unbekannten hinter Vicky her, sodass die Flucht weitergeht, zurück nach Berlin, wo die letzten Puzzlestücke zu suchen sind: Warum soll sie sterben, und wer will ihren Tod? Obendrein sorgt sich Vicky um George, von dem sie seit seiner Abreise nichts mehr gehört hat, der weder an sein Handy geht noch auf die Nachrichten reagiert, die sie auf den Anrufbeantworter in ihrer Wohnung spricht …

Nach „Der 7. Tag“ ist „Das 5. Gebot“ der zweite Krimi aus der Feder von Nika Lubitsch. Auch hier spielt die Handlung überwiegend in Berlin, der Heimat der Autorin, an realen Schauplätzen und vor geschichtsträchtigen Kulissen, auch wenn der spannende Fall reine Fiktion ist. Wieder bedient sie sich kurzer Kapitel, die diesmal dem Ort oder der Person zugeordnet wurden, um die es auf den jeweiligen Seiten geht. Zunächst liest sich das etwas verwirrend, weil man nicht gleich die Zusammenhänge herstellen kann, doch ahnt man, dass sie Bestandteile des komplizierten Puzzles sind, das sich nach und nach zu einem Bild formt. Tatsächlich erlauben diese Passagen reichliche Spekulationen, die jedoch in die falsche Richtung führen, bis die Hinweise konkreter werden.

Infolgedessen wirkt der Beginn ein bisschen zäh, doch ab Leos tatkräftiger Mithilfe nimmt die Handlung richtig Fahrt auf, und die relevanten Puzzlestücke werden auf den Tisch gelegt, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte, bevor die letzte Seite umgeblättert und alle Geheimnisse enthüllt wurden. Letztendlich breitet sich vor dem Leser ein furchtbares Familiendrama aus, in das zwei bis dahin unbeteiligte Frauen verwickelt wurden. Im Gegensatz zu Hauptfigur Vicky weiß der Leser immer ein bisschen mehr. Beispielsweise erfährt er durch die regelmäßigen Szenenwechsel von Georges Schicksal und den Aktivitäten weiterer wichtiger Personen, die teils Vickys Tod planen, sie teils beschützen wollen. Ein wenig verwundert es schon, wie lange die Protagonisten brauchen, bis sie begreifen, wie groß die Gefahr ist, in der sie schweben, und dass sie durch ihr unüberlegtes Verhalten den Auftragsmördern sogar noch in die Hände spielen. Nur eine Person bewahrt Ruhe und Übersicht, hat die Mittel zu helfen und wird schließlich zum kleinen deus ex machina.

So endet das Buch, in dem auf unnötiges Morden verzichtet und getötet wurde, bevor man als Leser eine Beziehung zu diesen Figuren aufbauen konnte, wie man es sich letztendlich gewünscht hat: Alle offenen Fragen wurden auf interessante Weise beantwortet, und auf die spannende Hetzjagd folgte das glückliche Happy End, das man den sympathischen Figuren gönnt. Es fällt dabei auf, dass Nika Lubitsch einen ganz bestimmten Frauen-Typ in den Mittelpunkt rückt. Ob in „Der 7. Tag“ oder in „Das 5. Gebot“ („Du sollst nicht töten.“), es sind stets attraktive Frauen in den späten Dreißigern, die eine harmonische Ehe mit einem gutaussehenden, erfolgreichen Mann führen, selbst auf eine großartige Karriere zurückblicken und durchaus begütert sind. Diese Frauen sind an einem Punkt angelangt, an dem sie sich entscheiden müssen, ob sie ihren Beruf, den sie lieben, weiter ausüben oder die Ehe mit einem Kind krönen wollen. Keine kann sich, anders als die meisten Freundinnen, vorstellen, Erfüllung im Wechseln von Windeln und dem Umrühren von Babybrei zu finden, sodass sie zwischen persönlichem Egoismus und der Angst vor später Reue schwanken. Ob man hier einen autobiografischen Einfluss vermuten darf?

„Das 5. Gebot“, ursprünglich als eBook und nun auch als Print erschienen, ist ein packender Krimi voller Überraschungen mit sympathischen Handlungsträgern. Nika Lubitsch spult ihre Geschichte routiniert ab und zieht den Leser durch einen angenehmen Schreibstil und genau die richtige Menge an Spannung, Drama und Enthüllung in den Bann. Schätzt man nachvollziehbare, niveauvolle Storys um toughe Frauen, wird man viel Spaß an der Lektüre haben und sich schon auf „Kudamm 216: Erbsünde“, das November 2013 erscheinen soll, freuen.

Copyright © 2013 by Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei eBook.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.