Die Ufer der Neuen Welt

die-ufer-der-neuen-weltKage Baker
Die Ufer der Neuen Welt
Zeitstürme-Saga  Band 2

(sfbentry)
Heyne (52351)
ISBN 9783453523517
Science Fiction, Taschenbuch
Umfang 4484 Seiten
Originaltitel: Sky Coyote
Erschienen: 2008
Übersetzer: Elvira Bittner
Titelbild: Nele Schütz Design

www.heyne.de

Die „Company“ – eine Gesellschaft des 24. Jahrhunderts, welche die Zeitreise kommerziell und wissenschaftlich nutzt – schickt eines seiner Tausenden Immortalen-Teams in das Amerika des 17. Jahrhunderts. Ihre Aufgabe: Die systematische Erfassung indianischer Kultur, Religion, Fauna und Flora dieser Epoche. Und dies möglichst vor dem Eintreffen weißer Conquistadores. Zu diesem Team gehören auch Joseph – ein erfahrener und Tausende Jahre alter Immortaler – und Mendoza, eine ebenfalls unsterbliche Botanikerin. Beide sind seit ihrer Kindheit und Aufnahme in die Company körperlich massiv verändert worden, haben unglaubliche sensorische und physische Kräfte. Joseph schlüpft in wahrsten Sinne des Wortes in die Rolle von Sky Coyote, dem führenden Naturgott der Chumash, eines lokalen Indianerstammes. In der Körperform eines Koyoten knüpft Joseph Kontakt zu den Chumash und bereitet sie auf ein radikale Veränderung ihres Daseins vor: Den Einzug in himmlische Gefilde, ohne Angst vor Feinden und Untergang, ohne Mangel an Nahrung und allen Dingen, welche die Chumash zum Überleben brauchen.

Doch kaum hat Joseph – Sky Coyote – den Stamm überzeugt, dass er wirklich zu ihnen vom Himmel gestiegen ist, drängen die Vorboten der weißen Missionare in das Lager und verbreiten mit jedem Wort Misstrauen unter den einfachen Leuten. Und so haben die Immortalen und die wenigen Vertreter aus dem 24. Jahrhundert alle Hände voll zu tun, um ein Misslingen des Projektes zu verhindern.

So weit so gut. Dieser zweite Teil der Zeitstürme fasziniert weit weniger als sein erster Teil („Die Feuer der Inquisition“) durch den ungewöhnlichen Grund-Plot. Für historisch interessierte Leser – wie mich – lässt sich sicher ein Genuss auch in diesem Roman finden, doch haben mich relativ nebensächliche Inhalte doch überraschend auffällig gestört. Es passt einfach nicht in diese Epoche, dass Teile der Indianer mit Begriffen wie „Vereinigung der Kanu-Macher“, „Korbmacher-Gilde“, „Absatzmärkte“ und anderen modernen Wirtschaftsbegriffen um sich werfen. Überhaupt ist die Sprache der Indianer zu modern. Fast möchte man die Anführer der Wirtschaftsverbände sich in Nadelstreifen an der Wallstreet vorstellen; es stört einfach das Bild der naturverbundenen Menschen, wenn sie sich um schwindende und – möglicherweise im Himmel – neue Absatzmärkte streiten.

Was weiterhin fehlt, sind die faszinierenden Einblicke in die Welt der Immortalen und deren Schöpfer aus dem 24. Jahrhundert. Einzig die wenigen Andeutungen, dass im Jahre 2355 ein wichtiges, erschütterndes, alles verändernde Ereignis stattfindet, welches möglicherweise eine Revolte, ein Aufstand der Immortalen gegen ihre Schöpfer sein könnte, weckt Hoffnung auf den oder die nächsten Bände der Zeitstürme-Reihe.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

Titel bei Amazon.de:
Zeitstürme Band 1: Die Feuer der Inquisition
Zeitstürme Band 2: Die Ufer der neuen Welt
Zeitstürme Band 3: Die Schatten des Krieges

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