Die 501. – Star Wars Imperial Commando 1

501Die 501.
Star Wars – Imperial Commando 1
Karen Traviss

Panini Books (2009)
ISBN 9783833219351
Science Fiction, Taschenbuch
Umfang: 538 Seiten
Cover: Greg Knight
Übersetzer: Jan Dinter

www.paninicomics.de
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Vorwort

Jeder Star-Wars-Fan – und wahrscheinlich die meisten SF-Fans ebenso – kennen die „Order 66“. Jene Order, mit welcher Kanzler Palpatine, in Wahrheit ein dunkler Sith-Lord, den letzten Schritt von der Republik hin zum Imperium, und selbst vom gewählten Kanzler hin zum Imperator beschreitet. Die Order 66 bedeutet die Ermordung aller greifbaren Jedi, vom Jüngling, von den Padawanen und Jedi-Rittern bis hin zu den Meistern. Und es sind die Klonsoldaten der Republik, welchen diesen Verrat und Mord an ihren bisherigen Verbündeten ausüben sollen und ja auch tun. Auch sie wandeln sich von Republic Commandos in Sekundenschnelle zu Imperial Commandos. Im Film haben wir dies in der Episode III der Star-Wars-Reihe „Die Rache der Sith“ in schrecklich-schönen Bildern miterleben können.

Zum Buch

Der Roman „Die 501.“ spielt 3 Wochen nach diesen dramatischen Ereignissen. Die 501. soll zur persönlichen Eliteeinheit Darth Vaders geformt werden, genauso schwarz gekleidet und tödlich wie dieser abtrünnige Meister der dunklen Seite, auf die ihn der frischgebackene Imperator gezogen hat.

Ich hatte mich schon damals beim Film gefragt, warum dieser Verrat der Klonsoldaten so „reibungslos“ von statten ging. Ich hatte vermutet, dass die Klone des Spenders Jango Fett von den Kaminoanern so erschaffen wurden, dass sie nicht nur möglichst perfekte Soldaten abgaben, sondern auch Befehle ihrer Vorgesetzten kritiklos ausführten, vielleicht sogar psychisch entsprechend konditioniert wurden. Doch weit gefehlt. Keine Tiefenhypnose, kein einprogrammierter Zwang, sondern die schlichte nibelungentreue Ausführung eines Befehls zum Massenmord und Auftakt zu einem neuen Krieg mit vertauschten Vorzeichen. Klone sind Befehlsempfänger! Gottlob aber keine perfekten!

Und hier fängt der interessante Teil der Geschichte der Klone an: Sie wurden von den Kaminoanern unter anderem mit beschleunigtem Wachstum geschaffen. Schließlich kann ein Kunde nicht 20 Jahre auf seine Bestellung warten. Die Klone reiften innerhalb weniger Jahre zu ausgewachsenen Männern heran. Doch ab dem Tag ihrer „Geburt“ unterliegen sie den individuellen Einflüssen ihrer Umwelt. Zu Beginn natürlich alle gleich auf dem Planeten Kamino und während ihrer Ausbildung. Aber schon hier liegen die Wurzeln zu verschiedenen Erfahrungen und der Bildung entsprechend differenzierter Charaktere. Missglückte Klonergebnisse, einige wenige unentdeckte Machtbegabte und unterschiedliche Intelligenzgrade ergeben unausweichlich auch unerwünschte „Endprodukte“: Äußerlich zwar identisch, aber innerlich oft genug völlig verschieden.

Und genau dies ist die eigentliche Story des vorliegenden Romans von Karen Traviss. Wir erleben mit, wie der mandalorianische Ausbildungs-Sergeant Kal Skirata seine Schützlinge als seine Kinder betrachtet. Er ist nicht damit einverstanden, dass sie sich für Machtbegabte hinschlachten lassen, ob Jedi oder Sith, ob helle oder ob dunkle Seite der Macht. Für ihn sind alle Machtbegabten das Grundübel, der Quell für millionenfachen Mord und immer neue Kriege. Womit er tatsächlich ja auch Recht hat. Und so beginnt Kal Skirata seinen eigenen Kampf. Er sammelt all jene Klone um sich, die nichts mit dem Imperium oder der Republik zu tun haben wollen. Sein erstes erklärtes Ziel ist die Mitarbeit der tausendjährigen Kamioanierin Ko Sai, welche die Wachstumsbeschleunigung stoppen soll. Denn auch ein Klon will leben…

Fazit

Im Prinzip hört sich dies alles überaus spannend an und man lechzt auf jeden Hinweis, der uns dummen erdgeborenen Star-Wars-Fans neue Einblicke in die Saga eröffnet, welche uns die Filme vorenthalten. Die Hoffnung auf die letzte Trilogie der ursprünglich auf 9 (!) Filme konzipierten Reihe wird gerade durch solche Ideen noch mehr geschürt. Wir wollen mehr, George Lucas!

Doch oh weh! Leider kann Karen Traviss hier dem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Sie schafft es doch tatsächlich, den überaus spannungsträchtigen Plot so langweilig in Worte zu fassen, dass ich genervt in der Hälfte des Buches das Handtuch geschmissen habe. Dazu trägt noch bei, dass sie alleine bei den Namen der Protagonisten so eine Verwirrung erzeugt, dass man wirklich nicht mehr weiß, wer ist wer, und wer gehört zu wem. Da helfen auch die Kapitelüberschriften wenig. Ich glaube, es ist 50 Bücher her, dass ich einen Roman nicht zu Ende gelesen habe. Wenn ich mich abgeregt habe und mein Frust abgeklungen ist, werde ich den Rest – vielleicht – noch lesen. Schade, das hätte ein anderer Autor zu einem Hammerbuch gemacht. Chance verpasst.

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