Solar

Ian McEwan
Solar

Titel des Originals: “Solar“ (2010)
Diogenes Verlag AG Zürich
ISBN: 978-3-257-24174-7
Satire & Humor, Krimi
2010
Aus dem Englischen von Werner Schmitz
Umfang: 401 Seiten

www.diogenes.ch/

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Micheal Beard, die Hauptfigur in diesem Buch ist ein Nobelpreisgekrönter Physiker und zeitgleich ein Frauenheld. Diese Kombination, die vorerst etwas abenteuerlich anmuten mag, wird vom Autor Ian McEwan hervorragend in seinem Werk „Solar“ umgesetzt.

Das mit biographischen Zügen versehene Werk, zeigt das Leben des Physikers Micheal Beard, dicklich, faul unentschlossen und unzuverlässig, der neben seiner Arbeit und Frauen keine nennenswerten Interessen hat. Seinen ganzen Ehrgeiz, soweit er welchen erübrigen kann, verschreibt er seiner Karriere und den, bis ins kleinste Detail durchdachten Versuchen,  Frauen rumzukriegen. Nachdem seine eigenen schwachen Bemühungen, im Kampf gegen die globale Erwärmung scheitern, was weniger an seinen Ideen sondern vielmehr an seinem geringen Interesse an dieser Thematik liegt, bedient er sich, den Ideen eines seiner Hilfswissenschaftler. Unverhofft stößt er damit auf eine wahre Fundgrube an Ideen, wie man Sonnenlicht und dessen Energie nutzbar machen kann, gelangt so an ertragreiche Erfindungen in der Forschung und spielt sich als Vorreiter in Sachen Klimaschutz auf.

Trotz seines patentrechtlichen Fauxpas, schafft er es irgendwie seinen Ideenklau insofern zu rechtfertigen, indem er alles auf sein Beard-Einstein Theorem zurückführt, das ihm als jungem Wissenschaftler zum Nobelpreis verhalf. Die Tatsache, dass der Hilfswissenschaftler ein Liebhaber Micheals sechster Ehefrau Patrice war, verhilft ihm noch zu der moralischen Rechtfertigung seines Verbrechens. Dieser Unfall mit Todesfolge spielt bei seinem beruflichen Aufstieg zwar eine wichtige Rolle, wird aber dennoch gekonnt von der Hauptfigur ignoriert und verdrängt und somit auch vom Leser. Die laisser-faire Art Micheal Beards, kommt dennoch nie unsympathisch rüber und der Leser versteht die Affinität der Hauptfigur zu gutem Essen und Alkohol nur umso besser, wenn er es sich selbst mit einem Glas Rotwein gemütlich gemacht hat.

Dem Autor Ian McEwan ist mit „Solar“ ein toller Roman gelungen, da er es durch seine Schreibweise schafft, den Leser unbewusst so zu beeinflussen, dass er der Hauptfigur durchweg positiv gegenübersteht, obwohl diese von einem neutralen Standpunkt aus gesehen äußerst zwielichtig ist. Die Übereinstimmung mit eigenen Schwächen und die Tatsache, dass wohl alle Menschen eher faul sind wenn sie dies sein dürfen, nimmt den Leser für die Hauptfigur ein. Die Thematik der globalen Erwartung, die vorallem jetzt durch die wachsenden Märkte Chinas und Indiens wieder eine neue Brisanz erhält, wird in diesem Roman hervorragend thematisiert, ebenso werden die verschiedensten Auswirkungen dieser globalen Erwärmung aufgezeigt und wie unterschiedlich die Menschen darauf reagieren. Die Hauptfigur in dem Buch revidiert selbst ihre Meinung bezüglich dieses Themas, wenn auch aus selbstsüchtigen Motiven. Öl-Lobby innovative Wissenschaftler und geldgierige Institutsleiter, alle Spielen in „Solar“ ihre Rolle und der Leser wird vom Schlagabtausch dieser verschiedenen Interessen mitgerissen.

Ein Buch, das eine aktuelle Thematik, eine ausgezeichnete Hauptfigur und eine spannende Handlung aufweisen kann. Ein absoluter Lesegenuss!

Copyright © 2012 by Chiara Kaiser

Titel erhältlich bei Amazon.de
Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de
Titel erhältlich bei Libri.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.