Knochenjob

Katherine V. Forrest
Knochenjob
Kate Delafield 7

Sleeping Bones, USA, 1999
Argument Verlag, Hamburg, dt. Erstausgabe: 06/2000
TB, ariadne krimi 1125
ISBN 978-3-88619-855-9
Aus dem Amerikanischen von Britta Dutke
Titelgestaltung von Martin Grundmann

www.argument.de
www.ariadnekrimi.de
www.katherinevforrest.com
www.martingrundmann.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Detective Kate Delafield vom LAPD und ihr neuer Partner Joe Cameron werden zu den La Brea Teergruben gerufen. Touristen entdeckten die seltsam verkrümmte Leiche eines alten Mannes, der durch einen Stich in die Nieren ermordet wurde. Sein Tod scheint im Zusammenhang mit einem Unterkieferknochen zu stehen, der am selben Tag im Museum auftauchte, da aber gar nicht hingehört, denn er ist erheblich älter als die anderen Funde. Paläoanthropologen identifizieren ihn als Teil des Schädels eines Pekingmenschen und sind davon überzeugt, dass es sich um eines jener Relikte handelt, die während der Wirren des Zweiten Weltkriegs verloren gingen. Unverhofft schaltet sich die CIA ein, um den Verbleib der übrigen wertvollen Skelett-Teile aufzuklären und stören dabei empfindlich die Ermittlungen der Polizei.

Kate glaubt, den Täter entlarven zu können, und ausgerechnet im entscheidenden Moment kommen ihr die Agenten in die Quere. Daneben muss sie sich mit persönlichen Problemen auseinandersetzen:
Inwieweit kann sie Joe, der selber Geheimnisse zu hüten scheint, vertrauen? Ahnt er, dass sie eine lesbische Beziehung unterhält und kann sich damit arrangieren?
Wie soll sie mit ihrem Bruder umgehen, von dessen Existenz sie nicht wusste und der sie gern kennen lernen möchte?
Wie kann sie einer Bekannten, die von ihrem Ex-Mann bedroht wird, helfen, ohne das Gesetz zu brechen und alles noch schlimmer zu machen?
Und wohin steuert ihre Lebensgemeinschaft mit Aimee, insbesondere seit die attraktive Peri Kate Avancen macht?

Jeder „Kate Delafield“-Krimi ist in sich abgeschlossen, so dass man die Romane in beliebiger Reihenfolge lesen kann, wenngleich kleine Details (z. B. die wechselnden Beziehungen und Kollegen der Hauptfigur) auf die Chronologie verweisen. „Knochenjob“ ist bereits der siebte Band, der einen Fall der lesbischen LAPD-Detective schildert. Diesmal geht die Autorin weit in die Vergangenheit zurück, denn die Ursachen für den Mord, den Kate und ihr Partner Joe aufklären sollen, haben ihre Wurzeln im Zweiten Weltkrieg. Die Amerikaner versuchten, die Relikte des Pekingmenschen in Sicherheit zu bringen, doch gingen sie verloren. Vergeblich bemühten sich die Nationen, die sich um die Besitzrechte streiten, durch jene, die involviert waren und überlebt haben, eine Spur zu finden.

Erst als schon keiner mehr damit rechnete, wird ein Teil des Skeletts gefunden, und ausgerechnet derjenige, der die Wahrheit kannte, ermordet. Warum und wer dahinter steckt, wird erst am Schluss nach einer spannenden Schnitzeljagd enthüllt. Dabei spart die Autorin nicht mit ihrer Kritik am Verhalten vieler Nationen, die sich weigern, erbeutete Kunstschätze den Ländern zurückzugeben, denen sie gehören, an der unglücklichen Einmischung der Amerikaner in die Konflikte anderer, an der zwielichtigen Rolle der CIA in vielen heiklen Angelegenheiten – doch fließt dies nebenbei ein, so dass man nie das Gefühl hat, eine Lektion in Geschichte von einem Mahner mit erhobenem Zeigefinger erteilt zu bekommen. Die Ermittlungen wirken durch die Einbindung der privaten Probleme, denen sich die Protagonisten stellen müssen, sehr realistisch.

Auch hier wird nicht mit dem Finger auf Missstände gezeigt wie beispielsweise die Intoleranz, die homosexuellen Paaren entgegengebracht wird, die Lücken im Gesetz, die es Stalkern ermöglichen, ihre Opfer so lange zu bedrängen, bis etwas Schlimmes passiert, die gesellschaftliche Ächtung unverheirateter Mütter, die notgedrungen ihre Kinder allein bekommen und weggeben mussten/müssen.

So überzeugt „Knochenjob“ auf gleich zwei Ebenen durch die Verarbeitung unbequemer Themen. Die Protagonisten wirken glaubwürdig mit ihren Stärken und Schwächen und nachvollziehbaren Konflikten. Auch der flüssige Stil der Autorin gefällt. „Knochenjob“ ist ein sehr empfehlenswerter Titel für aufgeschlossene Krimi-Freunde, die kritische Themen und unkonventionelle Ermittler schätzen.

Copyright © 2011 Irene Salzmann (IS)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

PREISRÄTSEL/GEWINNSPIEL: 3 x 1 (KOSTENLOSES!) EXEMPLAR: Katherine V. Forrest – Knochenjob. Kate Delafield 7 auf sfbasar.de!

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