Douglas Adams‘ Raumschiff Titanic

Terry Jones und Douglas Adams
Douglas Adams‘ Raumschiff Titanic

(sfbentry)
Titel der Originalausgabe: Douglas Adams Starship Titanic
Goldmann
ISBN 978-3-44246-981-9
Copyright der Originalausgabe 1997
Taschenbuchausgabe Juli 2009
Übersetzung: Benjamin Schwarz
Umfang 258 Seiten

www.starshiptitanic.com

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Dieses Buch, dass seine Ersterscheinung im Jahr 1997 erlebte, entstand unter etwas kuriosen Umständen. Nachdem Douglas Adams die Idee entwickelt hatte, wurde ihm von seinem Verlag die parallele Entwicklung eines Computerspiels zum Roman auferlegt. Da Adams dies nicht leisten konnte, entschied er sich zunächst gegen der Roman. Schließlich betrat jedoch Terry Jones die Bühne, der die Rolle des verrückten Papageis sprechen sollte. Doch neben der Sprechrolle bot er auch seine schriftstellerische Tätigkeit an und erhielt somit den Auftrag Douglas Adams‘ Raumschiff Titanic zu schreiben. Dies ist das Buch zum Computerspiel.

Irgendwo in der Zukunft, das Imperium der Blerontiner bereitet sich darauf vor, Zeuge eines spektakulären Ereignisses zu werden. Der Stapellauf des größten und eindrucksvollsten Luxusraumschiffes aller Zeiten, des Raumschiff Titanic, steht unmittelbar bevor. Doch dann muss der geniale Architekt Leovinus am Vorabend seines Triumphes erkennen, dass er betrogen worden ist. Die irrsinnig überhöhten Kosten des Projektes, Korruption und geistige Inkompetenz haben ihren Preis gefordert. Statt des eindrucksvollsten Luxusraumers des bekannten Universums findet das blerontinische Genie nur eine Hülle voller Schrott vor. Damit hat er ebenso wenig gerechnet, wie mit dem Umstand, dass das Schiff an SMEV (Spontantem Massiven Existenzversagen) leidet und sich auf einmal mit einigen blinden Passagieren an Bord selbständig macht.

Damit beginnt ein aberwitziges Abenteuer, mit dem kuriosen Humor verbaler Slapstik, wie man es von Douglas Adams Werken kennt. Angefangen bei den Eigenarten blerontinischer Essgewohnheiten über den Schauplatz voller bürokratischer Maschinen bis zu den spleenigen Figuren fühlt sich der Leser bei Terry Jones gleich wie beim Großmeister der humorigen Science Fiction höchstpersönlich. Hier ist die Zukunft ein Chaos, Bürokratie und autonome Maschinen haben sich gegen jedes intelligente Leben verbündet.

Im Grunde ist die Geschichte, die auf knapp 250 Seiten ausgebreitet wird, ohne weitere Bedeutung für das Buch. Sein eigentliches Lesevergnügen generiert Raumschiff Titanic durch die Kombination komischer Elemente. Einige nur auf den ersten Blick ganz normale Menschen werden in ein interstellares Abenteuer geworfen, das an ein Panoptikum der Kuriositäten gemahnt. Da ist der bürokratische Roboter, der auch bei akuter Lebensgefahr keinen Zutritt zur ersten Klasse gewährt, eine ganze Zivilisation technikbesessener Pedanten und als besonderer Höhepunkt die intelligente Bombe, die sich immer wieder verzählt.

Sprachlich wird das Buch damit von seinen Dialogen und den erläuternden Texten des Erzählers dominiert. Die Handlung wird zur Nebensache und entscheidend ist eigentlich immer nur die gerade akute Notlage. Nach dem desaströsen Beinahe-Stapellauf, wird die Geschichte von der drohenden Bombe angetrieben, gelegentlich noch um Angriffe freundlich gesinnter Aliens bereichert. Erstaunlicherweise besitzt die Geschichte sogar ein relativ banales Ende, dass sich mit einem ‚und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende‘ übersetzen ließe. All diese Komponenten machen den Roman zu einem kurzweiligen Vergnügen, verhindern aber zugleich auch, dass er tiefere Wirkung auf seinen Leser entfaltet.

Fazit

Wer hier schnelle Unterhaltung im Stile eines Per Anhalter durch die Galaxis vermutet, der liegt genau richtig. Die Kooperation zwischen Adams und Jones verleiht gewissermaßen das Prädikat ‚by Douglas Adams‘ auch wenn der Schreiber tatsächlich ein anderer ist. Die Hinweise auf ein mehr als zehn Jahre altes Computerspiel wirken zugegeben etwas anachronistisch, wenngleich sie damit schon wieder zum Inhalt des Buches passen. Freunde der humoristischen SciFi a la Adams werden hier bestens bedient. Der Leser ernsthafterer Science Fiction sollte hier gar nicht erst in Versuchung geraten.

Copyright © 2010 by Johannes Heck

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.