Das Science Fiction Jahr 2008

das-science-fiction-jahr-2008Wolfgang Jeschke, Sascha Mamczak  (Hrsg.)
Das Science Fiction Jahr 2008

(sfbentry)
Heyne Taschenbuch (52436)
ISBN 9783453524361
Sachbuch, Science Fiction
Erschienen: 2008
Umfang: 1504 Seiten
Titelbild: Stephanie Martinière

www.heyne.de

Seit Jahrzehnten macht sich der Heyne-Verlag die Mühe und Kosten eines jährlichen Almanachs zur Science-Fiction. Wie immer titelt es mit der aktuellen Jahreszahl, vom Inhalt naturgemäß aber mit allem bestückt, was im Vorjahr, hier 2007, erschienen ist und rund um die SF wichtig war. Dies ist schlicht ein verkaufstechnisch gewählter Trick, denn wer würde ein in 2008 erschienenes Jahrbuch mit dem Titel „…2007“ erstehen, dem der Nimbus vor „überholt“ anhaften könnte.

Basis bilden wie immer die Pflichtteile Bibliografie der phantastischen Literatur im Heyne-Verlag, Marktberichten zur deutschen, amerikanischen und britischen SF-Szene 2007, etlichen Rezensionen herausragender Titel, Veröffentlichungen in den Nebengebieten Computerspiele, Comics, Hörspiel, Film und Kunst. Daneben bietet der 1504 Seiten starke Wälzer Interviews mit Ursula K. Le Guin, Charles Stross und Andreas Brandhorst. Artikel zum Filmgeschehen in Hollywood – siehe Autorenstreik – , Science & Spekulation und zum Bereich Bücher & Autoren runden das Angebot ab. Darüber hinaus bilden die 13 Beiträge zu Utopia mon amour einen Schwerpunkt des Jahrbuches.

Ich muss zugeben, das ich als SF-Fan seit Jahren „Das SF Jahr xxxx“ hauptsächlich wegen o.g. Pflichtteile erstehe, sei es, um die eigene Sammlung datenmäßig zu pflegen oder um rudimentäres Wissen zu Verlagen, Autoren und Märkten zu erhalten, die man nicht unbedingt in der Tageszeitung findet. Doch mit den Jahren habe ich auch die meisten anderen Beiträge zu schätzen gelernt. Einzig mit Beiträgen wie dem von Richard Saage „…zur Visualisierung der Dialektik einer liberalen Eugenik“ habe ich deutliche Berührungsprobleme; Gottseidank umfasst er nur 23 Seiten.

Ob ein Schwerpunktthema über ein Fünftel des Umfanges einnehmen soll, darüber darf nachgedacht werden. Es hat den Geruch von „schreib-du-auch-mal-was-dazu“, anstelle von Artikeln, welche im Jahr erschienen sind – ohne Druck – und vielleicht ehrlicher ein Spiegelbild dessen wiedergeben, was den Autoren wichtig erschien. Trotzdem ist ein solcher Almanach zu begrüßen, schade nur, das andere SF-Verlage dies nicht tun. Einziger Wermutstropfen ist der happige Preis von 22,00 €. Tipp für 2009: weniger ist mehr.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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