Amokdrohungen und School-Shootings – Vom Phänomen zur praktischen Prävention

Armin Himmelrath, Sarah Neuhäuser
Amokdrohungen und School-Shootings – Vom Phänomen zur praktischen Prävention

hep – der bildungsverlag, Bern (CH), 03/2014
PB, Sachbuch, Ratgeber, Psychologie, Gewaltprävention, Schulalltag
ISBN 978-3-0355-0036-3
Titelgestaltung von N. N.
Abbildungen im Innenteil von fotolia und pa
Autorenfotos von N. N.

www.hep-verlag.com
http://mehr.hep-verlag.com/amokdrohungen

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Die kleinen oberbayerischen Städte Freising und Eching, Februar 2002: Ein ehemaliger Schüler der Staatlichen Wirtschaftsschule wurde zum Amokläufer und tötete erst an seinem ehemaligen Arbeitsplatz in Eching zwei Menschen, anschließend in Freising den Schulleiter, und ein weiterer Lehrer wurde schwer verletzt. Niemand wusste in diesen Stunden, was genau sich abspielte. Die anderen Schulen riegelten sich ab, die Schüler telefonierten mit zu Hause und durften erst aus den Gebäuden, nachdem die Polizei Entwarnung gegeben hatte, nachdem der Amokläufer Suizid begangen hatte. Wer unmittelbar betroffen war, wessen Kinder damals eine Freisinger Schule besuchten, wer in den Jahren danach Kinder auf die Wirtschaftsschule schickte, wird sich daran immer voller Grauen erinnern.

Leider ist ein solcher Amoklauf an Schulen kein Einzelfall. Immer wieder geraten die USA in die Schlagzeilen, aber auch in den deutschsprachigen Ländern Europas kennt man das Phänomen, und nicht nur dort. Der Bildungsjournalist Armin Himmelrath und die Psychologin Sarah Neuhäuser haben, mit dem Schwerpunkt auf Deutschland, Österreich und der Schweiz, diese Fälle untersucht und festgestellt, dass es wiederkehrende Muster gibt. Beispielsweise fand man heraus, dass die Täter bislang immer männlich und im Alter von 14 bis 25 Jahre waren. Für gewöhnlich hatten sie Probleme mit ihrem Umfeld, waren isoliert, hatten schlechte Noten, fanden nicht die Anerkennung, die sie begehrten, auch nicht zu Hause. Nachweislich interessierten sie sich für gewaltreiche Computerspiele und Waffen.

Die Amokläufer in den USA und anderen Ländern dienen oft der Inspiration und bewegen den potentiellen Täter zu Drohungen, durch die er zunächst Aufmerksamkeit zu heischen versucht und dann gewissermaßen in Zugzwang gerät. Teils liefert er selbst entsprechende Hinweise gewollt, teils ungewollt. Falls Gerüchte im Umlauf sind, ist es für Lehrer schwer zu entscheiden, ob es bloß Gerede ist oder die Drohungen ernst genommen werden müssen, und wenn ja, was zu tun ist, wie die Tat verhindert werden kann.

Die Experten setzen u. a. auf geschultes Personal, das frühzeitig reagiert, wenn erste Zeichen auf eine geplante Gewalttat hindeuten. Stichproben, bei denen Schüler auf Waffen untersucht werden, sollen zusätzliche Sicherheit bieten. Darüber hinaus wird eine Verschärfung der Waffengesetze angestrebt und die Unterbindung von Berichten seitens der Medien über Tatdetails, die Nachahmer finden könnten.

Das Sachbuch ist methodisch aufgebaut. In mehreren Kapiteln befassen sich die Autoren mit dem Amoklauf an sich, dem allgegenwärtigen Drohpotenzial, dem Täterprofil, den Präventionsmaßnahmen an Schulen und den Forderungen an die Politik. Übersichtlich und gut verständlich werden die Fakten und Anregungen dem Leser nahegebracht. Tabellen, Diagramme und Abbildungen veranschaulichen die Informationen. Da kein Amoklauf spontan gestartet, sondern über einen längeren Zeitraum vorbereitet wird, werden sinnvolle Präventionsmaßnahmen vorgeschlagen, die greifen können, bevor die Situation eskaliert. Der Titel ist eine sehr empfehlenswerte, seriöse Lektüre für Lehrer, aber auch für Eltern und Schüler, die alle jederzeit mit der Problematik in Berührung kommen können.

Copyright © 2015 by Irene Salzmann (IS)

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