Berlin Palace

Jörg-Uwe Albig
Berlin Palace

Klett-Cotta / Tropen 2010
Hardcover
Liebesroman, Sozial-Utopie, Science Fiction
ISBN 978-3-608-50106-3
Umfang: 224 Seiten
Umschlaggestaltung: Herburg Weiland
Titelfoto: Feng Zhengjie

www.klett-cotta.de/tropen

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Klappentext:

Li Ai ist Werbefilmer im China der nahen Zukunft. Mehr noch als sein Alltag aus blinkenden Flüssigkristallfassaden und manierierten Speisefolgen fasziniert ihn das Treiben in den von Deutschen bevölkerten Vorstadtslums…“

Zum Buch:

Natürlich ist man als Westeuropäer neugierig auf einen Roman, in dem die in der Realität munter bis aggressiv kopierenden Asiaten die wirtschaftliche und kulturelle Vorherrschaft auf der Erde darstellen. Und das eigene Volk – die Deutschen – als ungeschlachte Tagelöhner die unterste Schicht einer zukünftigen Weltbevölkerung bilden. So eine Art „Metropolis“ mit umgekehrten Vorzeichen, jedoch moderner, möglicherweise härter an der Realität, als uns lieb wäre, von Kulturschocks gespickt, und in eine spannende Handlung eingebunden.

Ich dachte auch an einen Mix aus „Bladerunner“ (zumindest was seine urbane Szenerie betrifft), oder eine kurze Variante von „Chung Kuo“ – einer Endlos-Saga eines chinesischen Reiches in der Zukunft – von David Wingrove und/oder einer bitterbösen Sozial-Utopie á la „1984“ von George Orwell.

Doch wer, so wie ich, auf so einen Roman gehofft hat, wird sich in einer anderen Welt wieder finden. Der Protagonist Li Ai ist vernarrt in eine mysteriöse Schönheit namens Olympia Lang, mit der er einen Werbefilm drehen will. Und die Verwendung der untersten Bevölkerungsschicht als Teil des Spots und die Einführung seiner Angebeteten in eben diese ihr unbekannte Welt, soll helfen, sie für ihn zu begeistern, schlussendlich sie zu seiner Geliebten oder Frau machen.

Also ein Liebesroman? Nein, oder ja, oder eben dann doch nicht. Sicher, der Autor Jörg-Uwe Albig ist sprachgewandt, virtuos belegt er sein Wissen um chinesische und westliche Kultur, hat ein Auge für Details und schwelgt auch in einer bildhaften Sprache, die manche Freunde finden wird. Doch ein utopischer Roman, ein Parallelweltenroman oder gar ein revolutionärer Roman ist es eigentlich nicht. Und daher auch keine Science Fiction. Am ehesten noch eine Sozial-Utopie. Und eine, die ich nicht erleben will. Dieser letzte Punkt stimmt zumindest mit einer Vielzahl an SF-Romanen überein.

Zum Autor:

Jörg-Uwe Albig war Redakteur beim „Stern“ und lebte zwei Jahre als Korrespondent einer Kunstzeitschrift in Paris. Seit 1993 arbeitet er als freier Autor in Berlin und schreibt u.a. für „GEO“ und das „SZ-Magazin“. Romane: „Velo“ (1999), „Land voller Liebe“ (2006) und „Berlin Palace“ (2010).

Copyright © 2010 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Buch24.de
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