Die Schatten des Krieges

die-schatten-des-kriegesKage Baker
Die Schatten des Krieges
Zeitstürme-Saga  Band 3

(sfbentry)
Heyne (52425)
ISBN 9783453524255
Science Fiction, Taschenbuch
Umfang 544 Seiten
Originaltitel: Mendoza in Hollywood (2000)
Erschienen: 2008
Übersetzer: Elvira Bittner
Titelbild: Nele Schütz Design

www.heyne.de

Nach „Die Feuer der Inquisition“ (Heyne 52351) und „Die Ufer der Neuen Welt“ (Heyne 52351) liegt mit diesem Band nun der dritte Teil der Zeitstürme-Saga vor. Der Klappentext auf der Cover-Rückseite ist immer der gleiche, einzig auf dem ersten Vorsatzblatt innen findet sich eine Kurzbeschreibung des Inhalts. Nun ja, das sind Kleinigkeiten die stören, und man hält sich also an den Satz „Eine atemberaubende Reise durch die Epochen der Menschheitsgeschichte“ und das Titelbild, welches einige Soldaten des amerikanischen Bürgerkrieges samt Stars-&-Stripes-Banner zeigt. Um es vorwegzunehmen: Dies wird leider keine Empfehlung, wenn auch nicht gleich ein Verriss.

Was im Band 1 der Saga noch so viel versprechend und vom Grundplot her wirklich spannend begann (Möglichkeit der Zeitreise, Wandlung von geeigneten Menschen zu faktisch Unsterblichen, deren Aufgaben in vergangenen Epochen), hatte bereits im zweiten Teil erheblich nachgelassen. Nur spärlich gab es Szenen, in denen die Immortalen aufgrund ihrer erworbenen Fähigkeiten aus Notsituationen entkamen, mit anschließender Erklärungsnot gegenüber mortalen Beobachtern, noch wirklich interessante Einblicke in relevante Abschnitte unserer Vergangenheit.

Was man sich aufgrund des Titelbildes erhoffen konnte – nämlich mitzuerleben, wie sich eine heutige Supermacht im amerikanischen Bürgerkrieg der 1860er Jahre auf das brutalste selbst zerfleischte, trotz allem überlebte und den Grundstein für ihre aktuelle Dominanz legte – fehlt in „Die Schatten des Krieges“ leider völlig. Wieder wartet man vergeblich auf Szenen der Geschichte, denen man sozusagen als „Blinder Passagier„ beiwohnen könnte, wieder vermisst man Beispiele immortaler Körper- und Geistesfähigkeiten, die schlichtweg das utopische, phantastische Element der Zeitstürme-Saga bilden sollten oder müssten.

Und wieder – ja, leider wieder wie in Band 1 – erschöpft sich die Autorin im letzten Drittel des Romans in einer Liebesgeschichte. Dazu noch mit einem dermaßen identischen Geliebten der immortalen Protagonistin Mendoza, dass es stellenweise den Anschein hat, er wäre ein Klon ihres vor 300 Jahren auf den Feuern der Inquisition verbrannten Nicholas oder möglicherweise ein neuer Immortaler, bei dem die Company vergessen hat, Mendoza Bescheid zu geben.

Dies ist weder atemberaubend, noch sind dies (Zeit)Stürme, sondern eher Stürme im Wasserglas. Sollte es weitere Bände der Zeitstürme-Saga geben, werde ich diese nicht im Buchhandel erwerben, sondern vielleicht auf einem Flohmarkt der Zukunft erstehen; in der Hoffnung, dass es – wie spärlich angedeutet – im Jahre 2355 eventuell zu einem Aufstand der Immortalen gegen Die Company kommen könnte. Vielleicht trifft dann ja Mendoza erneut auf ihren Geliebten, der dann als Anführer der Revolution zum x-ten Male ums Leben kommt. Damit wäre ein Grundsatz der Company-Zeitreise erfüllt: Jegliche Aktivität der Immortalen hat keinen Einfluss auf den Geschichtsverlauf und niemand entkommt seinem Schicksal.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

Titel bei Amazon.de:
Zeitstürme Band 1: Die Feuer der Inquisition
Zeitstürme Band 2: Die Ufer der neuen Welt
Zeitstürme Band 3: Die Schatten des Krieges

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