Die Spielhölle

Irene Salzmann
Die Spielhölle
Rettungskreuzer Ikarus 4
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(sfbentry)
Atlantis Verlag, Stolberg, 2. Auflage: Januar 2013
Taschenheft
Science Fiction, Adventure, Action
ISBN 978-3-86402-060-5
Titelgestaltung von Timo Kümmel unter Verwendung einer Illustration von Lothar Bauer
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„Wer die spindelförmige Station hatte erbauen lassen, war unbekannt. Es gab Vermutungen, dass dahinter einige der reichsten Männer und Frauen der Galaxis steckten,  die genug Credits besaßen, um jegliche Spur, die zu ihnen geführt hätte, tilgen zu lassen. Diese Nabobs machten sich niemals die Hände schmutzig. Dafür hatten sie ihre Handlanger, in diesem Fall ein Gremium skrupelloser Halsabschneider, das horrende Gewinne mit Glücksspielen, Prostitution und verbotenen Rauschmitteln erwirtschaftete.“ Elysium ist eine riesige Raumstation im Orbit des noch jungen Planeten Zhugmar II. Für die zahlungsfähigen Gäste aus allen Teilen der Galaxis werden hier alle denkbaren und undenkbaren Zerstreuungen geboten. Als eine kleine Raumjacht auf die fliegende Spielhölle stürzt und diese empfindlich beschädigt, geht ein Hilferuf an das Raumcorps. Und obwohl das Corps schon mehrmals vergeblich versucht hat, dem lasterhaften und illegalen Treiben auf Elysium ein Ende zu setzen, wird der Rettungskreuzer Ikarus zur Hilfe losgeschickt, da die Raumstation droht, auf Zhugmar II zu stürzen.

Innerhalb der Raumstation befinden sich auch der menschliche Glücksritter Jason Knight und seine Partnerin Shilla, eine telepathisch begabte, blauhäutige Vizianerin. Aus dem Inneren der Raumstation heraus versuchen Jason und Shilla, mit der ankommenden Crew der Ikarus zusammen zu arbeiten, um möglichst viele Lebewesen zu retten. Dabei gilt es nicht nur, diese effektiv zu evakuieren, sondern auch, sich über hierarchische Befehlsstrukturen hinwegzusetzen und gegen Plünderer zu bestehen, die sich das herrschende Chaos zunutze machen wollen. „Ich habe … erfahren, dass Elysiums Antriebsaggregate zerstört wurden und die Station auf Zhugmar II abstürzen wird. Wer dazu in der Lage ist, befindet sich auf dem Weg zu den Hangars, um sich mit einem unbeschädigten Schiff in Sicherheit zu bringen. Ich fürchte, wir werden uns nicht nur durch eine Trümmerlandschaft den Weg bahnen müssen, sondern zusätzlich Probleme mit dem Mob bekommen.“

Grundsätzlich hat Irene Salzmann hier ein flottes und gut nachvollziehbares Action-Abenteuer abgeliefert, das ohne belastenden Tiefgang auskommt und vor allem in Sachen Figurenzeichnung Lust auf mehr macht. Wohl nicht von ungefähr erinnert die bunte Crew der Ikarus, die aus Humanoiden, Außerirdischen und sogar einem Droiden besteht, an die Besetzung des Raumschiffs Enterprise. Auch das grundsätzliche Sujet der von Dirk van den Boom erdachten Serie ist im Großen und Ganzen mit dem ‚Weltraum Western‘ „Star Trek“ vergleichbar. Die Ikarus wird von einer interplanetaren Organisation hingeschickt, wo immer sie benötigt wird. Wie schon bei Captain Kirk und seiner Crew meist der Auftakt eines neuen, gefährlichen Abenteuers.

Um das Abenteuer „Spielhölle“ möglichst kurzweilig zu halten und gleichzeitig Spannung aufzubauen, bedient Autorin Irene Salzmann von Beginn an zwei verschiedene Handlungsstränge. Aus wechselnden Perspektiven beschreibt sie einmal das Geschehen im Hexenkessel Elysium mit den Bezugspersonen Jason Knight uns Shilla und einmal auf der Ikarus, hauptsächlich präsentiert aus der Perspektive von Captain Roderick Sentenza. Die Handlungen treffen sich zwangsläufig, sobald das Rettungsschiff an der havarierten Raumstation eintrifft, und aus den beiden fremden Parteien entsteht ein Team, das ein gemeinsames Ziel verfolgt.

Darüber hinaus mausert sich der Roman im Lauf der Handlung zu einem wegweisenden Baustein der Serie, in dem, neben der vordergründigen Action, auch einige nicht zu unterschätzende Weichen für den Fortgang für „Rettungskreuzer Ikarus“ gestellt werden. Nicht nur, dass die Figuren Jason Knight und Shilla weiterhin zum festen Stamm des „Ikarus“-Kosmos gehören werden – und besonders die exotische Vizianerin besitzt einiges an Entwicklungspotenzial -, es klingt auch mehr als einmal an, dass Irene Salzmann hier nur die Spitze eines Eisbergs zeigt, was interne Machtkämpfe innerhalb des Raumcorps angeht. Weiterhin spielt ein geheimnisvolles Artefakt eine Rolle, das nahelegt, dass es für das Raumcorps noch weit mehr zu entdecken gibt, als das bis dato bekannte Universum. Damit bietet „Die Spielhölle“ genügend Anknüpfpunkte für weitere Abenteuer bzw. für den Ausbau einer Hintergrundgeschichte. Zusätzlich böte noch die moralische Fragwürdigkeit von Elysium einiges an Spannungspotenzial, was zwar anklingt, doch nicht in größerem Maße ausgenutzt wird.

Das Titelbild der vorliegenden Print-Zweitauflage stammt von Lothar Bauer und beweist einmal mehr, dass Menschen und Lebewesen allgemein in der 3D-Kunst eine zweischneidige Sache sind. Das sieht einfach zu künstlich, steif und leblos aus, als dass wirklich ein positiver Eindruck hängen bleibt.

Mit „Die Spielhölle“ hat Irene Salzmann ein flottes Sternenabenteuer in Heftromanmanier abgeliefert, nicht mehr, aber auch bestimmt nicht weniger. Zusätzlich bietet der Roman gelungene Charakterzeichnungen und gleich mehrere Anknüpfpunkte für weitere Abenteuer der Ikarus.

Copyright © 2016 by Elmar Huber (EH)

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