Die Rote Halle

Karla Schmidt
Die Rote Halle

Piper Verlag
ISBN 978-3-492-27294-0
Psychothriller
Originalausgabe Januar 2012
Umschlagkonzept: semper smile, München
Umschlaggestaltung und -motiv: Hauptmann & Kompanie Werbeagentur, Zürich
Taschenbuch, 320 Seiten

www.piper.de
www.karla-schmidt.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Zur Autorin:

Karla Schmidt, geboren 1974 in Göttingen, lebt mit Mann und zwei Kindern in Berlin, wo sie ein Kultur-, Theater- und Filmwissenschaftsstudium abschloss. In Rheinsberg hat sie an der Inszenierung von Opern- und Tanztheaterprojekten als Dramaturgin, Regieassistentin und Inspizientin mitgewirkt. Sie erhielt 2009 den »Deutschen Science Fiction Preis« für die beste Kurzgeschichte. Nach »Das Kind auf der Treppe« ist »Die rote Halle« ihr zweiter nervenzerreißend spannender Psychothriller.

Zum Buch:

Der bekannte Choreograph Josef Rost plant die Neuinszenierung des Stücks die roten Schuhe und möchte mit diesem Theaterstück an einen Erfolg anknüpfen, der 16 Jahre zurückliegt. Auf Wunsch dieses Mannes reist die Kostümbildnerin Janina Zöllner nach Deutschland. Sie wird begleitet von ihrem 16-jährigen Sohn Simon. Als die beiden in Berlin ankommen sind sie nach dem langen Flug erschöpft. Auf dem stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof  ist es nicht leicht sich auf Anhieb zurecht zu finden und so beginnt Simon mit der Erkundung des Umfelds. Janinas Gedanken kreisen derweil um die Frage, wie sie den Wunsch Rosts bei der Inszenierung Schweinehäute zum Kostüm umzufunktionieren am einfachsten nachkommen kann.

Während der ersten Vorbereitungen für das Stück erfährt Janina dann auch, dass die alte Truppe hier wieder gemeinsam arbeiten soll. Josef Rost hat sie alle zusammengetrommelt: DeeDee, die Tänzerin ohne Talent, die das Stück Reading Red Shoes komponiert hat und sich nun auf die Umsetzung freut, den begabten Schauspieler David, den Janina einst angebetet hat und der auch Simons Vater ist ohne das einer der beiden etwas davon weiß und viele weitere Personen.

Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass die Autorin ihre Leser in eine Welt entführt, die nicht jedem auf Anhieb sympathisch ist. Die Bühne und die Menschen, die im Rampenlicht stehen, sind oft außergewöhnlich und unterscheiden sich vom Typ Durchschnittsmensch. Vielleicht haben sie alle ihren Weg im Leben gefunden, kommen klar in ihrer Welt, aber hier treffen sie geballt aufeinander, mit ihrer Vergangenheit und ihren Besonderheiten und so entsteht eine Szenerie, die man wohl am allerbesten mit dem Adjektiv „beklemmend“ umschreiben kann.

Es kommt zu internen Auseinandersetzungen, Anfeindungen und Streitigkeiten über Rollenbesetzungen. Immer wieder flammen auch Erinnerungen an vergangene Zeiten auf. Diese werden durch die Autorin ganz geschickt durch Rückblenden eingestreut und gewähren dem Leser Einblick in das teilweise wirklich chaotische Leben der Protagonisten.

Neben dem Theaterstück rücken auch immer wieder Janina, ihr Leben und ihr Sohn in den Mittelpunkt der Handlung. Simon macht hier als Teenager seine ganz eigenen Erfahrungen, entdeckt unheimliche Dinge und gerät schließlich in große Gefahr, verschwindet schließlich ganz von der Bildfläche. Da ist Janina als Mutter gefragt, als Mensch, der Stärke beweisen muss. Ob ihr das gelingen kann?

Dieses Buch geht in die Tiefe, es berührt und es tut dies auf ungewöhnliche Art. Hier kann der Leser kaum von sich behaupten die handelnden Charaktere zu mögen oder gar zu lieben. Ich persönlich fand sie stellenweise gar unreif und nicht lebensfähig, aber sie alle leben eben und gehen ihren Weg. Die Geschichte hat mich fasziniert, obwohl sie abstoßend war, sie hat mich durch ihre Abnormität gefesselt und bis zur letzten Seite nicht mehr losgelassen.

„Die rote Halle“ ist ein Psychothriller, ein Thriller über das Böse im Menschen, aber auch eine Geschichte über das Leben und darüber, dass jeder Mensch seinen Weg finden muss. Ein Buch auf das man sich einlassen sollte.

Copyright © 2012 by Iris Gasper

Titel erhältlich bei Buch24.de
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Comments

  1. Das Buch hab ich ausgelesen, als meine Bronchitis im Anflug war, aber nichtdestotrotz hat es mich ziemlich gepackt. Vor allem das Thema Kindesmissbrauch und -prostitution…da krieg ich im Nachhinein noch eine Gänsehaut!

    Ich finde, das ist auch wieder mal ein intelligenter Thriller, nichts mit Haudrauf-Mentalität, aber sehr sehr eindringlich! Hat mir wirklich gut gefallen!

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