Das Niveau singt

Axel Pätz
Das Niveau singt – Tastenkabarett-Lieder

Vertriebscentrum, Dezember 2011
CD mit Booklet
Gesamtspieldauer ca. 40 min.
Kabarett, Humor, Satire
EAN/UPC: 4-260032-561405

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Titel erhältlich bei Amazon.de

Das Niveau sinkt … in der Unterhaltungsbranche. Seien es die plattesten Prolo-Berlin-Witze á la Mario Barth, die ewig sexlastigen Schenkelklopfer von Inge Appelt, die 1.000ste Castingshow oder die nach allen Regeln der Kunst aufgewärmten Alt-Pseudo-Nachrichten der Kategorie „Die 10 unglaublichsten …“, „Die 10 spektakulärsten …“, „Die 10 blödesten …“ was-auch-immer Shows.

Da ist es längst überfällig, ein Gegengewicht zu setzen: „Das Niveau singt“ von Axel Pätz ist dafür das perfekte Beispiel. Denn der Kerl – sorry für diese kumpelhafte Titulierung – hat´s so richtig drauf. Er ist aktuell, bitterböse, dabei gnadenlos entlarvend und unglaublich bitter-komisch. Um es dann auch dem letzten Blödmann klar zu machen, beginnt er seine aktuelle CD auch gleich mit dem Programmtitel „Nirgendwo Niveau“. Und leider, leider hat er absolut recht. Wenn sich ein Starkoch, ein Sternekoch, wie Alfons Schubeck nicht scheut, für MacDonalds anzutreten, dann hat das nichts mehr mit Niveau, mit guten Essen, geschweige denn mit Kochkunst zu tun. Only the money makes the game!

Wir brauchen solche Menschen wie Axel Pätz, die uns schonungslos – am besten tagtäglich – den Schwachsinn um die Ohren hauen, der von allen Seiten auf uns einstürmt, uns überschwemmt. Manchmal komme ich mir vor wie in „Sie leben“ (John Carpenter, 1988). Überall dröhnt es aus Lautsprechern auf uns ein, überall schlagen uns die Werbebotschaften ihre Verführungsslogans ins Gesicht. Soll das alles Ablenkung sein, um uns vor der grausamen Wirklichkeit abzulenken?

Axel Pätz ist einer, der die entlarvende Sonnenbrille aus „Sie leben“ aufgesetzt hat. Und er lässt uns teilhaben am realen Irrsinn: Sein „Schlechter Patient“ weckt in uns Erinnerungen an unseren letzten Arztbesuch. Wir fühlten uns pudelwohl, hatten keinerlei Beschwerden. Doch als wir die Praxis dann verließen, sind wir uns unseres Schicksals bewusst: Wir werden sterben!

So einfach mal den „Müll runterbringen“ artet innerhalb von Sekunden in eine weltumgreifende Müll-Verschiebungs-Anklage aus, „Nordkorea“ ist die wahre „Hymne“ dieser letzten mittelalterlichen Bastion des Kommunismus und „Aufsitzrasenmäher“ ist DER neue Potenzersatz für den Spießbürger. Scheiß auf Porsche, scheiß auf Jaguar, ein Aufsitzrasenmäher mit Seitenauswurf-Grasfangsack ist das Non-Plus-Ultra!

Und natürlich dürfen auch die untersten in der Sozialpyramide nicht fehlen. Der Abschaum, das Allerletzte: Die Banker. Zu Beginn denkt man noch, dass dieses Lied eine vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Story werden könnte, doch – schwupps – wird aus dem Hartz-IV-Empfänger einer, der eine Vision hat: „Morgen gründen wir ´ne Bank“ sollte fester Bestandteil der Banker-Ausbildung sein.

Zum Schluss das Highlight schlechthin: „Zahnzusatzversicherung“ ist ein Wort, das uns runtergeht wie Öl. Und Axel Pätz geht MIR runter wie Öl. Danke, Axel, das es dich gibt (sorry, für diese plumpe Duz-Anbiederung; aber ich fühle: Wir sind Seelenverwandte). Schade, dass diese CD nur 11 Lieder hat. Ich bin jetzt schon heiß auf sein nächstes Programm.

Copyright © 2011 by Werner Karl

Titel erhältlich bei Amazon.de

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