Gewöhnliche Sterbliche

David Mack
Gewöhnliche Sterbliche
Star Trek Destiny 2 (von 3)

Cross Cult Verlag, 2010
Originaltitel: Star Trek – Destiny: Mere Mortials (2008)
Science Fiction, Taschenbuch
ISBN 978-3-941248-84-7
Umfang: 418 Seiten
Übersetzerin: Stephanie Pannen
Cover Artwork: Martin Frei (und schon wieder sieht mein Rezi-Exemplar anders aus)

www.cross-cult.de
www.startrekromane.de

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Vorwort:

„Gewöhnliche Sterbliche“ ist der zweite Teil der Trilogie „Destiny“. Teil 1 siehe:
http://buchrezicenter.filmbesprechungen.de/genres/science/gotter-der-nacht/
Teil 3 und Abschluss der Miniserie „Verlorene Seelen“ demnächst bei Cross Cult.

Die Borg haben ihr Dogma Assimilation – zumindest gegenüber der Menschheit – aufgegeben und streben die radikale Vernichtung der Föderation und ihrer Verbündeten an. Und wenn der Krieg so weiter geht, werden sie ihr Ziel mehr oder weniger problemlos erreichen. Denn bis jetzt haben einzelne Borg-Kuben durchaus genügt, um Welten zu verbrennen, ganze Zivilisationen zu zerstören und jegliche Abwehr mühelos auszulöschen. Nur Kamikaze-Einsätze der Verteidiger haben den einen oder anderen Kubus abwehren und ausschalten können.

Zum Buch:

Doch wer sollte dies besser wissen als Captain Jean-Luc Picard, dem unaufhörlich die Stimme des Borg-Kollektivs und der Königin in seinen Gedanken dröhnen? Seit seiner Gefangennahme vor vielen Jahren besitzt und leidet er unter dieser besonderen Verbindung und das Grauen vor dem Untergang lässt ihn das Unvermeidliche ahnen. Mit seiner ENTERPRISE und der AVENTINE, dem Schiff seiner Kollegin Captain Ezri Dax, versucht er, den geheimnisvollen Knotenpunkt im Azurnebel zu erforschen. Dieser Knotenpunkt aus Dutzenden Wurmlochtunneln ist der Eintrittspunkt für die angreifenden Borg-Schiffe. Doch welcher? Einen nach dem anderen müssen die beiden reparaturanfälligen Schiffe erforschen und hoffen, den zu finden und wenn möglich zu schließen, der den Borg als Hintertür in den Alpha-Quadranten dient.

Föderations-Präsidentin Nanietta Bacco indes ist verzweifelt bemüht, alle verfügbaren Kräfte zu bündeln und eine Schlachtflotte aufzustellen, welche der zu erwartenden Borg-Flotte entgegentritt. Doch dabei darf sie den Schutz der Heimatsysteme nicht entblößen; schließlich gibt es im All keine starren Grenzen. Mit diplomatischen Geschick und noch mehr Tricks, allerlei Zugeständnissen und Finessen gelingt es ihr, die zum großen Teil zerstrittenen Völker der Milchstraße zu einer Flotten-Aufstellung zu bewegen. Mehr als 350 Schiffe machen sie endlich auf den Weg zum Azurnebel und sollen Picard und Dax im Kampf zur Seite stehen.

Captain Riker und die Besatzung der TITAN haben dagegen ganz andere Sorgen. Sie werden von den gottgleichen Caeliar festgehalten und das Außenteam – darunter die schwangere Frau Rikers, Deanna Troi – sitzen auf Neu Erigol fest. Ihnen droht das gleiche Schicksal wie Jahrhunderte zuvor dem Außenteam der COLUMBIA unter dem Kommando von Captain Erika Hernandez: Lebenslange Gefangenschaft… oder sogar noch länger.

Die ENTERPRISE und die AVENTINE leisten gute Arbeit bei der Erforschung des Wurmlochknotens. Doch dann trifft am Ende eines Wurmlochtunnels, den die beiden Schiffe gerade gemeinsam erkunden, ein Jagdgeschwader von Hirogen-Schiffen ein und ein gnadenloser Kampf im All und in den Schiffen beginnt. Und als wäre das nicht schon genug, sieht sich die mittlerweile im Azurnebel eingetroffene Föderationsflotte der Invasion der Borg ausgesetzt. Und es sind nicht Dutzende Schiffe, sondern Tausende…

Fazit:

Das alles hört sich spannender an, als es geschrieben ist oder wie es sein könnte. Denn der Autor nutzt diesen zweiten Teil hauptsächlich für die Sicht auf die Caeliar, ihr großes Projekt, auf die Rückschau in vergangene Jahrhunderte der Gefangenschaft Hernandez´, ihre Tragik und Entwicklung. Die Seiten mit o.g. Handlung sind leider der kleinere Teil des Romans. Doch diese machen für mich trotzdem den Gewinn aus. Eine Lösung ist für den regelmäßigen SF-Konsumenten durchaus in Sicht. Doch ob es so kommt…?

Schlussbemerkung allgemeiner Art zum Star-Trek-Universum in Film und Buch:

Man muss in der Realität keine vergleichbare Raumfahrttechnologie besitzen, um schon heute zu wissen, dass manche Regeln für Gefahren im All – erst recht im Raumkampf – auf der Hand liegen. Leider wird dies in einem solchen Maß in den kompletten ST-Serien ignoriert, dass ich mich – wahrscheinlich nicht als Einziger – daran massiv störe:

Es wird allenthalben auf das Anlegen von Raumanzügen oder massiven schweren Kampfanzügen verzichtet. Es vergeht nicht ein Film oder ein Buch, in dem nicht reihenweise Besatzungsmitglieder bei Kämpfen durch die Abteilungen geschleudert, verletzt und getötet werden. Seit Jahrzehnten ist es als nützlich und überlebenswichtig in der SF anerkannt, dass solche Vorkehrungen vorhanden sein müssen. Sicher mag es Kollisionen geben, bei denen die Besatzung als rotbrauner Matsch von den Wänden tropft, aber die in ST zigfach beschriebenen „leichteren“ Kollisionen zeitigen nur unnötige Opfer. Kein Schiffsausrüster, General oder Vorgesetzter würde so leichtsinnig die Überlebenschancen – und die weitere Kampffähigkeit! – seiner Truppe aufs Spiel setzen. Natürlich sieht es effektvoll aus, wenn allerlei Mensch und Alien durch die Luft fliegen.

Auch die Haare sind dann ergo militärtauglich kurz geschnitten, damit sich das eingeschränkte Sichtfeld Kämpfender – und erst Recht in einem geschlossenen Raumhelm – nicht als tödlich erweist. Dies alles mit irgendwelchen Schutzschirmen abzutun, ist fadenscheinig, da es ja schon zum Standard gehört, dass ebendiese i.d.R. ausfallen oder technisch bekämpft werden können (siehe hier z.B. aktuell die Energiedämpfer der Hirogen-Entertruppe).

Apropos Hirogen: Ein schönes Beispiel wie Elektronik-Geraffel (Lasergewehre, Tricorder usw. usw.) damit elegant ausgeschaltet werden und die fast waffenlosen Menschen plötzlich Schwerter schwingenden Killern gegenübertreten müssen. Einzig Worf hat sein klingonisches batleth. Jeder dämliche Taucher (nichts gegen Taucher) hat sein Tauchermesser dabei, warum also sollte eine Raumschiffsbesatzung nicht energieunabhängige Waffen in ausreichender Stückzahl an Bord haben.

Sicher gäbe es zu diesem Thema noch mehr zu sagen, aber dafür ist hier nicht der Raum. Doch sicher müsste ein Autor wie David Mack, und zig-andere, ihre Romanhandlung anders verlaufen lassen, wenn sie sich an diese m.M nach zwingenden Vorkehrungen halten würden. Vielleicht sollten Mack und Kollegen aus dem ST-Autoren-Team mal eine militärische Grundausbildung und einen Besuch im Kennedy-Space-Center absolvieren. Oder schlicht David Webers „Honor-Harrington“-Reihe lesen. Das ist Military-SF vom Feinsten. Und auch in zukünftigen Raumfahrtzeitaltern wird jeder Vorgesetzte darauf achten, dass seine Truppe mehr kann, als auf einen Knopf zu drücken!

Copyright © 2010 by Werner Karl (WK)

Titel erhältlich bei Buch24.de
Titel erhältlich bei booklooker.de

Comments

  1. An alle Cover-Spezialisten:

    Kann mir jemand erklären, warum Verlage das gleiche Buch – sofort nach dem Erscheinen – mit eine anderen Cover ausstatten? Das kostet doch nochmal Geld. Bei beiden Destiny-Romanen war dies der Fall.
    Sicher gefällt mir das oben abgebildete Cover viel besser: Picard blickt düsterer aus dem ebensolchen Hintergrund als bei meinem Exemplar; da lächelt er ja fast. Und Hernandez ist bei meinem Bild im Stil der Fünfziger-Jahre-SF-Mädels gezeichnet, mit Nippeln und mehr Sexappeal, was sogar zu manchen Szenen passt. Auch ist meine Stadtansicht mehr wie das aktuelle New York, als eine futurische Supermetropole einer gottgleichen Spezies ausgearbeitet.

    Aber all das sieht man doch bei dem Originalbild, in jedem Falle vor Drucklegung. Oder sind Rezensionsexemplare damit – huhuhuuuu… geheim – gekennzeichnet, damit sie ein Rezensent auch ja niemals nie nicht, nein wirklich gar nicht, zum Verkauf gibt?

    Mit galaktischen Grüßen
    galaxykarl ;-))

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