Ammonit

ammonitNicola Griffith
Ammonit

(sfbentry)
Heyne / Science Fiction & Fantasy Hardcover (06/5646)
542 Seiten
ISBN
9783453119093
Originaltitel: Ammonite (1993)
Erschienen: 1996
Uebersetzer: Ingrid Herrmann
Titelbild: Trevor Scobie

Tödlicher Virus oder Chance auf Leben? So oder ähnlich könnte die grundlegende Frage des Romans „Ammonit“ zu Beginn der Geschichte lauten, denn ein tödlicher Virus bedroht das Kontingent der Durallium Company, das auf dem Planeten Jeep eine erste Basis aufgebaut hat und die Nutzbarkeit des Planeten für die Menschheit erforschen soll. Doch bereits nach kurzer Zeit stellt sich heraus, das der Planet – oder besser die einheimische Biologie – nicht für alle Menschen das Überleben garantiert. Ganz im Gegenteil: Schon bald sterben alle Männer und ein Drittel der Frauen an dem Virus. Mit aller Macht sucht die Company nach einem Impfstoff gegen die seltsam verlaufende Krankheit und schließlich schickt man zum wiederholtem Male eine Xenobiologin von dem Forschungsraumschiff Estrade hinunter auf den Planeten.

Marguerite Angelica Taishan weiß, dass sie niemals wieder zurück kann, denn die Wirkung des neuen Impfstoffes FN-17 ist nicht sicher und auch wenn er wirken sollte, würde die misstrauische Company sie so ohne weiteres zurücklassen? Denn im Orbit kreist noch ein weiteres Raumschiff, der Kampfkreuzer Van Damme, dessen Befehle ein rigoroses Einschreiten verlangen, sollte die geringste Gefahr einer Ausbreitung des Virus bestehen.

Doch auf dem Planeten stößt Marguerite auf eine völlig neue Situation: Zu einem weit in der Vergangenheit liegendem Zeitpunkt mussten schon einmal Menschen auf Jeep gelandet und auch damals alle Männer dem Virus erlegen sein, denn mittlerweile existieren verschiedenartige matriarchalische Gesellschaftsformen, deren Wildheit und geheimnisvolle Vermehrung Marguerite immer mehr in Bann schlagen. Schließlich sieht sie nur eine einzige Chance, dem Virus auf die Spur zu kommen und ihr Überleben auf Jeep zu sichern: Sie muss selbst zu einer einheimischen Kriegerin werden und sich völlig dem Virus ergeben.

Mit Recht verweist der Klappentext auf die Hoffnung, dass die Autorin Nicola Griffith in die Fußstapfen von Ursula K. Le Guin und James Triptree treten könnte, denn selten genug bekommt man einen Roman zu lesen, der einem in eine völlig andere Welt und Lebensweise führt. Wieder ein Beispiel für die unerschöpfliche Vielfalt des Genres Science-Fiction. Keine Aliens, keine Raumschlachten und trotzdem Spannung und erstklassige Unterhaltung auf 542 Seiten. „Ammonit“ ist Nicola Griffith´s Erstlingswerk im Bereich Science Fiction, für den sie 1993 den James Tiptree Jr. Award gewann. Für Slow River erhielt sie den Nebula Award für den besten SF-Roman, 1999 erschienen als Heyne-SF Band 06/6306, ISBN 3453149149: „Untiefen“.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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