Der Kohlfuchs

Christian Oehlschläger
Der Kohlfuchs

Mendelski & Schnur 2
Verlag J. Neumann-Neudamm, Melsungen, 2. korrigierte Auflage: 2007, Originalausgabe: 11/2006
HC, Krimi, 978-3-7888-1093-1, 282/1495
Titelgestaltung von neue formen Werbeagentur, Kassel
www.neumann-neudamm.de
www.christian-oehlschlaeger.de

Nach Löscharbeiten in einem Wäldchen wird eine verkohlte Leiche gefunden. Pikanterweise trägt der Tote Handschellen, wie man sie in jedem Sex-Shop bekommen kann. Schnell wird die Identität des Mannes geklärt. Jens Wingenfelder, ein passionierter Jäger, hinterlässt Frau und zwei Kinder. Niemand kann sich einen Grund vorstellen, warum jemand Wingenfelder hätte töten wollen.

Allerdings haben Robert Mendelski und Maike Schnur, die ermittelnden Beamten, den Eindruck, als würde die Familie etwas verschweigen. Die Spuren führen zu Clemens Berger, einem Jagd-Freund des Toten. Tatsächlich besitzt dieser einen Jeep, wie ihn Zeugen in der Nähe des Tatorts gesehen haben wollen, doch ohne beschädigtes Rücklicht. Die Polizisten vermuten, dass der Wagen in der Zwischenzeit repariert und gewaschen wurde. Auch spricht für Berger als Verdächtigen, dass es zwischen den Männern ein merkwürdiges Zerwürfnis gegeben hatte.

Dann wird Berger Blut überströmt in seiner Wohnung aufgefunden, was alle bisherigen Theorien umwirft. Wer steckt wirklich hinter dem Mord und diesem neuerlichen Anschlag? Was hat Kersten, der Sohn des Toten, zu verbergen? Was wollen die Wingenfelder geheim halten?

Mit „Der Kohlfuchs“ legt Christian Oehlschläger seinen zweiten Krimi mit dem Ermittlerpaar Robert Mendelski und Maike Schnur vor. Als Setting wählte der Autor erneut die Region Hannover/Celle und das Jäger-Milieu, ohne jedoch einen wirklichen Jagd-Krimi zu verfassen. Es ist ein ganz normaler Fall, wie er sich überall und auch in anderen Kreisen hätte abspielen können. Daher muss man kein ‚Jägerlatein’ beherrschen, aber ein Glossar am Ende des Buchs erklärt die wenigen Fachbegriffe, die eingeflossen sind.

Viele Protagonisten treten auf und liefern mehr oder minder wichtige Puzzlestücke für das Gesamtbild. Es wird viel mit Zeugenbefragung und Theorie, weniger mit forensischen Methoden gearbeitet. Was die Polizei schließlich aufdeckt, mögen eingefleischte Krimi-Fans vielleicht geahnt haben, zumindest teilweise, denn am Schluss ist doch alles ein bisschen anders, und der glückliche Zufall, der auch den Titel gibt, hilft bei der restlosen Aufklärung.

Die Geschichte weist einige Längen auf wie beispielsweise die Szene im Fußball-Stadion, die keinerlei Einfluss auf die Handlung hat. Zwar nimmt der Autor immer wieder kurz Bezug auf das Thema, um mehr Lokalkolorit und vermutlich auch ein persönliches Anliegen einzubauen, aber das hemmt mehr, als es nützt. Auch wie leicht die Witwe und ein Journalist immer wieder den Beamten ein Schnippchen schlagen, um sich dem Tatort nähern zu können, überrascht und lässt die Polizisten wie Stümper erscheinen. An solchen Stellen wünscht man sich mehr Straffung und Realismus.

Abgesehen von solchen Kleinigkeiten bekommt man jedoch einen flüssig geschriebenen, unterhaltsamen, nicht zu grausamen Krimi geboten, der vor allem vom Lokalkolorit lebt. (IS)

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Der Kohlfuchs

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