Die Flotte der Puppenspieler

die-flotte-der-puppenspielerLarry Niven und Edward M. Lerner
Die Flotte der Puppenspieler
Ringwelt-Roman

(sfbentry)
Bastei Lübbe (2008)
ISBN 9783404243730
Originaltitel: „Fleet of Worlds” (2007)
Umfang: 428 Seiten
Taschenbuch, Science Fiction
Übersetzer: Ulf Ritgen
Titelbild: Les Edwards

www.luebbe.de

Vorwort

Wenn man Science Fiction nicht nur ab und zu, sondern regelmäßig liest, kennt man zumindest die ersten beiden Romane aus dem Ringwelt-Universum: „Ringwelt“ und „Die Ringwelt-Ingenieure“. Beide zählen zum Besten, was das Genre zu bieten hat und sind auch im Schaffen Larry Nivens absolute Highlights. Das – Jahre danach – etliche Fortsetzungen und Prequels diesen Erfolgen nachgeschoben wurden, ist buisiness-as-usual.

Zum Buch

„Die Flotte der Puppenspieler“ handelt weit vor den Ereignissen der beiden o.g. Romane und hat – naturgemäß – noch nichts direkt mit dem Artefakt Ringwelt zu tun.

Man schreibt das Jahr 2650 und die Menschheit besiedelt einen winzigen Teil der Milchstraße. Sie hat Kontakt zu einigen außerirdischen Völkern, darunter den weit fortgeschrittenen Puppenspielern, die von Menschen ihren Namen aufgrund ihres Körpers verliehen bekamen. Die Puppenspieler sind Herdenwesen mit zwei unabhängigen Köpfen auf langen Hälsen, einem kugeligen Korpus und drei gleichmäßig verteilten Beinen mit Hufen. Arme oder Hände haben sie nicht. Manuelle Tätigkeiten führen sie mit Hilfe ihrer Münder und Zungen aus. Und Puppenspieler sind Sicherheitsfanatiker und pflegen einen ihrer Urinstinkte – den Fluchttrieb – bis zu extremen Auswirkungen.

Innerhalb weniger Jahre verschwinden plötzlich die Puppenspieler von allen Welten der Menschen  spurlos. Damit hat die Menschheit auch keinen Zugang mehr zur fantastischen Raumschiffstechnologie der Puppenspieler. Suchkommandos der Vereinten Nationen nehmen die Suche nach dem unbekannten Heimatplaneten der Puppenspieler erneut auf. Schon immer hatten die Puppenspieler ein Geheimnis aus der Position ihrer Heimatwelt gemacht.

Was die Menschheit nicht ahnt, wird dem Leser offenbart: Das galaktische Zentrum der Milchstraße ist explodiert. Warum oder auf welche Weise erfährt man nicht. Man kann vermuten, dass aufgrund einer Supernova die sehr dicht stehenden Sterne in einer Kettenreaktion vernichtet wurden. Ob die Explosionswelle noch anhält oder sich in weniger dicht stehenden Bereichen des Alls leer gelaufen hat, wird ebenfalls nicht verraten. Doch was der Leser erfährt, ist dies: Die dabei erzeugte Strahlungswelle ist absolut tödlich und jegliches Leben in der Galaxie ist von der vollständigen Auslöschung bedroht. Und dies ist der Grund für das Verschwinden der Puppenspieler.

Mit ihrer Hochtechnologie bildeten die Puppenspieler ihre Heimatplaneten zu einer Weltenflotte um und fliehen aus der Galaxis. Dass sie dafür Jahrhunderte benötigen ist für sie nur zweitrangig. Wichtig ist nur, dass sie sich schneller bewegen als die Strahlungswelle aus dem Zentrum. Und mindestens genauso wichtig ist, dass kein anderes Volk von der Katastrophe und der Flucht der Weltenflotte informiert wird. Zu sehr fürchten die Puppenspieler um ihre Ressourcen und rechnen mit in Panik angreifenden anderen raumfahrenden Völkern. Allen voran fürchten sie sich vor den Menschen. Besonders aus dem Grund, das, wenn diese erfahren, dass die Puppenspieler seit über 450 Jahren die Nachkommen irdischer Expeditionen als Diener und Sklaven auf ihren Naturschutzwelten halten…

Fazit

Dieses Prequel kann leider nicht an die Qualität der beiden „Urromane“ anknüpfen. Ob dies nun an Larry Niven selbst oder seinem Co-Autor Edward M. Lerner liegt, wage ich nicht zu beurteilen. Trotzdem ist es faszinierend, die Weitsicht der Puppenspieler zu erleben, mit aller schrecklichen Konsequenz, mit der sie andere Völker, insbesondere die Menschen, manipulieren. Selbst von Zuchtexperimenten, Gefangenschaft, Sklaverei und Massenmord schrecken sie nicht zurück. Für Ringwelt-Fans sicher eine Facette, die zu lesen sich lohnt.

Copyright © 2010 by Werner Karl
 
Titel erhältlich bei:
Buch24.de

Comments

  1. Ich habe dieses Buch auch gelesen.

    Allerdings kann ich mich nur noch dunkel daran erinnern, da ich es breits 2008 bei Erscheinen angefangen habe und ziemlich zügig damit fertig wurde, und das obwohl ich einige der Passagen schon ziemlich zäh fand, andere hingegen waren recht spannend dagegend.

    Insgesamt lohnte es sich, aber unbedingt gelesen haben, muss man dieses Buch nicht, um das Ringwelt-Universum zu verstehen, welches ja erst viele Jahre später entstehen wird, das aber vom Autor schon vor einigen Jahrzehnten geschrieben wurde und nun bereits auch schon Kultstatus besitzt!

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