Die Saga der Sieben Sonnen 01 – Das Imperium

Das Imperium
Kevin J. Anderson
Die Saga der Sieben Sonnen, Band 1

Originaltitel: Hidden Empire (2002)
Heyne 52181
ISBN 3453521811
Umfang: 542 Seiten
Erschienen: 2006
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Titelbild: Stephen Youll

Die Menschheit hat nach Jahrhunderten der Raumfahrt ein kleines Sternenreich errichtet, die Terranische Hanse. Das Heimatsystem und die knapp 70 Kolonialplaneten werden durch die TVF, die Terranische Verteidigungsflotte, beschützt. Die Menschheit wird offiziell angeführt vom Großen König Frederick, die wahre Macht liegt jedoch beim Vorsitzenden der Hanse, Basil Wenzeslas. Außer mit dem Ildiranischen Reich hat man noch keinen Kontakt mit anderen außerirdischen Lebewesen geknüpft. Nicht dass es diese nicht gäbe, man vermutet eine Vielzahl von ihnen, aber direkt auf sie gestoßen ist man noch nicht.

Manche der irdischen Kolonien entwickeln sich bereits zu eigenständigen Völkern, zeigen sogar deutliche körperliche und geistige Anpassungen, aufgrund der Lebensumstände und Umweltbedingungen in den Kolonien. Auf Theroc z.B. existiert ein halb(?)intelligenter Weltwald, der jedem Menschen telepathische Fähigkeiten verleiht, der sich auf eine Art Symbiose mit ihm einlässt. Da diese Fähigkeit die einzige Möglichkeit ist, zeitlich unmittelbar von Planet zu Planet, von Schiff zu Schiff zu kommunizieren, sind die Grünen Priester von Theroc und ihre Waldableger überall hoch willkommen. Die Theronen verbreiten dabei auf vielen Planeten und Stationen den Weltwald.

Die mehrrassige und teilweise menschenähnliche Spezies der Ildiraner kann – ab einer bestimmten Anzahl von Individuen – zumindest empathisch durch das Thism  miteinander verbunden sein. Ihr Weiser Imperator fühlt im wahrsten Sinne des Wortes die Stimmung seiner Untertanen. Die Ildiraner sind tausende von Jahren länger als die Menschen im All unterwegs und haben dereinst deren relativ primitive Generationenschiffe entdeckt und manche Katastrophe verhindert. Den Kernpunkt des Ildiranischen Reiches bildet eine Gruppe von sieben Sonnen, welche eine ganze Reihe an bewohnbaren Planeten besitzen. Doch das Sternenreich der Ildiraner ist weit größer als das der Menschheit. Man besitzt zwar auch eine Solare Flotte (nicht bezogen auf das menschliche Zentralgestirn), aber aufgrund des Friedens mit der Menschheit und keinen Bedrohungen durch mögliche andere Lebewesen begnügt sich die Solare Flotte mit Festlichkeiten und showähnlichen Manövern, die eher einen unterhaltenden, denn als militärischen Charakter haben.

Die Roamer, eine menschliche Splitterkolonie, hat sich auf ein Leben im All, in Raumschiffen und –stationen verlegt, da ihnen ihre Freiheit als höchstes Gut erscheint. Ihre Lebensgrundlage ist die Produktion von Ekti, Treibstoff für die Raumfahrt, dass sie in Himmelsminen aus der Atmosphäre von Gasplaneten gewinnen.

Alle, Menschen, Ildiraner, Theronen, Roamer und etliche andere fanden und finden immer wieder auf fremden Planeten Überreste einer untergegangenen Zivilisation, den Klikiss. Deren Planeten sind zwar immer verwüstet, doch manche Klikiss-Stadt wird für die Xeno-Archäologen zur Schatzkammer. Von den Klikiss selbst hat man noch kein Exemplar gefunden, doch viele ihrer – wahrscheinlich ihren Schöpfern an Gestalt nachempfundenen – Roboter hat man entdeckt und aktivieren können. Leider findet sich in ihren Speicherbänken kein Hinweis auf den Grund des Niederganges ihrer Herren.

Nach vielen Jahren der Forschung haben Menschen jedoch eine Klikiss-Technik entschlüsselt, nachgebaut und damit einen Gasriesen gezündet und zu einer kleinen Sonne werden lassen. Die bisher Eis starrenden und unbewohnbaren Planeten und Monde dieses Systems will man damit zu neuen besiedelbaren Welten verwandeln.

Doch unmittelbar bevor der Gasplanet durch die Klikiss-Fackel sich zur Sonne wandelt, sind für Sekunden kugelförmige Raumschiffe in den dichten Gaswolken zu erkennen, die fluchtartig dem Inferno entkommen. Es dauert nicht lange, bis die nun eisfreien Monde des Systems von ihnen angeflogen und vernichtet werden. Und auch eine nach der anderen Himmelsmine der Roamer und Ildiraner wird von den geheimnisvollen Fremden vernichtet. Innerhalb kürzester Zeit bricht die Produktion von Treibstoff zusammen und die Menschheit und das Ildiranische Reich sehen sich einem Feind gegenüber, mit dem sie nicht gerechnet haben.

„Das Imperium“ ist der Auftakt zu einem wirklich lesenwerten Zyklus, der auf sieben Bände konzipiert ist. Kevin J. Anderson zeigt hier, was man von guter Science Fiction erwartet: Phantasievolle Zivilisationen, fremde Kulturen, gewachsen aus der Vielfältigkeit menschlicher Anpassungsfähigkeit. Und trotzdem bleibt auch in der Zukunft der Mensch ein Mensch, mit all seinen Vorzügen und Fehlern. Dabei vergisst Anderson auf keinen Fall, dies in eine spannungsgeladene Geschichte zu packen. Es gibt viele Zyklen, die sich Saga nennen, die Saga der Sieben Sonnen trägt diese Bezeichnung mehr als zu Recht.

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