Planet der Siberherren

Uwe Anton
Planet der Siberherren

Monolith-Zyklus 1
„Perry Rhodan“ und „Atlan“ sind Eigentum von Pabel-Moewig-Verlag, Rastatt
FanPro, Erkrath, 11/2008
TB, SF 71013, 978-3-389064-178-2, 348/900
Titelillustration von Arndt Drechsler
Autorenfoto von N. N.

www.fanpro.com
www.atlan.de
www.uweanton.de
www.perrypedia.proc.org/index.php/Arndt_Drechsler

Auf Thanaton leben die Nachfahren lemurischer Siedler. Sie hüten ein ganz besonderes Geheimnis: Eine silbrige Substanz, die zu Schmuck verarbeitet wird, verlängert das Leben seiner Träger, macht sie vielleicht sogar unsterblich. Allerdings stürzen sich sofort gewiefte Geschäftemacher auf den Handel mit dem ewigen Leben. Die so genannten Silberherren kontrollieren Abbau und Umsatz, und selbst USO-Spezialisten können ihre Gier nicht unterdrücken.

Atlan wird auf die Geschehnisse aufmerksam. Könnte dies eine Spur von ES sein, der vor Jahrhunderten verschwand? Nicht nur bringen Atlan seine Recherchen in die Gewalt eines skrupellosen Mutanten, sondern seine Aktionen aktivieren ein uraltes, Artefakt, einen geheimnisvollen Monolith…

Worum es im ersten Band des „Monolith“-Zyklus’ eigentlich geht, wird erst im letzten Drittel langsam klarer, wobei der Autor aber noch nicht verrät, was genau Atlan gefunden hat, von wem es stammt, welchen Zweck es hat – und worauf die neue Mini-Serie hinaus will.

Der Anfang liest sich sehr zäh. Atlan plant, einen USO-Kreuzer zu zerstören, die Besatzung will ihn töten, Gucky gibt sich kryptisch und, und, und. Als Leser weiß man genauso wenig wie Atlan, dessen Denken fast den halben Roman lang manipuliert wird. Immer wieder wechseln die Szenarien, in denen er sich an weniger und weniger erinnert, stirbt, anderen beim Sterben zusieht, sich in erotischen Phantasien ergeht (was diese Sequenzen jedoch nicht retten kann). Man hat das Gefühl, als wäre ein Exposé vorgegeben worden, zu dem Uwe Anton nicht einfiel, wie sonst er die vielen Seiten hätte füllen können, bis der Monolith endlich gefunden wird. Vor allem hat der Verursacher des Problems, das nicht nur Atlan betraf, lediglich einen kurzen Auftritt, der all den anfänglichen Aufwand kaum rechtfertigt.

Diese Schilderungen werden immer wieder von einer zweiten Handlungsebene unterbrochen, die gleichfalls wenig Spannung aufkommen lässt. Erst als sie mit den Geschehnissen um Atlan zusammengeführt wird, werden die Zusammenhänge deutlich.

Mit Ausnahme von Atlan, der treffend charakterisiert wird, wenn er nicht gerade verwirrt ist, bleiben die anderen Figuren weitgehend blass. Entweder haben sie nur die Rollen von Statisten inne oder sind Kanonenfutter. Namhafte Protagonisten aus „Perry Rhodan“ und „Atlan“ geben ausschließlich kleine Gastspiele.

Die neue Mini-Serie ist im Jahr 3112 angesiedelt und nimmt keinerlei Bezug auf die vorherigen Romane, so dass man ohne Vorkenntnisse einsteigen kann. Es wird allerdings erwartet, dass man grob mit „Perry Rhodan“ vertraut ist.

Den Auftaktband eines neuen Zyklus’ zu schreiben, mag mitunter eine schwere Aufgabe sein, denn man muss den Leser neugierig auf das Kommende machen, darf aber gleichzeitig nicht zu viel vorweg nehmen. Diesmal sind es eher die Stichworte ‚Ewiges Leben’, ‚ES’, ‚Lemurer’ (der „MdI“-Zyklus gilt als der wohl beste der „Perry Rohodan“-Heftreihe), ‚Monolith’, die das Interesse wecken können, weniger der Roman selbst.

Man sollte schon ein Hardcore-Fan sein, anderenfalls wird man mit der ersten Hälfte des Buchs nicht glücklich. (IS)

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Atlan. Planet der Silberherren: Atlan 11. Monolith 01

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