Die Roosevelt-Depeschen

Die Roosevelt-Depeschen
(Die besten Stories aus dem Magazine of Fantasy and Science Fiction, 101 Folge)
zusammengestellt von Ronald M. Hahn.

München, Heyne Sciencefiction Taschenbuch 6347.
237 Seiten. 17,90 DM.
Aus dem Amerikanischen von Michael K. Iwoleit, Horst Pukallus und Manfred Weinland.
ISBN 3-453-16200-5

von Gunther Barnewald

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Titel erhältlich bei Booklooker.de

Die 101. Folge der Auswahlbände des berühmten amerikanischen Magazins enthält Stories von Dale Bailey, Ron Goulart, Mike Resnick, Ian R. MacLeod, Robin Aurelian. Pat MacEwen und Jerry Oltion/Kristine Kathryn Rusch.

Auch wenn in diesem Auswahlband sicherlich ein ausgesprochenes Highlight fehlt, so ist es Ronald M. Hahn gelungen, unterhaltsame und gutklassige Geschichten in diesem Buch zu vereinen. Lediglich Mike Resnicks Titelgeschichte fällt leider etwas ab, was besonders schade ist, da der Autor bereits solch geniale Kurzgeschichten verfasst hat wie “Manamouki” (Heyne TB 4855) und “Sieben Blicke in die Olduvai-Schlucht” (Heyne TB 5398). “Die Roosevelt-Depeschen” erzählt dagegen die ausgelutschte Geschichte von ausserirdischen Raumfahrern, die Ende des 19. Jahrhunderts von Teddy Roosevelt im kubanischen Dschungel entdeckt und gejagt werden. Das Ganze langweilt doch eher. (Wie meisterhaft dieses triviale Thema bearbeitet werden kann, zeigt übrigens eine Geschichte von Hal Colebatch aus dem Jahre 1995, welche Bestandteil des von Larry Niven herausgegebenen Buches OUTSIDER bzw. im Original MAN KZIN WARS VII ist, dt. als Bastei Lübbe Taschenbuch 24277).

Weniger überzeugend, dafür aber zumindest stilistisch gelungen, ist ebenfalls Ian R. MacLeods Geschichte “Tirkiluk”, eine Zombiegeschichte, die unter den Eskimos spielt.

Während Robin Aurelians Story “Gummiknochen” zunächst wie eine der üblichen Superheldengeschichten klingt, sich dann aber in eine interessante Studie fremdartiger Fortpflanzungsmöglichkeiten wandelt, variiert Dale Bailey die übliche – Mann findet geheimnisvollen Zauberladen – Erzählung aufs kreativste und erinnert dabei fast an Bradburys beste Geschichten.

Höhepunkt der Anthologie sind sicherlich Ron Goularts verrückt satirische Geschichte der dämonischen Verfolgung eines Studenten, Jerry Oltions/Kristine Kathryn Ruschs Story “Deus X”, die endlich darüber aufklärt, warum Gott Jesus am Kreuz sterben lassen musste (natürlich ist die moderne Psychiatrie schuld!) und Pat MacEwens mitreissende Geschichte eines pubertierenden Jungen, der eine höllische Fähigkeit in sich entdeckt.

Auch wenn wie gesagt ein absoluter Höhepunkt diesmal fehlt, so stellt auch die 101 Ausgabe des MFSF in Deutschland empfehlenswertes Lesefutter dar, wenn auch mit 17,90 DM bei nur knapp 240 Seiten etwas teuer.

Copyright © 2000 by Gunther Barnewald

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