Cardassia – Die Lotusblume

Una McCormack
Cardassia – Die Lotusblume
Die Welten von Star Trek: Deep Space Nine 1

Worlds of Star Trek: Deep Space Nine Vol. 1 (Cardassia & Andor)
Cross Cult, Ludwigsburg, 07/2012
TB, SF
ISBN 978-3-8642-5029-3
Aus dem Amerikanischen von Christian Humberg
Titelgestaltung von Martin Frei

www.cross-cult.de/
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Immer noch sind die Cardassianer mit dem Wiederaufbau ihrer Heimatwelt beschäftigt, nachdem das Dominion nur noch rauchende Trümmer übrig gelassen hat. Keiko O’Brien wird ein wichtiges landwirtschaftliches Projekt angeboten, das sie zu betreuen gerne annimmt, und obwohl ihr Mann Chief Miles O’Brien nicht gerade begeistert ist, auf Cardassia ein neues Leben zu beginnen, arbeitet er eng mit Garak zusammen am Wiederaufbau. Doch inmitten von Vorträgen und politischen Debatten erreicht Miles, Garak und Kastellan Ghemor die erschreckende Nachricht, dass eine vierzehnjährige Cardassianerin die Mitarbeiter am Andak-Projekt, das Keiko leitet, als Geiseln genommen hat. Verkabelt mit immens viel Sprengstoff fordert sie den Rückzug aller Nicht-Cardassianer im Auftrag einer radikalen Bewegung, die vor allem die Einmischung der Sternenflotte als höchst bedenklich einstuft. Miles eilt an der Seite des ehemaligen Guls Macet sofort zum Brennpunkt, denn es steht nicht nur das Leben seiner Frau Keiko auf dem Spiel, sondern auch das seiner beiden Kinder Molly und Yoshi …

Die Reihe „Die Welten von Star Trek: Deep Space Nine“ soll die Lücke zwischen der achten und neunten Staffel füllen, die ausschließlich in Form von Romanen erzählt werden. Auch diese Bücher werden hierzulande vom Cross Cult-Verlag veröffentlicht, der die Fans weiterhin in schöner Regelmäßigkeit mit neuem Lesestoff aus dem Roddenberry-Universum versorgt, nachdem der Heyne-Verlag die Veröffentlichung selbiger eingestellt hat. Im Gegensatz zu den amerikanischen Original-Romanen, in denen jeweils zwei Welten-Storys in einem Band publiziert wurden, hat man sich bei Cross Cult entschlossen, die Romane einzeln herauszubringen. Der Grund dieser Entscheidung dürfte wohl ausschließlich finanzieller Natur sein, und so erwartet den Leser eine insgesamt sechsteilige Reihe, in der nach und nach jede einzelne Welt näher beleuchtet wird, die bei „Deep Space Nine“ eine größere Rolle spielt. Den Anfang macht logischerweise Cardassia, denn immerhin handelt es sich bei DS9 um eine ehemalige cardassianische Station, einst Terok Nor genannt. Natürlich erstrahlt Cardassia Prime ein Jahr nach Beendigung des Dominion-Krieges noch lange nicht in altem Glanz, und so zeigt sich das ehemals so stolze Volk plötzlich sehr verletzlich, geradezu gebrochen. Dass die einstige Besatzungsmacht von Bajor sich nun in einer ähnlich prekären Situation befindet, stellt wohl den größten Reiz des vorliegenden Romans dar, der ansonsten recht unspektakulär und stellenweise sogar regelrecht langweilig ist.

Mit den O’Briens und Garak hat der Leser immerhin feste Bezugspersonen, die man noch aus der Fernsehserie kennt, und auch mit einigen Figuren, die erst in den Romanen zur achten Staffel dazu gestoßen sind, gibt es ein Wiederlesen. Leider wird die Geschichte, die mit knapp 200 Seiten ohnehin nicht sonderlich umfangreich ist, dadurch auch nicht spannender. Zu behäbig und vorhersehbar wird die Handlung um die Geiselnahme und die fanatischen Cardassianer erzählt. Zudem braucht das Buch fast die Hälfte seiner Seitenzahl, um endlich zum zentralen Thema vorzustoßen. Vorher muss sich der Leser durch endlose Dialoge quälen, in denen Keiko ihren Beitrag zur Völkerverständigung leistet und O’Brien sein Verhältnis zu Garak aufbessert. Wenigstens werden alle Stammcharaktere der Raumstation und sämtliche wiederkehrenden Cardassianer aus der Serie zumindest erwähnt, obwohl dass allein nicht für einen guten „Star Trek“-Roman ausreicht. Auch die Dialoge von Garak hat man so schon wesentlich ausgefeilter und geschliffener gelesen. Und schließlich bleibt noch das Mysterium des bärtigen Cardassianers offen, denn soweit bekannt, wachsen den Angehörigen dieses Volkes keine Bärte.

Aufgewertet wird der Roman durch ein informatives und sehr interessantes Interview mit der Autorin Una McCormack. Die Covergestaltung ist im Gegensatz zum Roman außerordentlich gut gelungen und zeigt das Antlitz des beliebten Seriencharakters Elim Garak und darunter das aus der Serie so vertraute Panorama von Cardassia Prime. Unspektakulärer Start der neuen „Star Trek“-Reihe. Obwohl Garak und die O’Briens die Hauptrollen in diesem Roman spielen, bleibt die Story größtenteils langweilig und vorhersehbar. Wenig Handlung, viel Gerede. Dass ist man gerade von der Serie „Deep Space Nine“ anders gewohnt.

Copyright © 2013 by Hilleberg, Florian (FH)

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