Die Donnerstagswitwen

Claudia Piñeiro
Die Donnerstagswitwen

Originaltitel: Las viudas de los jueves
Metro – Spannungsliteratur im Unionsverlag
ISBN 978-3-293-00417-7
Spannungsroman / Krimi
Erschienen 2010
Aus dem Spanischen von Peter Kultzen
Umschlaggestaltung: Peter Löffelholz, Zürich
Umschlagbild: alexey_ds (istockphoto.com)
Hardcover, 316 Seiten

www.unionsverlag.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Claudia Piñeiro, Shootingstar der argentinischen Literatur, wurde 1960 in Buenos Aires geboren. Nach dem Wirtschaftsstudium wandte sie sich dem Schreiben zu, arbeitete als Journalistin, verfasste Theaterstücke, Kinder- und Jugendbücher und führte Regie fürs Fernsehen. Für Die Donnerstagswitwen erhielt sie 2005 den Premio Clarín, einen der wichtigsten argentinischen Literaturpreise. Alle ihre Romane sind auf den Bestsellerlisten zu finden und werden in viele Sprachen übersetzt.

Zum Buch:

„Wir wollten lieber eine Mauer. Das hält nicht bloß fremde Menschen fern. Wir brauchen auch nicht mehr zu sehen, was draußen los ist.“

„Die Donnerstagswitwen“ leben mit ihren Familien in Altos de la Cascada, einer in sich abgeschlossenen und eingezäunten Siedlung nahe Buenos Aires. Sie sind Donnerstagswitwen, da sich ihre Männer jeden Donnerstag ohne die Frauen treffen und dem Alkohol und Kartenspiel frönen. Eines Tages jedoch sind drei Frauen mehr als nur „Donnerstagswitwen“, denn die Leichen dreier Männer werden auf dem Grund eines Swimmingpools der Siedlung gefunden. An dieser Stelle beginnt die Autorin ihre Geschichte und entführt den Leser in Rückblicken in die Welt einer selbsternannten elitären Gesellschaft wie sie schauerlicher nicht sein könnte.

In Altos de la Cascada leben nur besondere Familien, die es sich leisten können in Sicherheit zu leben, Hauspersonal zu beschäftigen und Golf und Tennis zu spielen. Hier dreht sich alles nur um Luxus, Sport, Wirtschaft, den neuesten Klatsch und Tratsch. Frauen müssen hier nicht arbeiten, höchstens zum Vergnügen. Eine Ausnahme bildet Virginia, die als Immobilienmaklerin tätig ist und von deren Einkommen auch ihre Familie abhängig ist, nachdem ihr Mann Ronnie seine Arbeit verloren hat. Durch ihre Tätigkeit jedoch hat Virginia auch Einfluss darauf wer in Altos de la Cascada ein Haus erwerben kann. In der Gemeinschaft ist nämlich nicht jedermann gerne gesehen. Hautfarbe, Religion und andere Kriterien spielen hier durchaus eine Rolle.

Hinter der Fassade der einzelnen Familien der Siedlung sieht es meist anders aus als nach außen. Kinder sind nur nötig, weil man sie eben hat, Frauen werden geschlagen, die Sorgen und Nöte der Armen nur beachtet, weil man das eben als Pflicht ansieht. Der Schein trügt und als eine Wirtschaftskrise heraufzieht, geht es auch den Bewohnern des Countrys an die Tasche. Nun gilt es den Schein zu wahren, den Lebensstandard zu halten. Hierfür ist jedes Mittel recht. Man borgt sich untereinander Geld, tätigt Anschaffungen, die man sich eigentlich gar nicht leisten kann, fährt zur Arbeit, obwohl man eigentlich keine mehr hat und vieles mehr.

Die Autorin zeichnet hier ein Bild einer Gesellschaft, die nicht bereit ist Abstriche zu machen. Menschen, die in einer Realität weiterleben, die es gar nicht mehr gibt. Die Handlung und der Blick auf die Siedlung werden aus unterschiedlichen Perspektiven beschrieben. Zum einen erzählt Virginia aus ihrer Sicht und zum anderen berichten die Bewohner oder ein Teil der Bewohner des Countrys unter der Bezeichnung „Wir“. Die Erzählung ist detailliert und auf den Punkt gebracht und führt dazu, dass sich in den Augen des Lesers diese Gesellschaft selbst durch ihr Denken und Handeln bloßstellt. Und nach und nach führt die Handlung den Leser des Buches auch wieder zurück an den Anfang und damit zu den drei Leichen im Swimmingpool. Was sich hinter diesen Toten verbirgt ist dann der Gipfel der Oberflächlichkeit.

Die „Donnerstagswitwen“ ist ein gesellschaftskritisches Buch, dessen Handlung zwar in Argentinien spielt, sich aber so oder in ähnlicher Form überall in der Welt zutragen könnte. Man mag sich an die Sprichwörter „Hochmut kommt vor dem Fall“ und „ Wenn es dem Esel zu gut geht, geht er aufs Eis“ erinnert fühlen.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

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