Die verstummten Quellen

die-verstummten-quellenMary Rosenblum
Die verstummten Quellen

(sfbentry)
Heyne Hardcover (06/5386)
ISBN 9783453094505
OT: The Drylands
übersetzt von Birgit Reß-Bohusch
Erscheinungsjahr 1996
Science Fiction
Umfang: 445 Seiten

www.heyne.de

Wasser bedeutet Leben. Doch wie wir damit umgehen, ist so, als würden wir immer noch glauben, dass das Wasser auf der Erde in unerschöpflichem Umfang vorhanden sei und gegen jede menschliche Verunreinigung immun. Doch Trinkwasser ist kostbar, seit kurzem in einigen Teilen der realen Welt sogar teurer als Benzin (z.B. Jakarta in Indonesien). Doch wie sieht die Erde aus, wenn weltweit Trinkwasser so rar geworden ist, dass Menschen für einen Schluck davon töten und zum Bewässern der Felder sogar Salzwasser verwendet werden muß? In Mary Rosenblums Roman „Die verstummten Quellen“ zeichnet die Autorin ein erschütterndes Bild einer nahen Zukunft, in der Wasser nicht nur Leben und Überleben bedeutet, sondern vor allem Macht.

Das allmächtige Wassergremium bestimmt global über die Ver- und Zuteilung von Wasser. Die Durchführung der Anordnungen dieses Gremiums, dem sogar der amerikanische Präsident und andere Regierungschefs unterstellt sind, werden durch eine besondere Schutztruppe – das Corps – überwacht. Von den verzweifelt um ihr Überleben ringenden Farmern gehaßt, versucht das Corps die einigermaßen gerechte Wasserverteilung zu schützen, doch irgend jemand sabotiert die Pipelines und Pumpstationen mit ihrem unersetzbaren Inhalt. Der neue Kommandant eines wichtigen Verteilerknotenpunktes sieht sich Korruption, beiderseitigem Haß zwischen der militanten Farmervereinigung und dem Corps ausgesetzt. Zusätzlich scheint der Konzern Pacific Bio Systems die Notlage der Farmer skrupellos auszunützen, um den Anbau seiner gentechnisch manipulierten Produkte zu erzwingen und damit seine eigene Machtposition auszubauen. Auf jeder Plantage, die überwiegend mit Salzwasser bewässert wird, ist nur noch der Anbau von Biomasse des Konzerns möglich.

Bis an die absolute Grenze der Mindestversorgung gedrängt, sind alle Menschen im großen Dürregürtel im Westen der USA ein Pulverfaß, dessen brennende Lunte schon sehr kurz geworden ist. Nita Montoya, eine nomadisierende Frau auch der ständigen Suche nach Arbeit und Wasser, kennt die Wahrheit, denn sie verfügt über eine Gabe, die zuweilen bei Kindern in den Trockenländern auftritt. „Die verstummten Quellen“ ist ein Paradebeispiel einer gar nicht so fernen Zukunft, an der allem Anschein nach die Menschheit mit aller Kraft arbeitet. Sind wir mittlerweile wirklich so kurzsichtig oder gleichgültig geworden, dass wir die warnenden Zeichen in den Medien nicht sehen oder wahrhaben wollen?

Sicher soll Science Fiction in erster Linie unterhalten, aber ich glaube, dass solch gute Romane auch von Nicht-Science-Fiction-Lesern beachtet werden sollten. Vor allem von denjenigen, die bisher achtlos mit Wasser umgegangen sind. Wasser ist Leben! Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal den Wasserhahn aufdrehen!

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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Die verstummten Quellen

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