Das Honolulu Prinzip

Christiane Weber
Das Honolulu Prinzip

Vertriebscentrum, 2010
Tresohr
CD, Musikkabarett
Gesamtlaufzeit ca. 78 min.
ISBN 4-260032-561061
Texte, Idee und Gesang: Christiane Weber
Musik: Burkhard Niggemeier & Rainer Bielfeldt
Piano: Burkhard Niggemeier
Aufgenommen 14./15. Mai 2010 in Köln/Stollwerck
Und 28./29. Mai 2010 in Berlin/BKA-Theater

www.christianeweber.com
www.vertriebscentrum.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Musikkabarett-Angebote gibt es viele, die meisten stammen von männlichen Künstlern, ob solo, paar- oder gruppenweise. Da ist eine – dazu attraktive – Frau eine willkommene Abwechslung. Und weil Christiane Weber auch noch intelligent ist und singen kann (in dieser Reihenfolge!), sprengt sie das Klischee des Blondchens locker vom Hocker.

17 Songs zwischen wunderbaren Sozialstudien, Melancholie und triefendem Spott bietet sie auf ihrem Programm-Mitschnitt „Das Honolulu Prinzip“:

Den Auftakt bildet gleich eine der besten Nummern, die „Hummernummer“, in der eine junge Dame als überdimensionierte Hummerattraktion Geburtstagsgrüße der etwas anderen Art an die mehr oder weniger belustigte Zielperson oder das Opfer überbringt; je nach Sichtweise. Dabei irrt sie sich nicht nur im Stockwerk und im Namensschild.

Jeder Mensch entwickelt sich im Laufe seines Lebens. Hoffentlich man selbst und erst recht der Idiot von damals aus der Schule. Und trotzdem ist man gewillt, bei einem unvermuteten Treffen dem Idioten eine neue Chance zu geben. „Gut zu wissen“, dass das eigene Bauchgefühl und die damalige Bewertung auch nach dem heutigen Wiedersehen mit dem Idioten immer noch zutrifft.

Mein Lieblingslied ist aber unumstritten „Inken, Inken“. Ein Lied über eine krasse Öko-Tante, die Schinken boykottiert, nach Süden atmet „weil da die Luft noch unverbraucht ist“ und den sie anhimmelnden Kassierer im Müsliladen geflissentlich ignoriert. Was sie nicht hätten tun sollen, denn der Kerl ist konsequent irre und verwandelt in bester Wilhelm-Busch-Tradition die Ökotussi in blutiges Schrot und Korn und verfüttert sie im Park an die Tauben.

In meiner Hitliste folgt dichtauf „ICE“, ein must-have für alle Bahnfahrer und – geschädigte. Anstelle wie in der Werbung entspannten Reisens in Ruhe und Bequemlichkeit, umsorgt von aufmerksamen Bahnbediensteten und Wohlgenüssen aus dem Bordrestaurant, erleidet unsere Bahnfahrerin die Leiden eines modernen Handy-Opfers, gefangen zwischen Textfragmenten „Ey, isch lieb disch, öh, ey, öh“, eines abfaulenden Beines, hochinteressanten Mitteilungen, wie viel Antennenbalken die Nachbarin ihrem ebenso dümmlichen Gesprächspartner – und allen anderen im Abteil – offenbart, und und und …

Sicher wäre außer dieser CD ein Abend bei und mit Christiane Weber eine in jeder Hinsicht angenehme Abendbeschäftigung. Besser als Bahn fahren mit Handyterror oder TV-Schwachsinn.

Termine? Leider ist Christiane Weber erkrankt und die nächsten Auftritte werden ab diesen Sommer hoffentlich wieder möglich sein. Ich wünsche ihr eine gute und rasche Genesung!

Copyright © by Werner Karl

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