Federwelt Nr. 116, Februar / März 2016 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

Federwelt Nr. 116, Februar / März 2016 – Zeitschrift für Autorinnen und Autoren

(sfbentry)
Uschtrin Verlag, Februar / März 2016
Heft, 19 x 27 cm, 66 + 44 Seiten
Literatur
ISSN 1439-8362
Layout & Satz: Vogt und Boerboom
Titelbild: Carola Vogt und Peter Boerboom

www.federwelt.de
www.uschtrin.de
www.autorenwelt.de
www.boerboom-vogt.de

Federwelt 116
Körpersprache ist eine der vielen Dinge, die ein/e AutorIn beobachten kann. In Cafés, auf Partys, im Geschäftsleben, eigentlich überall. Dies gekonnt in seinen Roman einzubauen und so seine Protagonisten lebendiger, glaubwürdiger, tiefgründiger zu gestalten, gehört nach m. M. nach zum Tagesgeschäft. Wie man das richtig angehen kann, hat Jasmin Zipperling in einem Interview mit Monika Matschnig erfahren: „So lassen Sie den Körper Ihrer Figur sprechen“. Ich möchte dem hinzufügen: Das kann man erst recht in seinem eigenen (realen) Leben nutzen … und auf Lesungen; sehr schön beschrieben. Wer zu meiner Generation gehört, kennt dies sicher schon von Samy Molcho, der in ca. 15 Büchern das Thema in mehr als 25 Jahren detailliert behandelt hat. Jüngere TV-Konsumenten erinnern sich gerne an Tim Roth in der Rolle des Dr. Cal Lightman in der US-Krimiserie „Lie to me“.

„Speed Dating – Als Romanautor beim Verleger“ von Nils Dorenbeck habe ich mit größtem Misstrauen, nun ja, eigentlich Missfallen gelesen. Nein, nein, keine Angst: der Beitrag ist klasse be/geschrieben. Mir gefällt nur nicht die Art und Weise, wie auch hier das Hoppla hopp gnadenloser Begutachtung nach dem Schema „hören, sehen, urteilen, weg-damit“ um sich greift. Wie ich finde, ein weiterer Schritt zu mehr Oberflächlichkeit, Kurzlebigkeit und Leben/Arbeiten auf der gefährlichen, mitunter tödlichen Überholspur. Definitiv eine Art der „Präsentation“, die ich ablehne … für beide Seiten. Nebenbei: Ich frage mich immer, wie man bei einem Speed Dating die Liebe seines Lebens finden kann … geschweige denn ein Verlag den Buchknaller des Jahres. Mein Plädoyer: Qualität braucht Zeit … nicht nur bei der Herstellung.

Dazu passt wirklich perfekt der Artikel „Burn-out bei AutorInnen – Die Branche in der Depression?“ von Sandra Henke. Existenzängste, permanenter Termindruck, Leistungsdruck (dem letzten Erfolg möglichst schnell ein mindestens genauso gutes Werk nachschieben zu müssen) kennen vor allem Berufsautoren, die davon leben wollen/müssen. Zweitberuf-AutorInnen dürfte es hier weniger oft treffen, schlichtweg, weil ihr Unterhalt durch den Lohn-&-Brot-Beruf gesichert ist. Fast schon ein Artikel, der einem Selfpublishing immer attraktiver erscheinen lässt. Hat mir sehr gut gefallen … natürlich nicht das Leid betroffener AutorInnen. Gegenfrage: Erlebt hier die Buchbranche gerade den gleichen Absturz in die Beliebigkeit wie die Modebranche? Sind die, die nach Speed Dating und Ähnlichem schreien, in Wahrheit die Totengräber ihrer eigenen Zunft?

„All you can read – Was Flatrates für AutorInnen bedeuten“ von Nina George. (Noch mal ein) Gnadenlos legt die Autorin den Finger in die Wunde und zeigt in 8 Punkten auf, dass die Versprechungen der Flatrate-Anbieter verpuffen. Ich schließe mich Nina Georges Fazit an: Qualität braucht keine Flatrates, sondern faire Vergütung!

Noch im Heft:
–    „Figuren, die ich nicht rief“ von Britta Sabbag
–    Die Textküche mit Gasch & Co., Folge 25: „Ein Sachbuchexposé schreiben“
–    samt Zutatenliste von Daniela Nagel
–    Literarisches Schreiben, Teil 4: „Wie finde ich Themen …“ von Jan Decker
–    So gelingt Ihr (Schreib-)Seminar, Teil 2: „Raum, Ausstattung Umgang mit den Teilnehmern und das Ende“ von Michael Rossié
–    „Verstrick in sozialen Netzen“ von Stephan Waldscheidt … wie immer humorvoll und treffsicher!
–    Terminkalender …
und noch viel mehr.

Fazit: Eine Heft mit kontroversen Themen … gerade deswegen ein gutes Heft!

Copyright © 2016 by Werner Karl
www.wernerkarl.org

Comments

  1. Lieber Autor, hier sind Trennungsstriche im Text, die dort sicher nicht hingehören. Sollte man besser mal in Ordnung bringen, sonst wirkt der Beitrag, als wenn hier der Autor sein Handwerk nicht beherrschen würde, jedenfalls was die Veröffentlichung auf dieser Blogseite betrifft. Ist mir ein Rätsel, wie sowas durchrutschen kann. Habt Ihr keine Endkontrolle?

  2. Sorry für die Trennstriche; hab sie gerade korrigiert. Die sind entstanden, weil ich direkt aus Word den Text in das Rezi-Fenster gestellt hatte und nicht wie sonst zunächst über den Windows-Editor. Außerdem sind wir hier noch nicht ganz in das neue Erscheinungsbild eingearbeitet und lernen noch die eine oder andere Funktion. Also habt noch ein wenig Geduld mit uns …

    Trotzdem vielen Dank für den Hinweis. Es ist schön, wenn unsere Besucher aufmerksam sind. 😉

    P.S. Auch an der Optik werden wir noch feilen; so wie die Seite aktuell aussieht, wird sie sicher nicht bleiben. Also bitte nicht verwirrt sein, wenn sich noch eine Veränderungen einstellen.

    Mit galaktischen Grüßen (mgg)
    euer Werner Karl a.k.a. galaxykarl 😉

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