Feuer der Rache

Ulrike Schweikert
Feuer der Rache

Peter von Borgo 2
Egmont LYX, Köln, 8/2008
TB mit Klappbroschur, Romantic Mystery, Krimi, 978-3-8025-8157-1, 414/995
Titelgestaltung von HildenDesign, München unter Verwendung einer Illustration von Anke Koopmann und eines Motivs von Shutterstock
Autorenfoto von Helmut Henkensiefken, FinePic, München

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Obwohl Kommissarin Sabine Berner den letzten Fall lösen konnte, blieben einige Fragen offen – schließlich soll niemand außer ihr von der Existenz des Vampirs Peter von Borgo erfahren, der zu ihrem Retter aus höchster Not wurde. Nun steht Sabine vor der Wahl: Entweder sie lässt sich wegen ihrer ‚Aussetzer’ von einem Psychologen untersuchen oder sie wird vom Dienst suspendiert. Die Entscheidung schiebt sie vor sich her.

Dann beginnt eine mysteriöse Mord-Serie. Sabine will an den Ermittlungen teilnehmen, doch der Vorgesetzte hat ihren Platz bereits einem neuen Beamten gegeben. Michael Merz möchte mit der beurlaubten Kollegin mehr als nur gut auskommen und beginnt, mit ihr zu flirten. Sabine reagiert zunächst gereizt, doch schon bald ist Michael ihre beste Informationsquelle, was Peter, der Sabine für sich beansprucht, sehr missfällt.

Sabine beginnt auf Bitten einer Bekannten, privat zu recherchieren, denn eine junge Frau ist spurlos verschwunden. Schließlich wird aus der Elbe eine Leiche gefischt und als die Vermisste identifiziert. War es Mord oder Selbstmord? Die Familie und die Freunde, die mehr zu wissen scheinen, mauern, und so dauert es eine Weile, bis Sabine Eins und Eins zusammenzählt und die Verbindung zu den anderen Todesopfern herstellt. Kann sie die nächsten Morde verhindern? Will sie es überhaupt?

Nach „Der Duft des Blutes“ ist dies nun der zweite in sich abgeschlossene Roman von Ulrike Schweikert, der in Hamburg spielt und um den Vampir Peter von Borgo kreist. Anders als im ersten Buch, in dem er mit Kommissarin Sabine Berner Katz’ und Maus spielte und aktiv ins Geschehen eingriff, bleibt er diesmal überwiegend passiv und steht im Hintergrund. Es sind andere Personen, die die beurlaubte Polizistin bei ihren Ermittlungen immer wieder auf die falsche Fährte locken und einen Fall wie zwei aussehen lassen.

Erst nach einiger Zeit bekommt Sabine eine Ahnung davon, was passiert und wer involviert ist. Als sie die erschütternde Wahrheit erfährt, muss sie sich entscheiden, ob sie als Polizistin weitere Morde verhindert oder ob sie als Anteil nehmende Frau und Mutter schweigt und der Gerechtigkeit ihren Lauf lässt. Peter, der seit Beginn Bescheid wusste, ist ihr dabei keine Hilfe.

In diesem Zusammenhang prangert die Autorin das skrupellose Verhalten jener an, die über genug Geld und Einfluss verfügen, dass sie sich über alle Regeln der Gesellschaft und Gesetze erheben können. Die Untaten der Reichen und Mächtigen werden vertuscht, statt geahndet. Die Opfer sind machtlos, und steht Wort gegen Wort, sind sie automatisch die Verlierer und müssen noch mehr erleiden. Selbst das eigene Umfeld verweigert oft die Hilfe und drängt das Opfer in die Täterrolle. Außenstehende erkennen die Notsignale gar nicht oder viel zu spät.

Die Geschehnisse werden nach und nach aufgerollt, und man sympathisiert mit den wahren Opfern. Wieder einmal ist nicht alles so, wie es zunächst schien. Was Gut und was Böse ist, dreht sich praktisch um. Schuld an allem sind die Lücken im Gesetz und eine elitäre Gesellschaft, die ihre eigenen Regeln schreibt und diese durchsetzt. Peter lässt geschehen – als neugieriger Beobachter und auch als Sympathisant, denn eine besondere Begegnung, die einige Jahre zurück liegt, geht den aktuellen Ereignissen voraus.

Reichliche Beachtung erfahren die Freundinnen der toten Frau, die differenziert, unbequem und realistisch geschildert werden. Sabine wirkt zunächst etwas hilflos und frustriert, wie am Ende des vorherigen Buchs, fängt sich dann jedoch und wird wieder selbstbewusster. Peter bleibt leider blass und hat einiges von seiner Faszination eingebüßt. Vielleicht dosierte die Autorin seine Person bewusst sparsamer, damit er sich nicht zu schnell als ‚Deus ex Machina’ abnutzt, der immer dann weiter hilft, wenn Sabine in einer Klemme steckt. Sein Konkurrenten Michael kann ihm dennoch nicht das Wasser reichen.

Parallel zu den Ermittlungen erlebt Sabines Privatleben einige ups and downs. Der Ex-Mann ist fies wie immer, der neue Kollege wünscht schnell mehr als eine rein berufliche Beziehung, und Peter beharrt auf seinen Rechten, beweist dann aber, dass er durchaus Sabines Sehnsüchte ernst nimmt und in einigen Punkten erfüllen kann. Ob und wie viele seiner Angebote sie annimmt, bleibt der Spekulation überlassen – oder einem dritten Band, der die Geschichte weiter spinnt.

Ulrike Schweikert hat mit „Feuer der Rache“ einen weiteren routiniert geschriebenen Vampir-Roman vorgelegt. Den Verbrechen wurde diesmal mehr Augenmerk gewidmet als der Romanze. Dadurch gewinnen die Handlung und die Figuren, die in den Fall verwickelt sind. Peters Motive und seine wenigen Aktionen wirken allerdings etwas konstruiert, denn nur durch seine Passivität ließen sich die Auflösung und auch Sabines Entscheidung, wie die Beziehung der beiden weiter verlaufen soll, hinauszögern.

Insgesamt wird Genre-Fans eine spannende, sehr menschliche Story geboten, die einige romantische Momente in der richtigen Menge und ohne explizite Beschreibungen aufweist.

Durch die gute Mischung wird das Buch auch für ein männliches Publikum interessant, wenngleich als Zielgruppe vor allem Leserinnen ab 15 Jahren angepeilt werden, die Titel wie Stephenie Meyers „Bis(s) zum Morgengrauen“ oder „Dhampir“ von Barb & J. C. Hendee mögen.

Wer Vampire, Krimis und deutsches Lokalkolorit schätzt, sollte den Peter von Borgo-Romanen einen Chance geben. (IS)

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Feuer der Rache

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