Chemische Leckerbissen

Klaus Roth
Chemische Leckerbissen

Wiley-VCH
ISBN: 978-3-527-33739-2
Sachbuch
1. Auflage 22.01.2014
ca. 230 S. – 28,0 x 21,0 cm
Hardcover

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Der Autor

Die originellen Artikel über die Bedeutung der Chemie im Alltag von Klaus Roth, Professor für Chemie an der Freien Universität Berlin, kennen und schätzen die Leser der Chemie in unserer Zeit seit Jahren. Für diese Publikationen wurde er 2008 mit dem Schriftstellerpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker ausgezeichnet. Darüber hinaus zeigt Klaus Roth in zahlreichen Vorträgen sehr überzeugend, dass Chemie eine faszinierende Wissenschaft ist, die nicht nur trocken studiert, sondern auch mit großem Vergnügen genossen werden kann.
(Quelle: Wiley-VCH)

Das Buch

Beinahe ein Dutzend Artikel aus der Zeitschrift “Chemie in unserer Zeit” (ebenfalls im Verlag VCH-Wiley erschienen) und allesamt aus der Feder des Chemieprofessors Klaus Roth sind in diesem Band über “Chemische Leckerbissen” zusammengefasst. Leckerbissen ist dabei ruhig wörtlich zu nehmen, da sich alle Texte mit Dingen beschäftigen, die man zu sich nimmt – auf die eine oder andere Weise. Dabei handelt es sich bei den wenigsten jedoch um regelrechte Nahrungsmittel, allenfalls um Stoffe, die mit der Nahrung aufgenommen werden: Wasser, Saccharin und andere Zuckerersatzstoffe, Tabak, sowie Anis, Zimt, Nelken und Konsorten, die für eine weihnachtliche Note im Gebäck sorgen.

Darüber hinaus gibt es noch Artikel über Chinin, das früher gegen Malaria eingesetzt wurde und sich heutzutage noch als “Bitter”-Komponente beispielweise in Bitter Lemon oder ähnlichen Getränken wiederfindet,  und über die “Pille”, ihre Zuverlässigkeit im Vergleich zu anderen Verhütungsmitteln, sowie ihr Zusammenspiel mit dem weiblichen Organismus. In “Manche mögen’s scharf” beschäftigt sich der Autor mit der Geschichte der Paprika, ihren zahlreichen Arten und vor allem mit dem Stoff, der manche von ihnen für den Menschen schier ungenießbar scharf macht, dem Capsaicin. Weniger Appetitliches weiß der Autor von dem Bakterium Helicobacter pylori zu berichten, das vielen Menschen buchstäblich im Magen liegt und zuweilen zu Magengeschwüren führen kann, und von der giftigen Brechnuss, die das aus vielen Mordgeschichten bekannte Strychnin enthält und das, wer hätte es gedacht, zu Beginn des letzten Jahrhunderts sogar als Dopingmittel eingesetzt wurde. “Mein kleiner grüner Kaktus” ist nur im übertragenen Sinn ein Leckerbissen, wenn man davon absieht, dass Pflanzen dem Menschen als Nahrung dienen und die – darum geht es in diesem Artikel – auf wunderbare Weise aus unseren Stoffwechselprodukten, insbesondere dem Kohlendioxid, via Photosynthese die Energie für ihr Wachstum beziehen.

Für alle, die Spaß an der Chemie haben, ist dies eine tolle Auswahl an interessanten Themen. Die geschichtlichen Überblicke sind im Wesentlichen allgemein verständlich, sehr lesenswert, und auch für Nicht-Chemiker gut zu verstehen. Viele Passagen, insbesondere die vielen Infokästen, in denen Strukturformeln auftauchen, oder Fachbegriffe aus der Chemie verwendet werden, stellt Leser, die nicht so trittsicher in der Chemie sind, auf eine harte Probe. Manches lässt sich noch aus anderen wissenschaftlichen Disziplinen erschließen, anderes bleibt im Dunkeln und muss großzügig übergangen werden. Oft sind solche Passagen nicht unbedingt entscheidend für das Gesamtverständnis, aber sie hinterlassen ein unschönes Gefühl der Unsicherheit. Damit richtet sich der Band hauptsächlich an Chemiker oder solche, die sich in der Chemie gut auskennen. Nicht umsonst wird das Buch (und seine Vorgänger) von der Gesellschaft Deutscher Chemiker als Abiturientenpreis an die besten Chemieabsolventen der teilnehmenden Schulen verliehen, für die es ohne Zweifel, neben der Auszeichnung, eine tolle Motivation und spannende Lektüre ist. Diejenigen, die mit Strukturformeln nichts anfangen können, für die ein Kompressionsmodul dasselbe bedeutet wie die Dielektrizitätskonstante, nämlich der Name eines böhmisches Dorfes, sollten die Finger von dem Band lassen.

Aufgemacht sind die Artikel überaus ansprechend mit vielen Fotos, Kästen, die zusätzliche oder detailliertere Informationen enthalten, aussagekräftigen Tabellen, einigen Interviews und einer insgesamt übersichtlichen Struktur. Ein gutes Sachregister, Bildquellen und die Artikelhistorie runden den guten Gesamteindruck ab.

Fazit

Für Chemiker oder eine “Chemie affine” Leserschaft stellt das Buch “Chemische Leckerbissen” von Klaus Roth ein sehr gelungene Auswahl spannender Artikel und Essays bereit, die sich allesamt um “Leckerbissen” im übertragenen oder im Wortsinn drehen und weit mehr als nur spröde Chemie enthalten.

Copyright © 2014 by Michael Bahner

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