Geheimnisvoller Kosmos – Astrophysik und Kosmologie im 21. Jahrhundert

Thomas Bührke, Roland Wengenmayr
Geheimnisvoller Kosmos – Astrophysik und Kosmologie im 21. Jahrhundert

Wiley-VCH
ISBN: 978-3-527-41267-9
Sachbuch
3. Auflage 16.01.2014
ca. 258 S. – 28,0 x 21,0 cm
Hardcover

www.wiley-vch.de

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Die Herausgeber

Thomas Bührke ist Redakteur von ‚Physik in unserer Zeit‘, freier Wissenschaftsjournalist und Autor mehrerer populärwissenschaftlicher Sachbücher in den Bereichen Physik und Astrophysik. Er studierte Physik an den Universitäten von Göttingen und Heidelberg und promovierte dort am Max-Planck-Institut für Astronomie. Anschließend wechselte er er zum Fachverlag Wiley-VCH, wo er als als Redakteur der ‚Physikalischen Blätter‘ begann und später zu ‚Physik in unserer Zeit‘ wechselte.
(Quelle: Wiley-VCH)

Roland Wengenmayr ist Redakteur von ‚Physik in unserer Zeit‘ und freier Wissenschaftsjournalist. Er studierte in Darmstadt Physik, mit zeitweiligem Aufenthalt am europäischen Forschungslaboratorium CERN in Genf. Nach dem Diplom arbeitete er zunächst als Ingenieur im Chemieanlagenbau. Danach wechselte er zum zum Fachverlag Wiley-VCH. Er arbeitete als Lektor für Physik und Physikalische Chemie. Heute schreibt er für führende Zeitungen, unter anderem über regenerative Energien.
(Quelle: Wiley-VCH)

Vorbemerkung

Sämtliche Artikel in “Geheimnisvoller Kosmos” stammen aus der Zeitschrift “Physik in unserer Zeit”, die ebenfalls im Verlag Wiley-VCH erscheint. Im Vorwort und auch auf dem Backcover wird darauf hingewiesen, dass die Texte der hier vorliegenden 3. Auflage (gegenüber der 2.) aktualisiert und überdies 7 neue Artikel aufgenommen wurden. Beim Vergleich der Inhaltsverzeichnisse der beiden Auflagen fällt auf, dass darüber hinaus einige Artikel in der neuen Auflage fehlen, z.B “Einmal Mars und zurück” oder “Das Pierre-Auger-Observatorium”.

Das Buch

Die Auswahl, die Thomas Bührke und Roland Wengenmayr getroffen haben, sind in vier große Themenbereiche untergliedert: “Planetenwelten”, “Sterne und Schwarze Löcher”, “Observatorien heute und morgen” und “Kosmologie und Teilchenphysik”. Rein thematisch wird hier also ein ganz großer Bogen von der Raumfahrt durch die heimischen Gefilde unseres Sonnensystems, der Beobachtung und der Erforschung der Planeten, über die Physik von stellaren Objekten inklusive Schwarzer Löcher in und außerhalb unserer Galaxis bis hin zum Universum als Ganzem und der Verflechtung der Kosmologie mit der Physik des Allerkleinsten gespannt. Dass dabei nicht alles bis in die tiefsten Tiefen ausgelotet werden kann, ist verständlich und auch gar nicht gewollt. Vielmehr werden interessierten Lesern Artikel präsentiert, die sich mit aktuellen Fragen aus den genannten Themenkreisen beschäftigen und in denen die Wissenschaftler den jüngsten Stand ihrer Forschung vorstellen. Das schließt Berichte über Satellitenmissionen, sowie über bodengesützte Observatorien und weltraumgestützte Teleskope nicht aus.

Eines meiner persönlichen Highlights ist der Aufsatz “Aus Staub geboren” über die Theorie der Planetenentstehung, der zusammen mit den anderen Artikeln, die die Suche nach (u.a. erdähnlichen) Planeten in anderen Sternsystemen thematisieren, ein recht umfassendes Bild von der aktuellen Forschung in diesem Bereich zeichnet. Darin wird beispielsweise beschrieben, wie ein großer Gasplanet während seiner Entstehung aus den äußeren Zonen der protoplanetaren Scheibe zum Zentrum wandern könnte. Diese Theorie der Migration eines Planeten könnte die Existenz der so genannten “Heißen Jupiter” erklären, jupiterähnlicher Exoplaneten, die ihr Zentralgestirn auf einer extrem engen Bahn umlaufen. Gemäß des vorherrschenden Bildes der Planetenentstehung sollten sich in Sternnähe nur Gesteinsplaneten bilden können, jedoch keine gasförmigen. Hier ist man also bei der Lösung eines Rätsels einen markanten Schritt weiter gekommen. In diesem Themenkreis findet man erfreulicherweise auch einen Artikel, in dem verschiedene Methoden zum Aufspüren von Exoplaneten erklärt werden (“Planeten bei fernen Sonnen”), und den ebenfalls sehr interessanten Artikel “Biomarker für eine zweite Erde”, der sich mit der Bestimmung von Signaturen beschäftigt, die Anhaltspunkte für Leben auf solchen Welten geben könnten.

Auch jenseits von Planeten hat der Band jede Menge Interessantes zu bieten: es wird die Theorie von Supernovae erklärt, ebenso noch gewaltigere Explosionen im Universum, die so genannten Gamma-Ray Bursts und die Schwarzen Löcher. Wenn man die moderne Kosmologie behandelt, dürfen auch die großen Schlagwörter, die durch alle einschlägigen Medien gegangen sind, nicht fehlen: die Dunkle Energie und die Dunkle Materie. Ersteres ist jedoch nicht unter “Kosmologie und Teilchenphysik” gelandet, sondern unter der Überschrift “Sterne und Schwarze Löcher”; letzteres wird in einem Artikel über die Suche nach möglichen Kandidaten behandelt, aus der sich die Dunkle Materie zusammensetzen könnte.

Da hier Wissenschaftler selbst ihre Arbeiten vorstellen, sind die Texte einerseits sehr detailliert und fundiert argumentiert, andererseits, obwohl so gut wie keine Formeln vorkommen, sollte man über ein gutes naturwissenschaftliches (hauptsächlich physikalisches) Grundverständnis verfügen. Es könnte sonst passieren, dass am Ende des Artikels nicht viel mehr bleibt als die Erinnerung an ein paar wohl klingende Fachtermini und das Gefühl, trotz allem nicht viel verstanden zu haben. Für Laien, die einen ersten Blick in die Geheimnisse der Astronomie werfen wollen, sicherlich das falsche Buch; für Studenten einer Naturwissenschaft oder andere interessierte Leser, die sich schon länger mit diesen Themen beschäftigen, sollte die Lektüre jedoch keine größere Hürde darstellen. Im Gegenteil, mit den schönen Fotos, den aussagekräftigen meist farbigen Grafiken, den übersichtlichen Tabellen und der insgesamt sehr ansprechenden Aufmachung erlebt man hier Forschung hautnah und für (beinahe) alle Interessierten sehr gut verständlich. Zum Schluss gibt es noch ein ausführliches Register. Schade ist lediglich, dass man weder Angaben darüber findet, in welcher Ausgabe von “Physik in unserer Zeit” die Artikel erschienen sind, noch wann sie geschrieben wurden.

Fazit

Das Buch “Geheimnisvoller Kosmos” skizziert mit seiner sehr gelungenen Auswahl an interessanten und fundierten Artikeln ein aktuelles Bild der Forschung in Astronomie, Astrophysik und Kosmologie. Für alle Sternfreunde, Studenten und auch sonst alle Interessierten, die sich in der physikalischen Gedankenwelt nicht ganz verloren fühlen, sehr empfehlenswert.

Copyright © 2014 by Michael Bahner

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Comments

  1. FRISCH AUFGENOMMEN:

    NEU – BUCHBESPRECHUNG: GEHEIMNISVOLLER KOSMOS – ASTROPHYSIK UND KOSMOLOGIE IM 21. JAHRHUNDERT von Thomas Bührke, Roland Wengenmayr – Rezension von Michael Bahner (FÜR ETWAS ÄLTERE LESER!)

    SFBASAR.DE-ANTHOLOGIE (mit Themenschwerpunkt): “Fragen an den Opa – aus Technik, Wissenschaft und Forschung”

    http://sfbasar.filmbesprechungen.de/allgemein/sfbasar-de-anthologie-mit-themenschwerpunkt-%e2%80%9cfragen-an-den-opa-%e2%80%93-aus-technik-wissenschaft-und-forschung%e2%80%9d/

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