Das Kind

Sebastian Fitzek
Das Kind

Droemer Knaur, München, 1/2008
HC, Psychothriller, 978-3-426-19782-0, 394/1695
Titelgestaltung von ZERO Werbeagentur, München
www.droemer-knaur.de/
www.sebastianfitzek.de/
(sfbentry)

Rechtsanwalt Robert Stern wird von der befreundeten Krankenschwester Carina zu einem Abrissgelände bestellt, wo Stern auf den zehnjährigen Simon Sachs trifft. Simon hat einen inoperablen Gehirntumor und möchte Robert als seinen Anwalt engagieren, denn er ist felsenfest davon überzeugt, dass er in einem früheren Leben – genauer gesagt: vor fünfzehn Jahren einen Menschen mit dem Beil erschlagen hat. Die Leiche dieses Mannes soll auf diesem Abrissgelände zu finden sein, und tatsächlich stößt Robert Stern auf den halbverwesten Körper des Opfers.

Für die Polizei gehört Stern zu den Hauptverdächtigen, da ihm aber nichts bewiesen werden kann, wird er entlassen. Zu Hause findet er eine DVD, auf der er sieht, wie sein eigener neugeborener Sohn vor zehn Jahren an plötzlichem Kindstod stirbt. Kurz darauf begegnet er einem zehnjährigen Jungen mit einem identischen Feuermal auf der Schulter bei einem Kindergeburtstag. Lebt Felix etwa noch?

Ein Unbekannter behauptet dies und fordert Robert Stern auf, den Fall von Simon Sachs zu übernehmen und den wahren Täter zu finden. Erst dann bekäme er die Adresse des Jungen, der angeblich der Sohn des Rechtsanwaltes ist. Ab da beginnt für Robert Stern ein nicht enden wollender Albtraum, der ihn in die Abgründe der menschlichen Seele führt…

Es ist wirklich nicht verwunderlich, dass die Romane von Sebastian Fitzek auf den Bestsellerlisten landen und auch im Ausland enormen Absatz finden. Der Spannungsaufbau, die einfühlsame Charakterisierung der Personen, sowie die aufwändige und gewissenhafte Recherche sind die Ingredienzien für diesen Psychothriller der Superlative aus der Feder von Sebastian Fitzek.

Wie schon in seinem Debüt-Roman „Die Therapie“ hat auch der Protagonist des vorliegenden Textes, der Anwalt Robert Stern, mit dem Verlust seines Kindes zu kämpfen. Ein beliebtes zentrales Thema, welches Fitzek immer wieder aufgreift, es aber in der jeweiligen Umsetzung derart geschickt zu variieren versteht, dass keine Langeweile aufkommt.

Bemerkenswert ist der minimalistische Stil, den der Autor pflegt und der das Buch so überaus kurzweilig gestaltet. Fitzek hält sich nicht mit ausschweifenden Beschreibungen der Umwelt auf, sondern berichtet nur über das, was für die Story und somit für den Leser von Belang ist. Dabei hebt sich der Spannungsbogen immer wieder an, um dem Publikum eine erneute Überraschung zu präsentieren. Auch das Ende ist dem Schriftsteller äußerst gut gelungen und die Geschichte löst sich schlüssig und nicht allzu kitschig auf, so dass der Realismus nicht durch ein arg strapaziertes Happy End leidet.

Allerdings sollte man bei der Lektüre des Buches starke Nerven haben, denn gerade die Passagen, in denen es über Pädophilie und Kinderhandel geht, sind nichts für zarte Gemüter. Dabei quält Fitzek seine Leser nicht mit grausigen Darstellungen sondern allein durch die Einblicke in eine Szene, welche von kranken Individuen bevölkert wird, von denen es mehr gibt, als man gemeinhin annehmen dürfte.

Die Umschlaggestaltung des Hardcovers passt hervorragend zu dem Roman und vermittelt einen düster-romantischen Eindruck. Besonders eindrucksvoll wirkt der Titel, der sich aus den dunklen Wolken herausschält. Das Buch selbst wurde auf hochwertigem, stabilem Papier gedruckt, und die Bindung des Romans leidet auch nach mehrmaligen Lesen nicht.

Der dritte Roman des Bestseller-Autors Sebastian Fitzek steht seinen Vorgängern in Sachen Spannung, Charakterdarstellung, Dramatik und Handlung in nichts nach, übertrifft sie in einigen Punkten sogar noch. Der Roman führt den Leser in eine düstere Welt, die wegen ihrer Authentizität so bedrohlich wirkt.

„Das Kind“ ist ein rasanter und flüssig geschriebener Trip in die Abgründe der menschlichen Seele, der den Leser erst loslässt, wenn dieser am Ende angekommen ist. (FH)

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