Grabungsleitfaden

Johanna Sigl / Claus Vetterling (Hrsg.)
Co-Autoren: Pieter Collet, Peer Kröger, Martin Sählhof, Chris van der Meijden, Meike Weber, Albert Zink
Grabungsleitfaden

Verlag Philipp von Zabern, 2012
ISBN 978-3-8053-4451-7
Archäologie
Taschenbuch
s/w-Zeichnungen u. farb. Abbildungen
Umfang 158 Seiten
Umschlaggestaltung: Ines von Ketelhodt, k und m design
Umschlagabbildungen: Johanna Sigl

www.zabern.de

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Die Autoren bzw. Herausgeber:

Johanna Sigl M. A. hat ihr Studium in der Ägyptologie 2006 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München mit dem Magister Artium abgeschlossen. Sie ist derzeit Promotionsstipendiatin nach dem Bayerischen Eliteförderungsgesetz der Universität Bayern e.V.
Claus Vetterling M. A. studierte Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, Denkmalpflege und Volkskunde an der Otto-Friedrich-Universität zu Bamberg. Er ist Leiter und Mitbegründer des ReVe Büro für Archäologie, Bamberg.
Quelle: Verlag Philipp von Zabern

Zum Buch:

Spätestens seit den Indiana-Jones-Filmen, träumen wohl auch viele unserer Generation davon, als Archäologe atemberaubende Entdeckungen zu machen und spektakuläre Dinge aus der Vergangenheit ans Licht zu bringen. Auch unsere Eltern und Großeltern dürften dieser Faszination erlegen sein, als berühmte Forscher wie Heinrich Schliemann die lange als Sage betrachtete Stadt Troja (um 1870) oder nach ihm Howard Carter (1922) das Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamuns der Welt präsentierten.

Doch beide waren aus heutiger Sicht nicht das, was man sich unter einem modernen und sorgfältigen Archäologen vorstellt. Ihre Arbeitsweisen waren oft rücksichtslos und sie zerstörten viele Dinge, die heute als unweigerlich verloren gelten müssen. Archäologie und die damit zusammenhängende akribische Arbeit unterscheidet sich massiv von den räuberischen Vorgehensweisen dieser Berühmtheiten und anderer Archäologen, von Grabräubern einmal ganz zu schweigen.

Doch wie geht man nun denn vor? Wie erschließt man ein Grabungsfeld? Wo setzt man erste Testbohrungen, Grabungsschnitte an und mit welcher Ausrüstung sollte man ausgestattet sein? Wir wird eine Fundstelle beschrieben, mit welchen Werkzeugen vermessen und in mehrfacher Weise für die Nachwelt festgehalten? Und heute interessieren uns nicht nur eventuell kostbare Grabbeigaben aus Edelmetallen und Edelsteinen, sondern auch der Inhalt von Gefäßen, die scheinbar unscheinbaren Grabbeigaben und auch das komplette Grabungsumfeld.

Um die Lebensweise, die handwerklichen und architektonischen Fähigkeiten, die Ernährung und sogar Rückschlüsse auf gesellschaftliche, militärische und religiöse Zusammenhänge zu erhalten, sind es oft die früher verschmähten Details, die uns heute noch staunen lassen. Zu Schliemanns und Carters Zeiten hätte man z. B. eine Mumie wie Ötzi eher links liegen gelassen, anstelle nach allen – heutigen – Regeln der Kunst zu erforschen und damit mehr über ihn und seine Zeit herauszufinden, als mit bloßen Goldfunden. Natürlich sind diese auch willkommen und werden ebenfalls gründlicher untersucht wie zu Beginn der Archäologie.

Fazit:

Der „Grabungsleitfaden“ ist m. M. nach somit ein zwingender Bestandteil bei der Ausbildung von Archäologen und allen mit ihnen verwandten Berufsgruppen, Grabungshelfern und Studenten. Leider muss ich an dieser Stelle auch an eine real existierende Gruppe appellieren, sich den Grabungsleitfaden anzuschaffen: die modernen Grabräuber und auch die mitunter sehr seriösen Hobbyarchäologen. Wenn schon niemand illegale Grabungen zu 100 % verhindern kann, dann sollten diese Gruppen wenigstens wissen, was sie bei ihrem Fund zu beachten haben.

Als unverbesserlicher Idealist stelle ich mir sogar vor, dass sie – nach Entnahme des Objektes ihrer Begierde – die Fundstelle nicht weiter zerstören. Anstelle Spuren zu verwischen, sollten sie anonym seriöse Forscher über den Fundort informieren, um wenigstens die für sie uninteressanten – aber für die Welt sehr wohl interessanten Fakten – sichern zu können. Sie meinen, das ist naiv? Ja, aber leider Realität.

Copyright © 2012 by Werner Karl

Titel erhältlich unter Buch24.de
Titel erhältlich unter Booklooker.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.