Das Chaos im Karpfenteich oder Wie Mathematik unsere Welt regiert

Richard Elwes
Das Chaos im Karpfenteich oder Wie Mathematik unsere Welt regiert

(sfbentry)
Chaotic Fishponds and Mirror Universes (2013)
Springer Verlag Berlin
ISBN: 978-3-642-41792-4
Sachbuch
Erschienen am 07.08.2014
Aus dem Englischen von Dr. Carl Freytag
XI, 464 S. – 19,0 x 12,7 cm
Paperback

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Der Autor

Richard Elwes hat sich – als Autor, Forscher und Lehrer – der Mathematik verschrieben. In öffentlichen Vorträgen und Radiosendungen zeigt er sich als versierter Vermittler des Faches, er schreibt Beiträge für New Scientist und Plus Magazine, arbeitet als Gastforscher an der University of Leeds und veröffentlicht Fachaufsätze zur Modelltheorie.
(Quelle: Springer Verlag)

Das Buch

Eines kann man von der Mathematik sicherlich nicht behaupten: dass sie nutzlos wäre. Ganz egal welchen Bereich des täglichen Lebens man betrachtet, immer ist sie mit im Spiel. Zugegeben, manchmal muss man etwas tiefer graben, respektive genauer hinschauen. Aber ohne ihre Existenz, ohne ihre Ergebnisse gäbe es fast nichts um uns herum, was wir erklären könnten oder was unser modernes Leben ausmacht. Dennoch haftet ihr hartnäckig der Makel an, langweilig zu sein, weil zu schwierig, zu abstrakt oder zu trocken.

In seinem Buch “Das Chaos im Karpfenteich” sagt Richard Elwes solchen Vorurteilen den Kampf an. Auch wenn nicht alles bis ins Letzte verstanden werden kann – denn daran, dass manche Rechnungen oder Herleitungen tatsächlich schwierig sind, kann auch dieses engagierte Plädoyer nichts ändern -, erhalten willige Mathe-Interessierte zahlreiche Beispiele aus Ökonomie und Chemie, bekommen einen Einblick in die Welt der Computer mit ihren Algorithmen und Projektionen, wie sie unter anderem in Spielen verwendet werden, und vieles mehr. Man muss allerdings kein Mathegenie sein, um den Ausführungen des Autors folgen zu können. Es tauchen zwar einige Formeln auf, aber wirklich algebraische Herleitungen (Gleichungen auflösen u.ä.) gibt es nicht. Dem Autoren kommt es in erster Linie darauf an, zu zeigen, auf welche Weise die einzelnen Themen mit der Mathematik zusammenhängen und wie die Mathematik geholfen hat – und immer noch hilft -, sowohl manchen großen Fragen in der Wissenschaft näher zu kommen als auch Probleme des Alltags zu durchschauen oder einzuordnen.

Als Beispiel für die großen wissenschaftlichen Errungenschaften soll eine von Newtons Arbeiten dienen. Nachdem Kepler zunächst seine drei Gesetze der Planetenbewegung rein durch die Beobachtung gefunden hatte, leitete Newton nur mit Hilfe mathematischer Methoden eben diese Gesetze aus seinem neu gefundenen Gravitationsgesetz her. Hier geht Richard Elwes insbesondere auf die Beschreibung von Kreis und Ellipse und die Keplerschen Gesetze ein, welche Ellipsen als Planetenbahnen annehmen. Den mathematischen Klimmzug, den Newton leistete, beschreibt er nur grob in Prosa, was allerdings weder Newtons Leistung schmälert, noch die zentrale Stellung und die Bedeutung der Mathematik in der Wissenschaft infrage stellt. Auch alltägliche Dinge, bei denen die Mathematik eine große Rolle spielt oder bei denen mit Hilfe der Mathematik erstaunliche Sachen herausgefunden wurden, gibt es in diesem Buch eine ganze Reihe. Beispielsweise die Methode, wie eine Digitalkamera Bilder speichert, wie diese komprimiert werden, wie anhand dieses Mechanismus vorhergesagt werden kann, ob ein Bild für Menschen interessant ist oder nicht.

Die meisten Kapitel sind recht interessant und trotz ihrer Menge auch facettenreich dargestellt. Immerhin kommen bei 35 Kapiteln auf jedes einzelne im Mittel nur 13 Seiten. Wie man sieht, ist die Bildung des Mittelwerts ab und zu durchaus hilfreich, dennoch gehört das zugehörige Kapitel für mich zu den nicht so interessanten, möglicherweise weil das Thema zu alltäglich ist. Insgesamt bietet das Buch allerdings so eine große Spannbreite an Themen, dass es nicht ganz so schlimm ist, wenn einen das eine oder andere nicht gar so fesselt. Am Ende gibt es noch ein Sachverzeichins, aber leider kein Literaturverzeichnis. So werden diejenigen, die ein bisschen mehr in die Mathematik einsteigen wollen, alleine gelassen.

Fazit

Richard Elwes präsentiert mit seinem Buch “Das Chaos im Karpfenteich” ein riesiges Spektrum an Themen, mit dem Ziel, die – vielleicht nicht immer offensichtliche – Omnipräsenz der Mathematik in vielen Bereichen des Lebens den Lesern nahezubringen. Mit seinen manchmal etwas kurzen, aber gut verständlichen Erläuterungen schafft er es, die Inhalte einem populärwissenschaftlich interessierten Publikum zu vermitteln. Mathe ist eben nicht nur was für Nerds!

Copyright © 2014 by Michael Bahner

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