Interstellares Mysterium

Detlef Köhler
Interstellares Mysterium
Interstellare Odyssee 2

Projekte-Verlag Cornelius GmbH, Halle
Originalausgabe: 09/2011
TB, SF
ISBN 978-3-86237-607-0
Titelillustration von Ines Illig

www.projekte-verlag.de
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Der Titel des Fortsetzungsbandes ist ähnlich nichtssagend wie der des Debütromans des Autors: Auf „Interstellare Odyssee“ (Projekte-Verlag Cornelius GmbH, 2009) folgt das „Interstellares Mysterium“.

In „Interstellare Odyssee“ brach die PHOTON22 in den Weltraum auf, um dem Ursprung der Radiosignale aus dem Sonnensystem Epsilon Eridani auf den Grund zu gehen. Die Signale sind verstummt, als das Raumschiff dort eintrifft. Die Besatzung der PHOTON22 nimmt Kontakt mit den Bewohnern des Sonnensystems, den Ramiren, auf, lüftet ihre Geheimnisse und zwingt sie, ihnen die Reise in das etwa dreißig Lichtjahr entfernte Sonnensystem Delta Eridani via Wurmloch zu ermöglichen. Dort angekommen wird die PHOTON22 durch Raketenbeschuss zerstört; der größte Teil der Besatzung kann jedoch auf dem Planeten Venaria notlanden. Der Strahlungsausbruch, der von der Explosion der PHOTON22 ausgeht, tötet den größten Teil der Magister, die für den Abschuss des Raumschiffes verantwortlich waren. Der Vollständigkeit halber soll noch erwähnt werden, dass die Wurmlochpassage die Menschen fast zwei Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück warf.

In „Interstellares Mysterium“ haben sich die Überlebenden der PHOTON22 auf Venaria eingerichtet. Die zweite humanoide Spezies, die Scholaren, sind aus ihrer Abhängigkeit von den Magistern befreit worden. Der Friede zwischen ihnen, den Menschen und den Magistern erweist sich jedoch als brüchig, als sich eine Magistergruppe daran macht, die Macht auf Venaria zu übernehmen. Gerüchten zufolge sollen in dem Sonnensystem mächtige, inaktive Raumschiffe versteckt sein. Um den Magistern zuvor zu kommen, startet eine menschliche Expedition mit einer der verbliebenen SpaceJets der PHOTON22 in das Delta Eridani-Sonnensystem. Ihr Weg führt sie zum vierten und zum sechsten Planet des Systems, verfolgt von den Magistern, denen es gelang, die zweite SpaceJet in ihre Gewalt zu bringen.

Auch in „Interstellares Mysterium“ ist es wie in „Interstellare Odyssee“ offenbar ein Anliegen des Autors, den Lesern diverse astronomische und physikalische Informationen zu vermitteln, bei denen es sich um Grundkenntnisse der Raumfahrt und der Gegebenheiten im Weltraum handelt. Zeitweise wirkt der Roman dadurch wie ein Jugendbuch, wozu auch die simple Handlung und das Gutmenschentum der Protagonisten beitragen. Ob dagegen beispielsweise eine Verführungsszene und eine Atheismus-Diskussion in einem typischen Jugendbuch zu erwarten sind, soll dahin gestellt bleiben. Der Autor bedient sich erneut im Ideenfundus des Genres, präsentiert wie bereits in „Interstellare Odyssee“ einen Planeten mit einer gefährlichen Fauna. Neu sind – innerhalb der beiden Romane – die KIs, die im Laufe der Handlung entdeckt werden und die eine Symbiose mit Pflanzen eingegangen sind. Letzteres ist noch der innovativste Aspekt des Romans! Abgesehen vielleicht, zugegeben, von der gewaltlosen Beseitigung der Magistergefahr gegen Ende des Romans.

Die Charaktere sind in „Interstellares Mysterium“ genauso blass wie in dem vorangegangenen Band. Der Stil ist zwar erneut flüssig; aber leidenschaftlich und dramatisch zu schreiben, nun, das ist etwas anderes, als es der Autor von „Interstellares Mysterium“ zu leisten vermag. Auch wenn Detlef Köhler mit „Interstellares Mysterium“ hehre Absichten zu verfolgen scheint, kann keine Leseempfehlung ausgesprochen werden. Es gibt wesentliche bessere Romane in der Science Fiction als die überwiegend langweiligen und uninteressanten Odysseen und Mysterien des Autors.

Ungeklärt bleiben in dem vorliegenden Buch die Funktion und der Zweck der technischen Anlagen der geheimnisvollen (und bedrohlichen?) Wycy, auf die die Menschen in den Sonnensystemen Epsilon Eridani und Delta Eridani treffen. Das eröffnet die Möglichkeit für einen dritten Roman, den der Autor nach den Informationen auf seiner Homepage unter dem Titel „Interstellares Paradoxon“ schreiben will. Die Titelwahl überrascht natürlich nicht, und es ist zu befürchten, dass der Autor die Belanglosigkeiten aus „Interstellare Odyssee“ und „Interstellares Mysterium“ fortsetzen wird.

Copyright © 2012 by Armin Möhle (armö)

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Comments

  1. Ich kenn beide Romane nicht, aber ich hätte „SpaceJet“ nicht als Bezeichnung für ein Weltraumvehikel genommen. Das ist durch Perry Rhodan – exakt: „Space-Jet“ – schon zu sehr belegt. Ich erinnere mich auch an einen Allzweckpanzer „Shift“ und ein kleines, kugelrundes Beiboot „Kaulquappe“ usw.

    Das ist genauso wie mit den Pod-Racern aus Star-Wars; mann kann solche Namen halt nicht verwenden, ohne gleich dem Vorwurf des Abkupferns oder der Einfallslosigkeit ausgesetzt zu sein.

    Laut der Rezi könnte man die Romane in die Zeit Hans Dominiks versetzen. Da wären sie bestimmt der Hammer gewesen.

    mgg
    galaxykarl 😉

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