Die Mutter aller Stürme

die-mutter-aller-sturme1John Barnes
Die Mutter aller Stürme

(sfbentry)
Heyne (5422)
ISBN 9783453109063
Science Fiction, Taschenbuch
Originaltitel: Mother of storms
Erschienen: 1996
Uebersetzer: Martin Gilbert
Titelbild: doMANSKI
Umfang 732 Seiten

www.heyne.de

Wir beobachten fast täglich, wie die Mittel eskalieren, welcher sich Regierungen, Terrorgruppen, Sekten oder der Mafia ähnliche Vereinigungen bedienen. Angesichts tausender Verletzter bei dem Giftgas-Anschlag der japanischen Aum-Sekte oder Bomben-Attentaten bei den olympischen Spielen, New York, London oder sonst wo auf der Erde wundert man sich eigentlich gar nicht mehr, wenn ein Autor wie John Barnes auf die Idee kommt, dass Terroristen versuchen könnten, mit Atomwaffen ihre Drohungen und Forderungen durchzusetzen.

Dieses Szenario wird längst weltweit von Geheimdiensten und Militärs befürchtet und seit dem Zerfall der UdSSR rückt der Tag näher, an dem dies wirklich geschieht. Denn 100%ig ausschließen kann dies keine Regierung oder Ordnungsmacht auf der Welt. Tragisch wird die ganze Sache aber erst dann, wenn man keine anderen Mittel sieht, als solch eine Bedrohung mit dem gleichen atomaren Übel auszuräumen. In „Die Mütter aller Stürme“ wird dies tatsächlich getan: Doch die rettenden KAMS-Bomben (steht für Komprimierte Antimaterie-Strahlung) lösen ein neues Unheil aus.

Durch die ungeheure Kraft der Bomben schmilzt arktisches Eis und setzt Methangas in Massen frei, das dort seit Urzeiten gebunden war. Die Kettenreaktion verändert nachhaltig das Klima, erst lokal, dann regional, schließlich weltweit und es entsteht ein Sturm, wie er noch nie jemals zuvor stattgefunden hat. Und wie Mutterstürme es so an sich haben, produziert er immer neue weitere Orkane, Hurrikans und Zyklone. Auch wie sich die UNO und andere Führungsinstitutionen verhalten ist eigentlich keine Science-Fiction, sondern allzu real. Um sich auch bei einer stark reduzierten Menschheit an der Macht zu halten, nimmt man es schon mal in Kauf, dass nach ersten Schätzungen 170 Millionen Menschen der Mutter aller Stürme zum Opfer fallen werden und dies sind nur die ersten vorläufigen Prognosen.

Wenn man sich erst an den Schreibstil der Gegenwartsform gewöhnt hat, hat dieser Roman eigentlich alles, was man sich von einer fast schon realen Geschichte erwarten kann. Ich gebe zu, ich habe keine Ahnung von Wetterprozessen und die Wetternachrichten sind nur dann interessant, wenn ich an den See oder Grillen will; aber so bürgergerecht aufgearbeitet und in eine packende Geschichte eingepackt habe ich noch nie Wolkengebirge betrachtet. Eigentlich wundert mich nur, dass der Heyne-Verlag dieses Taschenbuch nicht auch mit einem Hardcover ausgestattet hat, wie er es mit anderen Highlights tut, denn ich konnte es nicht erwarten, die letzte Seite zu lesen.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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