Der Schrei des Lipizzaners

Isabella Trummer
Der Schrei des Lipizzaners
Inspektor Kammerlanders Vierter Fall

Molden Verlag
ISBN  978-3-85485-296-4
Krimi
Erscheinungsjahr: 2011
Umfang 312 Seiten
Hardcover

http://moldenverlag.styriabooks.at/
http://www.i-trummer.com/trummer/projekt01/index.php

Titel erhältlich bei buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Zum Autor:

geb. 1958 in Maria Lankowitz. Ausbildung zur Hauptschullehrerin in Graz. Unterrichtet als Diplompädagogin Englisch und Bildnerische Erziehung. Ausbildung zur Bildungs- und Schülerbe­raterin. Lebt in der Weststeiermark. Inspektor-Kammerlander-Krimis: „Unter der Oberfläche“, 2004, „Das dunkle Ende des Traums“, 2006, „Das Grab“, 2008.
(Quelle: Verlag)

Zum Buch:

In der beschaulichen Steiermark geht der Pferderipper um und macht auch nicht vor dem traditionsreichen Lipizzaner-Edelgestüt halt, wo unter Anderem auch die berühmten Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule gezüchtet werden. Pferden werden in der ganzen Gegend üble Verletzungen beigebracht. Und da es nun einmal in seinen Zuständigkeitsbereich fällt, bekommt Inspektor Kammerländer diesen Fall auch auf seinen Schreibtisch.

Doch dann wird eine Leiche gefunden, bzw. einer alten Dame wird von einer Katze, eigentlich eine Streunerin, die es sich bei der Rentnerin ab und zu gut gehen lässt und ihr dafür schon mal eine Maus „schenkt“, ein Finger vorgelegt. Die Leiche wird gefunden und es stellt sich heraus, dass es sich um einen aidskranken Fotografen und Werbegrafiker aus dem Ort handelt.

Und dieser hat unter Anderem auch für das Gestüt gearbeitet. Kammerlander lässt nicht locker und versucht, trotzdem die Gestütsbetreiber sich massiv dagegen wehren, eine Verbindung aufzudecken und es gelingt ihm. Auch wenn ein Schreiberling der lokalen Presse auf findigen, unehrenhaften Wegen sich Insiderwissen verschafft und so die Ermittlungen massiv erschwert.

Doch eine unscheinbare Fotografie führt auf die Spur der wahren Hintergründe…

Fazit:

Man mag glauben, ein österreichischer Krimi im Pferdemilieu, das ist nur was für Fans entweder des Landes oder der Materie. Weit gefehlt. Isabella Trummer versteht es, virtuos mit Worten eine so spannungsgeladene Athmosphäre zu schaffen, mit abrupten Schnitten den Leser von Klippen stürzen zu lassen, dass man teilweise wirklich vergisst zu atmen. Zumindest ist es mir so ergangen.

Es war eine Freude, mitzuraten, wer denn nun ein Interesse daran haben könnte, einen sowieso schon todkranken Mann umzubringen, es wurden einem ja auch genügt Verdächtige oder sich verdächtig benehmende präsentiert und dann auch das Interesse an dem Pferderipping.

Man fragt sich auch, wer der Briefeschreiber an seinen „Vater“ sein mag. Die Briefe werden immer wieder eingestreut, es ist von 10 Tagen die Rede, die ab einem bestimmten Zeitpunkt laufen. Das trägt dann noch zur Spannungssteigerung bei.

Und dann ist da die wirklich sehr sympathische Figur des Inspektor Kammerlander. Ein wenig schrullig, liebenswert aus meiner Warte, aber überaus clever. Und er hat ein Team aus einfachen Gemütern und Frauenhelden, wie es sich gehört, ein Querschnitt durch die Gesellschaft quasi. Und diese ganz unterschiedlichen Charaktere funktionieren so gut miteinander, dass am Schluss der Leser verblüfft ist, über die Art und Weise der Lösung und den Täter.

Für mich macht dieses Buch ein echtes Krimihighlight aus und ich finde, man könnte Isabella Trummer ruhig mehr Beachtung schenken neben all den etablierten Krimiautoren. Mir hat sie mehrere schöne, spannende Lesestunden beschert mit etlichen Aha-Effekten und einem Haufen Spannung.

Copyright © 2012 by Sabine Kettschau

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Inspektor-Kammerlander-Krimis:
Unter der Oberfläche (2004)  978-3-701-17674-8
Das dunkle Ende des Traums (2006) 978-3-701-17541-3
Das Grab (2008) 978-3-701-17630-4

Comments

  1. Vor dem Hintergrund, dass andere Krimiautoren einfach besser schreiben, muss Isabella Trummer meiner Ansicht nach noch lernen. Es fehlt der Feinschliff. Oft kann der Leser die agierenden Personen schwer zuordnen, weil nur zu kurze Sequenzen abgehandelt werden. Der Geschichte fehlt es zwar nicht an Authentizität, aber die vielen Verwicklungen lassen den Leser doch etwas verwirrt zurück.

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