Gefiederte Architekten – Die Kunst des Nestbaus im Vogelreich

Peter Goodfellow
Gefiederte Architekten – Die Kunst des Nestbaus im Vogelreich

Avian Architecture, GB, 2011
Haupt Verlag, Bern (CH), 09/2011
HC, Sachbuch, Natur & Tier, Ornithologie
ISBN 978-3-258-07671-3
Aus dem Englischen von Susanne Warmuth
Titelfoto von Photolibrary/Donal Mullins
Fotos im Innenteil aus verschiedenen Quellen
Illustrationen von Coral Mula

www.haupt.ch
www.coralmula.co.uk/

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei Booklooker.de

Nicht nur der Mensch baut sich Wohnungen. Auch Tiere, beispielsweise Insekten (Bienen, Termiten, Spinnen) und Vögel – interessanterweise nur wenige Säugetiere -, errichten oft aufwändig konstruierte Behausungen und Nester. Mit der „Kunst des Nestbaus im Vogelreich“ befasst sich der Autor und ehemalige Vorsitzende der Devon Birdwatching & Preservation Society, Peter Goodfellow, in dem Sachbuch „Gefiederte Architekten“.

Um dem Vogelfreund die interessanten Informationen zu veranschaulichen, ist das Buch nicht nach den Arten und ihren Gewohnheiten geordnet sondern nach Nest-Typen: „Nestmulden“, „Baumhöhlen und Erdröhren“, „Plattformnester“, „Schwimmende Nester“, „Napfförmige Nester“, „Kugelnester“, „Lehmnester“, „Hängende, gewebte und genähte Nester“, „Haufennester“, „Kolonien und Gemeinschaftsnester“, „Laubennester“, „Essbare Nester und Vorratskammern“.

Allein dieses Inhaltsverzeichnis weist schon auf die beeindruckend vielfältigen Nest-Formen hin, die die Vögel entwickelt haben, in Abhängigkeit zu ihrer körperlichen Beschaffenheit, ihrem Sozialverhalten, den zur Verfügung stehenden Materialien, den Umweltbedingungen und Feinden. Dabei unterscheiden sich auch die Nester von verwandten Arten, und es gibt sogar Vögel, die gar keine Nester bauen. Diese dienen in erster Linie der Aufzucht der Brut und nur selten als Unterkunft.

Jedes Kapitel stellt zunächst ausführlich den Nest-Typ und seine besonderen Merkmale vor. Außerdem werden einige Vogelarten genannt, die sich auf die jeweilige Nest-Form spezialisiert und darüber hinaus oft keinerlei Gemeinsamkeiten haben. Darauf folgt eine genaue Beschreibung, wie und womit das Nest gebaut wird; Zeichnungen visualisieren die Ausführungen, und auch auf Varianten wird hingewiesen. Fotos zeigen Besonderheiten wie typische oder eher ungewöhnliche Materialien, Tarnstrategien, die Anpassung an den Lebensraum. Ebenfalls in Wort und Bild erläutert werden komplizierte Techniken wie das ‚Weben„ und ‚Nähen„. Abschließend finden sich Beispiele für Vogelarten, die den vorgestellten Nest-Typ anlegen. Es gibt einen ‚Steckbrief„, detailliert eingegangen wird auf den Lebensraum und das Nest, die Balz und die Brutpflege u. a. Eigentümlichkeiten, stets ergänzt durch Fotos und Illustrationen.

Man erfährt viel Erstaunliches, z. B. dass einige Vogelmännchen mit geschmückten Nestern die Weibchen umwerben, manche Arten ihr Nest mit Spinnwebfäden fixieren, andere ‚mauern sich ein„ und verlassen ihr selbst errichtetes Gefängnis erst, wenn die Jungvögel flügge werden, einige Küken schlüpfen vollständig befiedert und können sich sogleich selbst versorgen …

Woher die Vögel wissen, wie sie ihr Nest bauen müssen, stellt die Forscher immer noch vor ein Rätsel. Man vermutet, dass es sich um eine genetische Information handelt. Die Informationen sind sachlich und sehr ausführlich. Viele wunderschöne Illustrationen und Farbfotos runden die Erklärungen gelungen ab. Die Abbildungen haben mindestens Diagröße, nehmen oft eine halbe oder ganze Seite ein, so dass das Buch fast Bildbandqualität erreicht. Tier- und vor allem Vogelfreunde, die mehr über den Nestbau erfahren und staunen möchten, können dem vorliegenden Band viel Wissenswertes entnehmen und finden außerdem im Anhang ein Verzeichnis weiterführender Bücher und Internet-Adressen. Insbesondere für ‚Birdwatcher„ ist „Gefiederte Architekten“ ein sehr empfehlenswerter Titel.

Copyright © 2011 by Irene Salzmann (IS)

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