Marder, Iltis, Nerz und Wiesel – Kleine Tiere, große Jäger

Paul Marchesi/Claude Mermod/Hans C. Salzmann
Marder, Iltis, Nerz und Wiesel – Kleine Tiere, große Jäger

Les petits carnivores, Frankreich, N. N.
Haupt Verlag, Bern (CH), übersetzte, aktualisierte und ergänzte Ausgabe
im Rahmen des Projekts „WIN Wieselnetz – ein Programm zur Förderung von Kleinkarnivoren“: 09/2010
HC, Sachbuch, Natur & Tier
ISBN 978-3-258-07465-8
Titelgestaltung von pooldesign.ch
Fotos, Abbildungen und Karten aus verschiedenen Quellen

www.haupt.ch
www.wieselnetz.ch

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Denkt man an Raubtiere in Europa, fallen einem spontan der Braunbär und der Luchs ein, dabei gibt es noch einige andere, darunter die Kleinkarnivoren (kleinen Fleischfresser). Der vorliegende Titel befasst sich mit den Musteliadae, den Marderartigen, und hiervon insbesondere mit dem Steinmarder, dem Baummarder, dem Waldiltis, dem Steppeniltis, dem Europäischen Nerz, dem Mink (eingeführter Amerikanischer Nerz), dem Hermelin und dem Mauswiesel. Auch einige andere Arten und Carnivoren werden kurz vorgestellt. Man geht davon aus, dass die ersten Säugetiere in der Jura-Periode auftraten. In der Kreidezeit erweiterten diese Insektenfresser ihre Nahrungspalette um Früchte, Beeren etc.

Zu Beginn des Tertiärs lassen sich die ersten Pflanzen und Fleisch fressenden Säuger unterscheiden. Ab dem Paläozän findet man die ersten ‚richtigen„ Karnivoren, die sich aus den fossilen Miacidae entwickelten und die Vorfahren der heutigen acht Landraubsäuger-Familien sind, von denen sieben auch in Europa heimisch sind. Von den Marderartigen, die hier im Mittelpunkt stehen, gibt es nur wenige Relikte. Man vermutet, dass sie gegen Ende des Oligozäns auftauchten und dass die heute lebenden Arten schon vor rund 200.000 Jahren in Europa auftraten. Höhlenmalereien weisen darauf hin, dass sie auch den Frühmenschen bekannt waren. Bereits in der Antike domestizierte man Marderartige, um sie gegen schädliche Nagetiere und bei der Jagd einzusetzen, sowie als Fell- und Fleischlieferanten zu verwenden. Selbst heute hält sie sich so mancher als exotisches Haustier, obwohl viele Tierschützer beklagen, dass es bei diesen Exemplaren zu Veränderungen der Verhaltensmuster kommt, weil die Haltung nicht artgerecht ist.

In der freien Natur sieht man die Marderartigen selten, da sie nachtaktiv, klein, schnell und scheu sind. Allerdings haben sie längst Einzug auch in die Städte gehalten, und so mancher Autobesitzer durfte sich über zerbissene Schläuche, Kabel und Verunreinigungen ärgern. Tatsächlich sind Marderschäden am Auto häufiger als von Rehen und Wildschweinen verursachte. Die Marderartigen sehen possierlich aus, aber es sind trotzdem Wildtiere, die ihren ökologischen Nutzen haben und auch einigen Schaden anrichten können.

Was es an Wissenswertem über sie gibt, ist in diesem Band zusammengefasst: Ursprünge und Systematik; Aussehen und Vorkommen; Lebens- und Wohnräume; Verstecke und Nester; Aktivitätszeiten und –rhythmen; Fortpflanzung und Entwicklung; Nahrungsspektrum und Jagdstrategien; Spuren; Krankheiten, Parasiten und Feinde; Verhältnis zum Menschen; Nachweis, Fang und Forschungsmethoden; Schutz und Förderung. Hinzu kommen „Themenkästen“, die gezielt auf bestimmte Punkte eingehen, und reichliche Farbfotos, die die Marderartigen in ihren typischen Lebensräumen zeigen, bzw. Abbildungen und Karten, die die Informationen veranschaulichen. Im Anhang findet man ein Verzeichnis mit weiterführender Literatur, Angaben zu den Autoren und ein Stichwortregister.

Alles in allem ist „Marder, Iltis, Nerz und Wiesel“ ein schön gestaltetes, informatives Sachbuch, das die Kleinkarnivoren näher vorstellt und durch die wunderschönen Tieraufnahmen besticht. Der Titel wendet sich an Tierfreunde und ist auch als ergänzendes Material im Schulunterricht sehr zu empfehlen.

Copyright © 2010 by Irene Salzmann (IS)

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