Die Feuertaufe

David Weber, Jane Lindskold, Andy Presby und Timothy Zahn
Die Feuertaufe
Honor Harrington 27

Originaltitel „In Fire forged” (2011)
Bastei Lübbe, 2012
Science-Fiction
ISBN 978-3-404-20662-9
Umfang 524 Seiten
Lektorat Ruggero Leò
Titelbild Arndt Drechsler

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Vorwort:

„Die Feuertaufe“ ist KEIN Bestandteil der laufenden Haupthandlung, die m. M. nach mit den beiden vorangehenden Teilen „Mission of Honor“, deutsch: „Honors Mission“ und „Der letzte Befehl“ einen neuen Höhepunkt der Serie darstellten.

Zum Titel:

Ach ja, es ist schon ein Kreuz. Vor allem mit Menschen, die nicht lesen können. Oder noch schlimmer: das, was sie lesen (könnten) nicht verstehen. Ein einziger Blick auf das Cover von „Die Feuertaufe“ zeigt überdeutlich, dass nicht nur David Weber angegeben ist, sondern noch drei weitere Co-Autoren, als da wären Jane Lindskold, Andy Presby und Timothy Zahn. Ergo kann man als Leser davon ausgehen, dass es sich nicht um einen geschlossenen Roman der Haupthandlung handelt, sondern bestenfalls um Einzelabenteuer, die irgendwie (oder auch nicht) in Zusammenhang stehen. In jedem Fall aber im Honor-Harrington-Universum Webers spielen. Und das tun sie. Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis schafft endgültig Klarheit.

Ich habe „Rezensionen“ unter einer bekannten Verkaufsplattform gelesen, nein, erlitten, die sich darüber ausk… – t´schuldigung – auslassen, dass dies ein Etikettenschwindel des Autors, des Verlages, der Plattform usw. wären. Bullshit, sage ich. Wie dumm oder naiv kann man denn sein, diesen zarten Hinweis auf dem Cover zu übersehen? Und ist es denn heutzutage schon verdammenswert, wenn man mit irgendeinem Produkt Geld verdienen will?

In Zeiten allerlei elektronischer Ablenkungen – schon wieder t´schuldigung – nein: Unterhaltungsmöglichkeiten kämpfen viele Verlage ums nackte Überleben. Ein Verlag wie Bastei-Lübbe sicher nicht. Aber er tut trotzdem nichts Unrechtes, wenn er ein Zugpferd wie David Weber unter seinen Fittichen hat und solche Titel wie „Die Feuertaufe“ herausbringt. Und der Verlag kann nur das bringen, was der Autor (und seine Kollegen) eben an Texten schreiben. Ob nun auf Veranlassung des Verlags hin oder aus eigenem Antrieb ist hier auch zweitrangig. Wenn also schon ein Vorwurf erhoben wird, dann allerhöchstens gegen den Autor. Und warum sollte er es denn nicht tun? Er als Zugpferd liefert eine eigene Story, die anderen Autoren nutzen seinen Bekanntheitsgrad, um sich einem größeren Publikum vorzustellen. Nun ja, Timothy Zahn ist ja nun selbst kein Unbekannter mehr. Ist das denn nicht mehr erlaubt?

Zum Inhalt:

Die Story „Ruth“ (Ruthless) stammt aus der Feder von Jane Lindskold, gefolgt von „Ein kriegerischer Akt“ (An Act of War) von Timothy Zahn und dann „Auf zum Tanz!“ (Let´s dance!) von Weber selbst. Aber wo bleibt Andy Presbys Beitrag? Bei keinem der drei vorgenannten Stories ist er dort als Co-Autor angegeben. Sollte vielleicht von ihm die „Einführung in die Entwicklung moderner Sternenschiff-Panzerungen“ stammen? (Ja, tut er, hab ich gerade noch recherchiert). Oder die vier Grafiken am Ende des „Artikels“? Diese Info bleibt uns der Verlag schuldig. Und auch das: Zu keinem der Autoren ist auf der Verlagsseite ein Info zu finden. Wie gesagt, Timothy Zahn kennt man schon (Blackcollar, Cobra-Dynastie, Star Wars-Romane usw.).

Fazit:

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er solche Titel kauft und liest oder nicht. Für mich als Science-Fiction- und David-Weber-Fan, erst recht als Sammler ist dies ohnehin keine Frage. Und ich habe mich auch mit „Die Feuertaufe“ annehmbar unterhalten. OK, ein kleines Manko habe auch ich gefunden: In Lindskolds Story fahren die Raumschiffe von A nach B. Entweder ist sie Fan von Ballonfahrten und fand dieses Wort passend. Oder der Übersetzer hat hier mehrfach geschlafen oder schlichtweg falsch übersetzt.

Bemerkung zur Beschreibung der Fortbewegung mit Raumschiffen:

In unserer realen Welt bezeichnen die Sowjets ihre Raketenabschussrampen als „Weltraumbahnhof“ z. B. Baikonur, so als ob dort Züge auf festen Geleisen ins All starten. Beides finde ich gelinde gesagt irreführend und auch technisch falsch, da die Verwendung dieser Bahnhofterminologie feste Wege suggeriert, das All aber bis dato keine festen „Straßen“ oder „Strecken“ erkennen lässt (und wahrscheinlich auch nie haben wird).

Die angloamerikanischen Spaceports (wir lassen mal den Begriff Spacecenter beiseite, da ein Zentrum eher etwas mit Fabrikation zu tun hat und nicht unmittelbar mit einer Startvorrichtung assoziiert wird), also Raumhäfen, erfüllen wenigstens den jahrzehntelangen Sprachgebrauch der Science-Fiction, da ja Raumschiffe zu Häfen passen. Allerdings schwimmen die Schiffe ja nicht durchs All, sondern sie fliegen. Oder sollte man das Wort fliegen nur dann benutzen, wenn man eine Atmosphäre durchfliegt? In älteren Romanen hat man schlüssigerweise den Zusammenhang Fliegen-in-der-Luft auf Flugzeuge und Fliegen-im-Weltraum auf Raumflugzeuge ausgeweitet. Es gab auch die Variante: Raumfahrzeuge, womit sich der – falsche – Kreis schließt. Aber fahren trifft es nun wirklich nicht.

Raumgleiter wiederum stellt man sich unwillkürlich als kleine oder erhaben – und langsam – gleitende Vehikel vor. Raketen ins All schießen, trifft eben nur auf torpedoförmige Flugobjekte zu und hat stets einen militärischen Charakter. Darüber hinaus zeichnet Raketen eine beschränkte Manövrierfähigkeit aus, die moderne Vehikel in einschlägigen SF-Filmen und Büchern längst überflügelt haben. Upps, schon wieder eine Zuordnung: Flügel – Fliegen – Flugzeug.

Ich neige trotz der auch nicht perfekten Bezeichnung der Verwendung von Fliegen zu, da zumindest ein Flug nicht auf einer starren Straße oder Schiene erfolgt, sondern in alle drei Dimensionen möglich ist. Oder sogar in die vierte Dimension … Oh je, in „Zurück in die Zukunft“ hat aber sogar das ein Auto geschafft.

Copyright © 2012 by Werner Karl

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Titel bei Amazon.de: Honor-Harrington-Reihe

Band 1: Auf verlorenem Posten
Band 2: Die Ehre der Königin
Band 3: Ein schneller Sieg
Band 4: Mit Schimpf und Schande
Band 5: Im Exil
Band 6: Ehre unter Feinden
Band 7: In Feindeshand
Band 8: Die Siedler von Sphinx
Band 9: Der Stolz der Flotte
Band 10: Die Baumkatzen von Sphinx
Band 11: Wie Phoenix aus der Asche
Band 12: Die Raumkadettin von Sphinx
Band 13: Ein neuer Krieg
Band 14: Honors Krieg
Band 15: Die Spione von Sphinx
Band 16: Der Sklavenplanet
Band 17: Um jeden Preis
Band 18: Auf Biegen und Brechen
Band 19: Der Schatten von Saganami
Band 20: An Bord der Hexapuma
Band 21: Die Achte Flotte
Band 22: Sturm der Schatten
Band 23: Jeremy X
Band 24: Die Fackel der Freiheit
Band 25: Honors Mission
Band 26: Der letzte Befehl
Band 27: Die Feuertaufe

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