Die Reinheit des Todes

die-reinheit-des-todesVincent Kliesch
Die Reinheit des Todes

(sfbentry)
Blanvalet
Verlagsgruppe Random House
ISBN 978-3-442-37492-2
Thriller
1. Auflage Juni 2010
Umschlaggestaltung: © HildenDesign, München
unter Verwendung von Motiven von Photoslash/iStockphoto
Taschenbuch, 318 Seiten

www.blanvalet.de
www.vincent-kliesch.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zum Autor:

Vincent Kliesch wurde am 17.10.1974 in Berlin geboren. Als Moderator unterhält er täglich das Publikum im Filmpark Babelsberg in Potsdam. Außerdem hat er drei Jahre lang seine eigene Comedy-Show im Auftrag von Starbucks moderiert und dort einige der besten Comedians Deutschlands begrüßt. Als Stand-up-Comedian ist Vincent Kliesch bereits im Quatsch Comedy Club oder im legendären Waschsalon von Night Wash aufgetreten. Außerdem hat er als Ensemblemitglied des Burgtheaters Ziesar verschiedene Hauptrollen gespielt. Seine Leidenschaft ist jedoch das Schreiben. Als Fan von Spannungsliteratur war der Weg von der Comedy zum Thriller für ihn nicht weit: „Die Mittel, mit denen man ein Publikum zum Lachen bringt, sind dieselben, mit denen man Spannung erzeugt. Die Auflösung geht nur in die entgegengesetzte Richtung.“

Zum Buch:

Der Debütroman „Die Reinheit des Todes“ von Vincent Kliesch besticht durch einen sehr außergewöhnlich handelnden psychopatischen Serienmörder, der dem zuständigen Ermittlerteam in Berlin um Quirin Meisner ein Rätsel aufgibt. Zur Lösung des Falls wird Julius Kern aus Brandenburg angefordert, der  bei der psychologischen Polizeiarbeit behilflich sein soll, denn dieser Mörder geht nach einem ungewöhnlichen Schema vor: Er steckt seine Opfer, nachdem er sie zunächst ertränkt und dann in einem reinen weißem Hemd auf einem Tisch drapiert. Die Wohnungen dieser Opfer zudem sind klinisch rein geputzt, es findet sich kein noch so kleines Indiz auf die zuvor da gewesene Person an den Tatorten. Um das Motiv nach dem mittlerweile dritten Mord an einer Apothekerin im mittleren Alter zu finden, stürzt sich Julius ohne Pause in die Arbeit.

Doch auch für ihn gestaltet sich die Suche insgesamt schwieriger als gedacht; belastet von seinem vorherigen Fall, der seine Familie auseinander gerissen und ihm dauerhafte nächtliche Albträume beschert, knabbert Julius sehr an der Tatsache, dass er den damaligen Serienmörder Tassilo Michaelis aufgrund fehlender Beweise nicht festsetzen konnte. Dass gerade dieser verhasste Gegner ihm im aktuellen Fall einen entscheidenden Tipp verschafft, bringt die Ermittlungen abrupt ins Rollen…

In diesem Buch werden zunehmend intensiver mehrere Handlungsstränge parallel gefahren. Zum einen der seelisch belastete und akribisch ermittelnde Julius Kern, zum anderen der psychopatische Serienmörder, welcher dem Leser schon relativ früh präsentiert wird. Hier lernt man durch die Offenlegung der Gedanken und das familiäre Umfeld einen getriebenen Menschen kennen, dessen Taten durch seine Hintergründe sehr genau nachvollziehbar sind. Des weiteren beschleunigen viele Rückblicke auf den vorherigen nicht abgeschlossenen Fall von Kern und das plötzliche Einmischen von Tassilo, der kurzfristig ein pressewirksames Buch über sich und die Geschehnisse veröffentlichen will, einen rasanten Verlauf der Ereignisse und prägen zunehmend die Spannung.

Immer mehr versteht es Vincent Kliesch, hierdurch seine Leser zu fesseln. In diesem Buch gibt es mehrere „Showdowns“, die sich am Ende des Buches förmlich überschlagen und diesen Thriller absolut empfehlenswert machen. Und auch der gewünschte „Aha-Effekt“ bleibt nicht aus. Ein guter lesbarer Schreibstil und ein flüssiger Ablauf mit einer spannenden Geschichte aus vielen Sichtweisen vermitteln mir in diesem Fall als Person mittendrin zu sein. Man behält sehr gut den allgemeinen Überblick und verfolgt auch leicht aufgebracht als Leser die falschen Fährten und freut sich ebenso, wenn die Ermittlungen wieder die richtige Richtung einschlagen.  

Da dieser Erstling der Auftakt einer mehrteiligen Reihe ist, darf man gespannt auf den weiteren Werdegang von Julius Kern sein. Und auch die tragische Figur des Tassilo scheint dem Leser erhalten zu bleiben! 

Copyright © 2010 by Sandra Stockem

Und hier folgt eine weitere Meinung zum Buch:

Mit „Die Reinheit des Todes“ präsentiert der Autor Vincent Kliesch sein erstes Buch. Die Geschichte rund um den Ermittler Julius Kern ist der Beginn einer geplanten Trilogie.

Im Prolog des Buches lernt der Leser das dritte Opfer eines Serienkillers kennen und begleitet diese Frau, Elisabeth Woelke, in ihren Tod. Die Polizei findet kurz darauf die selbstständige Apothekerin tot in ihrer Wohnung, in der Mitte des Wohnzimmers, aufgebahrt auf dem Esstisch. Sie ist in ein weißes Hemd gekleidet und das komplette Zimmer ist absolut sauber geputzt, so rein, dass keinerlei Spuren zu finden sind. Es gibt bereits zwei andere Opfer und da die Ermittlungen nicht vorankommen, hat Quirin Meisner seinen alten Freund und Kollegen Julius Kern um Mithilfe bei der Suche nach dem Täter gebeten.

In Julius Kern erwachen die Schatten der Vergangenheit; denn bereits Jahre zuvor hat er in Berlin einen Serientäter namens Tassilo Michaelis verhaftet, der jedoch mangels Beweisen vor Gericht freigesprochen werden musste. An dieser Niederlage ist auch die kleine Familie rund um Julius Kern zerbrochen und er hat sich eine neue Aufgabe beim LKA Brandenburg gesucht. Nun steht er erneut im Visier der Presse, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Tassilo in Kürze ein Buch über den Hergang seiner bestialischen Morde und die Hintergründe der Taten veröffentlichen möchte.

Dennoch stürzt sich Julius Kern mit enormem Tatendrang in die neuen Ermittlungen. Der Täter, den die Polizei als Putzteufel bezeichnet, ist dem Leser des Buches schon ziemlich früh bekannt. Ihm alleine ist ein großer Handlungsstrang im Buch gewidmet. Die Spannung wird hier nicht, wie in vielen Kriminalromanen und Thrillern üblich, erzeugt durch die Suche nach dem Täter, sondern vielmehr durch die Geschichten der Täter und des Ermittlers und deren Wirkungen auf- und miteinander. Vor allem die ganz besonderen Verbindungen von Julius zu Tassilo und auch vom Putzteufel zu Tassilo und damit zu Julius Kern, sind hier der Schlüssel in Richtung Handlungshöhepunkt.

Besonders die Geschichte rund um den freigesprochenen Mörder Tassilo weckt in mir als Leserin sehr gemischte Gefühle. Handelt es sich einerseits um einen bestialischen Killer, ist auf der anderen Seite sein Motiv gar nicht mal so abwegig. Dieses Debüt ist absolut lesenswert. Es hebt sich aus dem üblichen Einerlei der Thriller heraus und macht Lust auf mehr.

Copyright © 2010 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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