Helix

helixDan Simmons
Helix

(sfbentry)
Heyne (52444)
ISBN 9783453524446
Science Fiction, Taschenbuch
Umfang: 399 Seiten
Originaltitel: Worlds enough & time (2002)
Erschienen: 2008
Uebersetzer: Jürgen Langowski
Titelbild: Nele Schütz Design

www.heyne.de

Das vorliegende Buch „Helix“ ist eine Sammlung von 3 Kurzgeschichten und 2 Novellen aus der Feder von Dan Simmons, uns allen bekannt und geliebt für seine unbestrittenen Meisterwerke „Hyperion“ (ff. Romane „Endymion-Pforten der Zeit“ usw.) sowie „Ilium“ u.a. Nun ist es eine undankbare Arbeit, eine Storysammlung rezensieren zu wollen, ohne von den kurzen Geschichten zuviel zu verraten und doch dem Inhalt gerecht zu werden. Ich habe mich dafür entschieden fast nichts zu verraten, sondern nur meine – subjektive – Ansicht abzugeben. Das wichtigste ist jedoch, den Lesern und Fans (noch) mehr Lust auf Dan Simmons zu machen, wenn dies überhaupt möglich oder nötig ist.

Zum Inhalt:
1. „Auf der Suche nach Kelly Dahl“ Die Geschichte eines Lehrers, der in die abgedrehte Phantasiewelt einer Schülerin gezogen wird. Nun ja, trotz Simmons-Vorwort hat sich mir der Zugang zu dieser Story leider nicht eröffnet.
2. „Die verlorenen Kinder der Helix“ Die Geschichte einer Auswanderer-Besatzung, welche in den tiefsten Tiefen des Alls auf Wesen stößt, die sich frei im Weltraum mittels riesigen Sonnensegeln bewegen können. Sie waren früher einmal Menschen gewesen und stehen nun kurz vor dem Untergang. Ein ergänzendes Schnipsel aus dem Hyperion-Universum, mein Highlight. Zu meiner Freude hat Simmons erwähnt, dass er mehrere solcher Kurzgeschichten aus diesem Universum in Arbeit hat!
3. „Der neunte Av“ Die Geschichte von Menschen, welche diesen Namen eigentlich gar nicht mehr verdienen, da sie sich mittels (neutechnischem) Fax von Ort zu Ort faxen, und in Wahrheit nur als Kopien von sich selbst ankommen. Wäre noch zu betonen, das der Titel nicht die französische Abkürzung für April, Avril bedeutet.
4. „Mit Kanakaredes auf dem K2“ Die Geschichte einer mörderischen Bergtour, in Begleitung eines Außerirdischen, der stark einer doppelt mannshohen Wanze ähnelt. Ich bin kein Bergsteiger, aber die brutale Gewalt der Natur, welche auf Mensch und Alien einschlägt, hat meinen (alten) Respekt vor der Natur neu belebt.
5. „Das Ende der Schwerkraft“ Die Geschichte eines Autors (nicht eines Astronauten, wie fälschlicherweise im Klappentext erwähnt), der die Wahrheit über das russische Raumfahrtprojekt erfährt.

Zu Beginn findet sich eine Einleitung des Autors, der zugibt, selbst wenig Begeisterung an einer Einleitung zu einem künstlerischen Werk sich anhören zu müssen. Das Werk sollte für sich sprechen und recht hat er. Trotz allem hat er es hier ausnahmsweise getan. Ich habe zum einen gerade deswegen zu diesem Band gegriffen, weil mich natürlich interessiert, was ein Autor zu sagen hat, zum zweiten ist jeder Geschichte noch mal ein Kommentar vorangestellt, in dem es weniger um den Inhalt geht, sondern darum, was ihn zu dieser Story inspiriert und auf bestimmte Ideen gebracht hat. Hierbei verrät Simmons einiges aus seinem Privatleben, was viele andere Autoren nie tun würden und eher an ihrem Nimbus basteln und sich in ihren Elfenbeinturm zurückziehen.

Das ganze Grundkonzept – Einleitung des Autors, kurze Kommentare desselben und natürlich die Geschichten – hat mir sehr gut gefallen. Es wäre schön, wenn man (der Heyne-Verlag) dieses Konzept auch mit anderen Top-Autoren realisieren würde. Vielleicht sollte man aber vorsichtiger mit reißerischen Lobpreisungen („Dan Simmons schreibt wie ein Gott!“ Zitat von Stephen King und „Simmons ist mehr als brillant…“ Zitat von Dean Koontz) auf der Coverrückseite sein, fast hätte ich deswegen das Buch wieder ins Regal gestellt. Nun, in diesem Fall hatten die zitierten Top-Autoren recht.

Copyright (C) 2008 by Werner Karl

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