Die Insel jenseits der Zeit

die-insel-jenseits-der-zeitPaul Kearney
Die Insel jenseits der Zeit
Primeval 2

Primeval – The lost Island, GB, 2008
Cross Cult, Ludwigsburg, 10/2009
TB, Mystery, Science Fiction
ISBN 9783941248120
Aus dem Englischen von Anika Klüver
Titelfoto von Impossible Pictures Ltd & Rainforest/shutterstock

www.cross-cult.de
www.itv.com/Drama/cult/Primeval/
http://primeval.tv
www.paulkearneyonline.com/

Bereits drei Staffeln umfasst die britische Mystery-Serie „Primeval”, und zwei weitere sollen noch folgen. Zu den Produzenten der Serie gehört u. a. Tim Haines, der in den 1990er Jahren vor allem durch seine Dinosaurier-Dokumentationen bekannt geworden ist. So muss man sich auch nicht lange über das Thema wundern, denn in den Folgen selbst geht es in erster Linie um Urzeitmonster, die durch so genannte ‚Anomalien’ in die Jetztzeit gelangen. Unter Leitung des Anthropologie-Professors Nick Cutter versucht nun eine Gruppe von mutigen Männern und Frauen, die Geheimnisse dieser Risse in der Zeit zu ergründen und zu verhindern, das Dinosaurier, Urzeitraubtiere und andere Monster den Menschen Schaden zufügen. Dabei kommen sie nach und nach einer Verschwörung auf die Spur, die ausgerechnet von Cutters Frau Helen angeführt wird.

„Die Insel jenseits der Zeit“ ist zu Anfang der zweiten Staffel angesiedelt. Noch ist Steven Hart seinem Vorgesetzten treu ergeben und scheinbar sein bester Freund. Im Auftrag einer speziellen Behörde, die unter der Leitung von Sir James Lester steht – das ‚Anomaly Research Centre’ (ARC), sind sie immer wieder im Einsatz, um die Risse in der Zeit zu finden und aufzuhalten. Dankenswerterweise hat Connor, das technische Genie und der Computercrack der Truppe, nun einen Detektor gebastelt, mit dem die Anomalien schnell und effektiv aufgespürt werden können – jedoch nur wenn das Gerät aktiv ist. Da Connor gerade an ihm herum bastelt, bekommen sie erst einmal nicht mit, dass wieder neue Risse in der Zeit entstanden sind und die Urzeitwesen erste Opfer fordern: Vor der irischen Küste wird ein Fischkutter angegriffen und zerstört, und eine seit Jahren von Menschen verlassene Insel – Niemandsland, um das sich Frankreich und Irland streiten – scheint die Quelle von gleich einem Dutzend Anomalien zu sein.

So macht sich Cutter zusammen mit Stephen, Abby, Connor und einigen Sicherheitsleuten auf den Weg, sich die Sache genauer anzusehen. Allerdings müssen sie dabei sehr vorsichtig vorgehen, denn diesmal agieren sie in scharf überwachten internationalen Gewässern. Da ihr Treiben nicht unbemerkt bleibt, bekommt auch Sir James Lester schon bald eine Menge zu tun, um diplomatische Schwierigkeiten zu verhindern, während die Gruppe auf der Insel nicht nur durch die Anomalien, sondern auch die Unbilden der Natur in Lebensgefahr gerät.

Paul Kearney ist ein erfahrener Autor, der bereits einige Fantasy-Zyklen wie „Die Königreiche Gottes“ verfasst hat, und versteht sein Handwerk. „Die Insel jenseits der Zeit“ lässt keine Wünsche, was die Handlung angeht; sie ist actionreich und dramatisch, der Humor und das Verhalten der Figuren der Serie angemessen, und die Geheimnisse sind passend zur Mythologie. Dennoch sollte man sich keine tiefer gehenden Erkenntnisse oder gar besondere Entwicklungen erhoffen. Der Roman wahrt den Status Quo der Reihe und entwickelt eigene kleine Geheimnisse, die nicht zum Kanon von „Primeval“ gehören, verändert aber an den Figuren nichts Besonderes. Zudem kann man davon ausgehen, dass den Helden selbst nichts passiert, während die frei erfundenen Charaktere zum größten Teil Freiwild sind. Von daher sind Teile der Handlung schon früh vorhersehbar, und man nimmt auch die Bedrohungen für Cutter, Hart und Co. nicht besonders ernst.

Auch verzichtet der Autor darauf, in die Serie einzuführen, so dass Leser, die die Reihe bisher noch nicht kennen, nicht alles verstehen werden, vor allem nicht die Dynamik zwischen den Charakteren. Vor allem die besondere Beziehung von Cutter zu Jenny, der Frau für Öffentlichkeitsarbeit im ARC, die eine besondere Triebfeder der Serie ist, bleibt außen vor. Auch wenn der Roman nicht an seinen Vorgänger „Im Schatten des Jaguar“ heran kommt, kann „Die Insel jenseits der Zeit“ dennoch die Fans von „Primeval“ unterhalten und die Wartezeit bis zur nächsten Staffel etwas verkürzen.
 
Copyright © 2010 by Christel Scheja (CS)
 
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