Die Giftmeisterin

die-giftmeisterinEric Walz
Die Giftmeisterin

(sfbentry)
Blanvalet, Verlagsgruppe Randomhouse
ISBN 978-3-442-37318-5
Historischer Roman
1. Auflage April 2010
Umschlaggestaltung: HildenDesign, München
Umschlagmotiv: © Bridgeman Art Library/Galleria degli Uffizi, Florenz
Taschenbuch, 414 Seiten

www.blanvalet.de
www.ericwalz.eu

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Eric Walz wurde 1966 in Königstein im Taunus geboren. 2002 erfüllte er sich den Kindheitswunsch, Bücher zu schreiben. Sein Debütroman „Die Herrin der Päpste“ wurde ein großer Erfolg, den er mit „Die Hure von Rom“ wiederholen konnte. Eric Walz lebt heute als freier Autor in Berlin.

Zum Buch:

Aachen, am heiligen Abend im Jahre 799, in ihrem Zimmer sitzt Ermengard und schreibt die Erlebnisse der letzten Wochen, Monate und Jahre nieder. In die Geschehnisse der letzten Zeit fließen ihre Erinnerungen ein, Erinnerungen an vergangene Zeiten, die sie gemeinsam mit ihrem Mann Arnulf verbracht hat.

Zwei Wochen zuvor hat Ermengard ganz in der Nähe ihres Wohnhauses eine Leiche gefunden. Die Leiche von Hugo, einem jungen Mann, der im Dienste König Karls stand, genau wie Ermengards Mann, Arnulf. Arnulf wird mit der Aufklärung dieses Mordes, der nicht der einzige Todesfall in diesem Roman bleiben soll, beauftragt. Aber auch Ermengard selbst beginnt zu ermitteln. In ihren Erinnerungen begleitet der Leser Ermengard ins Frauenhaus, zu den Konkubinen und Töchtern des Königs, die dort ein einsames Leben fristen. Jede von ihnen hat einen ganz besonderen Charakter und scheinbar auch so einige Geheimnisse. Ermengard sucht auch den Kontakt zu den Gefolgsleuten des Königs. Wo sie nur kann, ist sie zugegen und stellt Fragen.

Sie selbst jedoch leidet, denn ihr Mann Arnulf hat bereits seit einiger Zeit eine Konkubine mit der er auch ein gemeinsames Kind hat. Mutterfreuden waren Ermengard nicht vergönnt. Mehrere Schwangerschaften blieben erfolglos und so muss sie mit ansehen, wie eine fremde Frau ihrem Mann etwas geben kann, was ihr selbst verwehrt blieb. Emma, Arnulfs Konkubine lässt keinen Zweifel daran, dass sie die Rolle der Gräfin Ermengard zukünftig einnehmen will und macht Ermengard das Leben in ihrem eigenen Haus zur Hölle.

Auch mit Gerlindis, ihrer Nichte, hat Ermengard so einige Probleme. Die junge Frau ist verliebt und gibt Ermengard für viele Dinge, die nicht ihren Wünschen entsprechend verlaufen, die Schuld. Ermengard, die Gerlindis wie eine eigene Tochter liebt, trifft das sehr hart.

Doch dann trifft Ermengard auf Fionee, die sich selbst als Glücklichmacherin bezeichnet. Fionee hat eine ganz besondere Beziehung zu Ermengard und erweckt in ihr Gefühle der besonderen Art. Sie ist vertraut und fremd zugleich. Fionee ist aber, auch wenn sie nicht die Hauptprotagonistin dieses Romans ist, dann doch die Person, der der Titel dieses Buches zugedacht ist: Die Giftmeisterin. Sie händigt Gift aus, aber über den Einsatz und über Leben und Tod entscheidet dann der neue Besitzer des Giftes. Doch mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.

Eric Walz hat mit „Die Giftmeisterin“ einen ganz besonderen historischen Roman geschrieben. Schon die Tatsache, dass er als Mann beim Schreiben in die Rolle der Ermengard schlüpft ist außergewöhnlich. Hierbei beweist er großes Feingefühl. Das Buch lebt von Ermengard Gefühlen und Emotionen und damit verbunden auch von ihren Taten. Alles andere rückt in den Hintergrund. Erinnerungen und Ermittlungen bestimmen das Lesevergnügen.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

…und eine weitere Rezension zumgleichen Buch:

Zur Handlung:

Im Prolog wird grob auf das Ende des Buches hingewiesen:
Die Gräfin Ermengard verbringt den Heiligen Abend im Jahr 799 mit ihren Geschehnissen in den letzten zwei Wochen, die sie zu ihrer Rechenschaft aufschreibt. Diese Geschichte schreibt sie sich von ihrer Seele, denn sie handelt von zwei Verbrechen, und davon hat sie selbst eines begangen…

Am Hofe Karls des Großen wird eine Leiche ermordet aufgefunden: Hugo, Sohn von Gerold und Bruder von Grifo. Ermengards Mann Arnulf wird von Karl mit den Ermittlungen betraut. Sehr schnell fällt der Verdacht auf Grifo, und da dies die einfachste  Aufklärung zu sein scheint, verschwendet Arnulf seine Energie lieber in andere Tätigkeiten. Doch Ermengard zweifelt hierüber und versucht ihren eigenen Hinweisen nachzuforschen. Sie beginnt im Frauenhaus und sucht nach möglichen Motiven?

Während ihrer Suche nach dem wahren Mörder erfährt der Leser durch mehrere Rückblenden in die Vergangenheit viel von Ermengards Leben und der Beziehung zu ihrem Mann. Diese Erinnerungen reichen zunächst bis weit in ihre Kindheit zurück, verweilen dann beim Kennenlernen von Arnulf und ihre persönlichen Schicksalsschläge. Denn Ermengards Leben ist geprägt durch mehrere Fehl- oder Totgeburten und sie leidet sehr unter ihrer Kinderlosigkeit. Diese hat ihren Mann Arnulf dazu veranlasst, sich eine Konkubine zu nehmen ? Emma ? mit welcher er eine gemeinsame Tochter hat. Obwohl ihr Mann versucht, Ermengard weitestgehend von dieser Verbindung abzuschirmen, brodelt der Neid um diese Beziehung stark in Ermengard. Denn auch Emma macht ihr unmißverständlich klar, dass sie auf eine Heirat mit Arnulf aus ist. Vorrangig versucht Ermengard zwar den Mörder von Hugo ausfindig zu machen, denkt aber auch verstärkt  über eine mögliche Lösung ihres Problems mit Emma nach?  

Mein Fazit:

Eric Walz ist es gelungen, einen historischen Roman mit einem Krimi zu mischen und diesen spannend in das Geschehen einzubinden. Interessant ist hier eindeutig die Ich-Perspektive, d.h. die Perspektive Ermengards aus Sicht eines männlichen Autors. Dieser Ausblick ist dem Autor jedoch gut gelungen. Durch den Prolog wird man als Leser neugierig in den Verlauf eingebunden, der sich mit den letzten Wochen in der Vergangenheit beschäftigt. Ermengard erzählt die Ereignisse aus ihrer Sichtweise, man fühlt sehr mit ihr, erreicht eine Bindung zu Ermengard und kann ihre Handlung absolut nachvollziehen.

Das Buch selbst ist in viele kurze Kapitel eingeteilt, die ich als Leser sehr mag. Dies bietet mir die Möglichkeit, in kurzen Absätzen mit einigen Ortswechseln das Geschehen gut zu verfolgen. Durch den kurzen Zeitraum und den Schreibstil hat man als Leser das Gefühl, Ermengard berichtet in einem Brief an eine vertraute Person bzw. dem Leser über ihre Erlebnisse. Und versucht damit, ihr Handeln für sich selbst nachzuvollziehen und auch dem Leser zu vermitteln. Und zudem ist bis zum Schluss ungeklärt, wer nun eigentlich der Übeltäter ist. Auch dies bietet eine größere Überraschung!

Copyright © 2010 by Sandra Stockem

Titel erhältlich bei Buch24.de
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