Danger Zone – Science-Fiction Stories

Werner Karl
Danger Zone – Science-Fiction Stories
Eine Hommage an The Twilight Zone®

(sfbentry)
Tredition, Erscheinungsdatum: 05.04.2011
Science Fiction
ISBN: 978-3-8424-0091-7
Bindung: Paperback
Seitenanzahl: 188
Titelbild von Crossvalley Smith „2 Million Lightyears from Home“
s/w-Illustrationen von Dennis Glies (1) und Antje Jürgens (2-5)

http://sfbasar.filmbesprechungen.de/fantasy/autorenportrat-werner-karl/
http://www.crossvalley-design.de/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

„Danger Zone“ ist eine Hommage an „Twilight Zone“, einer Kult-Serie aus den 50er und 60er Jahren, noch bevor Klassifizierungen wie SCI-FI, Fantasy oder Phantastik üblich waren. Sie lief daher in Deutschland unter dem Titel „Unwahrscheinliche Geschichten“. Und das sind sie auch, die zwölf Stories von Werner Karl: Unwahrscheinliche Geschichten!

Ich habe mich keine Minute gelangweilt. Auch der Ausgang einer Story nahm für mich immer eine überraschende Wendung.

„Danger Zone“ wird im Untertitel als eine Sammlung von Science Fiction Stories angekündigt. Das trifft nur bedingt zu, es handelt sich eher um Phantastische Literatur. Jede Zeit hat ihr eigenes Verhältnis zur Wissenschaft und zu den Verheißungen und Gefahren ihrer Technik. Darin zeigt sich eine gewisse Begrenzung des Genres SCI-FI, weil die tatsächliche Veränderung der Lebensumstände eher selten vorausgesehen und statt dessen nur der Ist-Zustand fortgeschrieben wird. So knüpft auch „Danger Zone“ an das Technikbild der 60 Jahre an:  Lebewesen (ggf. auch exoterrestrische) vor Schaltpulten, „Geräte“ als erratische Blöcke in einem sonst eher psychologischen Handlungsgefüge. Dass Nano- und Gentechnik in naher Zukunft unter die Haut gehen und die Vernetzung von Mensch/ Mensch/ Maschine kurz bevor steht, wird nicht thematisiert. Oft wird überhaupt nicht auf Technik eingegangen. Sie erscheint in der Erzählperspektive vielmehr als Deus ex Machina. Manchmal zeigt sie sich sogar wie ein fremdes Artefakt in den Händen von Barbaren, wenn z.B. Strahl- und Distanzwaffen aus dramaturgischen Gründen lieber im massenhaften Nahkampf eingesetzt werden oder sogar nur als Ergänzung zum guten alten Schwert („Das Lied der Sirene“,“ Die letzte Schlacht“).

Kurz: Technik oder wissenschaftliche Spekulationen sind nicht die Themen des Autors. Das tut der psychologisch Relevanz seiner Stories keinerlei Abbruch! Vielmehr liegen para-psychische Fähigkeiten unter dem Stichwort „Mutanten“ in seinem Interesse: Die Geschichten sind bevölkert von Empathen mit besonderen Fähigkeiten („Zerrissene Herzen“), Teleportern („Spring!“), Gestaltwandlern („Das Lied der Sirene“,“Der perfekte Spion“), der Fähigkeit, das Raumzeit-Kontinuum zu verbiegen („Das Krokodil“) – was ich sonst nur aus Iljon Tychys „Sterntagebüchern“ kenne – und vor allem Gedankenlesern und -manipulatoren aller Art („Tage der Bestien“, „Das Krokodil“,“ Das Lied der Sirene“,“500 Pfund Kartoffelsalat“).

Getreu der Devise von Dürrenmatt, eine Geschichte sei erst dann aus-erzählt, wenn sie ihre schlimmstmögliche Wendung genommen habe, befinden sich die Protagonisten mit wenigen Ausnahmen („Die Blase“,“ Zerrissene Herzen“,“ Zurück auf Anfang“) kurz vor eben dieser Wendung. Ob sie ihre Lage einem fundamentalen Missverständnis zwischen Aliens verdanken, selbst dafür verantwortlich oder Opfer einer lieblosen, grausamen und manipulatorischen Mitwelt sind, sei der Neugier und Entdecker-Freude des Lesers überlassen.

Die Geschichten sind stilsicher geschrieben und gut lesbar mit solide aufgebauten Spannungsbögen. Einzig einer Story („Spring!“) merkt man die mehrjährige Schaffenspause des Autors aufgrund unnötiger Partizipial-Konstruktionen und verschachtelter Sätze an. Kleinigkeiten, die ein gutes Lektorat beseitigen kann.

Insgesamt kann ich sagen: sehr gerne gelesen!

Copyright © 2012 by Carl Reiner Holdt

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Titel ist auch als Ebook erhältlich

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